Wer einfach mal entspannt dem Couch Commerce frönen will, sollte bei Online-Shops doch eigentlich genau richtig aufgehoben werden. Sollte. Denn die Realität sieht anders aus. Das zumindest besagen die Ergebnisse einer Umfrage unter 1.000 Internetnutzern, welche das Münchner Technologieunternehmen trbo startete. Schwerpunkt der Studie war die Frage danach, welche Motivationen wohl am häufigsten zu Kaufabbrüchen führen. Die Antworten erstaunen kaum, nimmt man seine eigenen Erfahrungen flankierend dazu, und sind in folgender trbo-Grafik anschaulich zusammengefasst:

Häufigsten Gründe der Warenkorbabbrecher ©trbo GmbH

Häufigsten Gründe der Warenkorbabbrecher ©trbo GmbH

Die schwerwiegendsten Gründe für Kaufabbrüche in letzer Minute finden sich neben den obligatorischen Versandkosten vornehmlich darin, dass die bevorzugte Zahlungsmethode fehlte. Über die Hälfte (53 Prozent) der Befragten gibt dies als häufigsten Auslöser für den Ausgang aus dem Kaufprozess an. Fast jeder vierte (39 Prozent) entschied sich in der Vergangenheit bereits gegen einen Kaufabschluss, weil der Prozess des Anlegens eines Kundenkontos einer Tortur gleichkam. 33 Prozent ließen den bereits gefüllten Warenkorb am Ende doch verwaisen, weil sie das Produkt irgendwo schon mal billiger gesehen hatten. 25 Prozent der Studienteilnehmer kam auf den letzten Metern der Endspurt an Kaufmotivation abhanden und 23 Prozent hatten die Hürden im Spießrutenlauf „Kaufprozess“ satt.

Einfache Gründe – einfache Lösungen
Betrachtet man auch nur die Top 5 der Kaufabbrüche, lässt sich bereits hier sehen und sagen, dass man diesen im Prinzip schnell Herr werden kann. Neben einer Erweiterung der Zahlungsmethoden (und damit aber eben auch steigendem Aufwand und Kosten), können optimierte Customer Journeys helfen, den Weg vom virtuellen Eingang bis zum Bezahlen entspannt und einfach zu gestalten. Individuelles Ansprechen anhand des ebenso individuellen Kaufverhaltens sind hierbei der Schlüssel. Dazu zählen Motivatoren wie Verfügbarkeitsanzeigen, personalisierte Rabattcodes und prominent platzierte Gutschein-Hinweise.

Auch ein professionelles Preis-Monitoring, das Reduzieren der Versanddauer und der Versandkosten durch eine optimierte (Intra)-Logistik und ein professionelles Retourenmanagement,  das Vereinfachen der Anmeldung (auf mobilen Geräten wie auch per Desktop-Computer) wie auch letztlich das Abstellen immer wieder auftretender, technischer und Endgeräte bedingter Probleme (Responsive Webdesign) sind zweifelsohne Möglichkeiten, die sich Online-Shops bieten und bei nachhaltiger Umsetzung auch zu weniger Kaufabbrüchen führen können.

Am Ende nämlich sieht der Kunde den Online-Shop wie die stationäre Filiale: Einfacher Eingang ohne endlose Schleusen und nervige Drehtüren, persönliche Beratung und große Hinweisschilder zu Rabatten („Sie sparen XX Euro“) und natürlich auch allzeit geöffnete Kassen, die Kleingeld („Warten Sie, ich hab’s klein!“) ebenso geduldig und selbstverständlich akzeptieren wie Kreditkarten, Rechnungskauf und Nachnahme.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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