Der bekannteste deutsche Preisvergleich, billiger.de betreibt seit nunmehr einem Monat eine Social Commerce App auf Facebook und stellt so unter Beweis, dass Verkaufen auch in sozialen Netzwerken eine Chance hat. Denn neben einem Zugewinn an Facebook-Fans und dem täglichen Verkauf der innerhalb der Auktion angebotenen Produkte generiert die Karlsruher solute GmbH mit der App zusätzliche Umsätze innerhalb der Preisvergleichsplattform von billiger.de.

Die „Drück-den-Preis-App“ von billiger.de wirkt sich darum nachhaltig auch außerhalb des Facebook-Umfeldes positiv aus, weil sie die Social Media-Grundlagen kontextgemäß umsetzt. So sind Layout und Name sowohl auf das Image des Preisvergleichs, als auch auf das soziale Umfeld auf Facebook abgestimmt. Damit stärkt diese Kombination sowohl die die Marke billiger.de selbst, als auch deren Präsenz auf der sozialen Plattform.

Virale Facebook Apps steigern Fans und Umsätze

Die Funktion der billiger.de-Facebook-App erlaubt es dem Nutzer, Freunde dazu zu bewegen, den Preis eines Produkts zu senken ohne sich zum Kauf zu verpflichten. Jedes Facebook-Mitglied kann dabei – im Rahmen einer Rückwärtsauktion – den Preis für ein bestimmtes Produkt jeweils einmalig um einen bestimmten Betrag senken und andere Freunde darum bitten, dasselbe zu tun.

Damit wird die Viralität dieser App erzeugt: „Hilf mir den Preis für ein Produkt zu senken, das ich immer schon haben wollte!“ ist die Botschaft, die Nutzer an ihre Wall posten können, um so ihre Freunde direkt anzusprechen und zur App einzuladen. Über 3.000 aktive monatliche Nutzer hat die App bereits innerhalb eines Monats so gewinnen können.

Auswahl der richtigen Produkte für Facebook

Die Bandbreite der Produkte im Rahmen der Auktion ist ansprechend groß: Im April reichte sie von Smartphones, LCD-TVs und Home-Entertainment-Produkten über elektrische Zahnbürsten, Akkuschrauber und Kaffee-Vollautomaten bis hin zu Sneaker, Fußball-Fanartikel und Kinderspielzeug. Pro Tag gibt es ein Schnäppchen. Der Preis fällt solange, bis sich ein Fan für den Kauf entscheidet. Melina Martin Aznar, verantwortliche Produktmanagerin der solute GmbH:

„Durch die flexible Gestaltung der App können wir feinjustieren und testen, welche Produkte sich für den Verkauf auf Facebook eignen. Daneben war für uns ein wichtiges Kriterium – besonders im Hinblick auf die Laufzeit der App von 6 Monaten und der sich verändernden Marktpreise für die Produkte – auch, dass wir den Startpreis kurzfristig an den Markt anpassen können. Denn unsere Kernkompetenz als Preisvergleich, dem Nutzer Orientierung über Preise am Markt zu verschaffen, behalten wir bei allen Aktionen konsequent im Fokus.“

Die Facebook-App „Drück den Preis von billiger.de“ kurz erklärt

Abfrage von Nutzerdaten bei Facebook Apps

Zunächst wird der Fan-Status der Facebook User ermittelt, welche die App nutzen wollen. Denn nur billiger.de Fans können an der Werbeaktion teilnehmen.

In einem zweiten Schritt erfolgt die sogenannte Permissionabfrage: Nutzer, die die App hinzufügen wollen, müssen den Zugriff auf die allgemeinen Profildaten zulassen. Das sind Facebook-ID, Name, Herkunft, Geschlecht und Altersgruppe. Das ist die geringste Datenmenge die abgefragt werden kann. Die Informationen werden nicht über den Aktionszeitraum gespeichert, sondern nur für die Funktionen der App verwendet. Zum Beispiel darf jeder Nutzer bei jedem Produkt nur genau einmal den Preis senken.

Die datenbankgestützte Facebook-Applikation kontrolliert das über die Nutzer- ID. Nur wenn der User einwilligt, wird zusätzlich die Emailadresse abgefragt. Dann erhält der Nutzer den billiger.de-Newsletter.

