Die negative Berichterstattung durch die ARD Dokumentation zu fragwürdigen Arbeitsbedingungen und Leiharbeit ist kaum verstummt, da steht Amazon schon wieder im Fadenkreuz der Öffentlichkeit aufgrund einer umstrittenen Preisklausel. Nachdem die ARD Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ schwere Vorwürfe mit Bezug auf Arbeitsbedingungen, falschen Versprechungen und rechtem Sicherheitsdienst erhoben hat, droht Amazon Deutschland neuer Ärger.

Das Bundeskartellamt gab bekannt, dass im Rahmen eines kartellrechtlichen Verwaltungsverfahren, die Auswirkungen der von Amazon.de praktizierten Preisparitätsklausel für Marketplace-Händler geprüft wird.

Konkret handelt es sich bei der Preisparitätsklausel um ein Verbot für auf dem Amazon Marketplace aktive Händler, ein über Amazon angebotenes Produkt an anderer Stelle im Internet preiswerter anzubieten.

Offensichtliche Nachteile für Händler und Kunden

Die Klausel benachteilige nicht nur Händler, die in ihrer Preissetzungsfreiheit beschränkt werden, sondern auch für Kunden, welche durch die Preisparitätsklausel gezwungen werden indirekt Amazons Verkaufsprovision in anderen Verkaufskanälen zu bezahlen.

Um der Klausel nachzugehen, startete das Bundeskartellamt am 20. Februar eine Web Befragung von 2400 Händlern, welche ihre Waren über den Amazon Marketplace anbieten. Die Händlerbefragung soll möglichst umfangreiche Informationen zur Wirkung der Preisparitätsklausel und zur Bedeutung des Amazon Marketplace liefern.

Klausel bereits seit 2010 im Einsatz, eine Strafe droht jedoch nicht

Das Vorgehen des Bundeskartellamtes kommt jedoch keinesfalls aus dem Nichts. Bereits im November 2012 hatte der deutsche Online-Marktplatz Hood.de vor dem Landgericht Köln gegen die Preisparität von Amazon geklagt und auf Nachteile für Händler und Kunden verwiesen.

Laut Shopbetreiber-Blog ist die Preisparitätsklausel offenbar schon seit 2010 im Einsatz gewesen, jedoch erst seit einem halben Jahr von Amazon gegenüber Marketplace-Teilnehmern durchgesetzt worden. Dies hat wohl auch das Bundeskartellamt aktiv zu werden. Allerdings droh Amazon wohl keine Strafe. Für den Fall dass sich die Klausel nach Prüfung als rechtswidrig herausstellt, werde das Kartellamt lediglich auf eine Änderung der Vertragsbedingungen drängen und somit die Preisparitätsklausel aus ihren Teilnahmebedingungen zu streichen.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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