Facebook Rückwärtsauktion – Den Preis mit Freunden senken

Dann kommt der eigentliche Teil der App – die Auktion: Nutzer können, ohne sich zum Kauf zu verpflichten, den Preis für das jeweils angebotene Produkt senken. Jeder Nutzer hat dazu allerdings nur einmal pro Produkt die Möglichkeit. Will er den Preis weiter nach unten drücken, muss er seine Freunde zusammen trommeln. Hier kommen der virale Charakter der App und die Möglichkeiten des Viral Marketings auf Social Media Plattformen voll zur Geltung. „3.000 monatlich aktive App Nutzer bei 30 bisher angebotenen Produkten (Stand 5. Mai 2012) sprechen da für sich“, so Tomas Renner Jones, Gründer und Geschäftsführer der Berliner webvitamin.de GmbH, die auf Facebook-Marketing-Strategien und Facebook-App-Entwicklung spezialisiert ist und die Facebook-App für die solute GmbH realisiert hat.

Doch wie schafft die App den Brückenschlag zum Portal von billiger.de? Neben der Möglichkeit sich für den billiger.de-Newsletter einzutragen, können sich Nutzer zu jedem Produkt umfangreich auf der Produktdetailseite von billiger.de informieren. Hier stehen Datenblatt, Produkttests, Bilder und Videos zu Produkten dem Nutzer als Kaufentscheidungshilfe zur Verfügung. Außerdem können so bereits versteigerte Produkte vom Käufer über das billiger.de-Händlernetzwerk – mit mehr als 2.500 Händlern zur Auswahl – bestellt werden.

Funktionen/SEO und Facebook

„Der Betreiber der App, billiger. de, nutzt so auch die SEO-Effekte optimal aus und schafft durch die App entsprechende Backlinks zu Produkten“, so Tomas Renner Jones. Denn über die „Post“- und „Teilen“-Funktionen von Facebook werden diese auf tausenden von Nutzerseiten und deren Timelines dauerhaft verbreitet. Hierbei kommt auch die Erinnerungsfunktion zum Tragen: Denn auf der App selbst sehen Nutzer nur das jeweils nächste Produkt. Wollen Nutzer aber die Versteigerung von Flachbildfernsehern und iPads nicht verpassen, können sie der App zusätzlich erlauben, täglich das aktuell angebotene Produkt an deren Wall zu posten. Funktion und Nutzen einer Facebook App werden hier optimal vereint.

Fazit: Verkaufen auf Facebook kann funktionieren

Für Händler setzt billiger.de hier ein klares Zeichen: Verkaufen auf Facebook – Social Commerce – hat gute Chancen, wenn man sich die Nutzergruppe und die Rahmenbedingungen vorher genau anschaut und in die Gestaltung und Funktion einer Facebook-App mit einfließen lässt.

Shopgate – Mobile Shopping Leader

leitet das Product Management beim führenden Mobile Commerce Anbieter Shopgate. Vorher war Alexander Köhler viele Jahre Geschäftsführer der eCommerce-Agentur Conpark. Er beschäftigt sich vorrangig mit Trends und neuen Geschäftsmodellen im eCommerce, allem voran Mobile Commerce. Alexander Köhler ist zudem Mitgründer und -herausgeber der eCommerce Lounge.

  • zmb

    Wirklich ein interessanter Artikel! Ich denke auch, dass wir die Dynamik des Social Commerce dringend im Auge behalten behalten müssen und für viele Kunden entsprechend einsetzen können.

  • Das nenne ich mal eine gute Umsetzung. Das Geschäftsmodell ist ja bereits bekannt (z.B. bei 1-2-3 TV) aber die Adaption in Social Media Kanäle ist mir neu. Was mir richtig gut gefällt ist die Umsetzung der Viralität. Gerade bei coolen Lifestyle Produkten glaube ich, dass hier sicher einige mitmachen werden um einen günstigen Preis zu generieren. Wir Deutschen lieben es ja bekanntlich Schnäppchen zu machen. Ein rundes Paket wie ich finde. Es werden Facebook Fans generiert, der Brand wird gestärkt durch das liken/sharen und im Idealfall haben die Leute auch noch Spaß daran und freuen sich über ein Schnäppchen. Hätte ich persönlich nicht erwartet, dass es so gute Ansätze gibt um über Social Media Umsätze zu generieren.

Online-Marketing

3 Growth Hacks für Online-Shops: Jetzt ausprobieren!

Hendrik Lennarz •

Recht

E-Commerce-Recht – Rückblick auf den November 2014

Rolf Albrecht •