Impuls-Käufe sind im auch eCommerce ein umsatztreibender Faktor. Und wenn das spontane Gefühl, jetzt doch einmal etwas kaufen zu müssen, durch bequeme Features unterstützt wird, steht dem vollen Warenkorb eigentlich nichts mehr im Wege. Im Falle der Kooperation zwischen Amazon und Twitter sind nicht nur die Barrieren weggeräumt, sondern gar leicht begehbare Brücken zwischen eCommerce und Social Media gebaut worden. So können seit heute US-Tweeter alle Produkte, die in einem Tweet per Amazon-Link geteilt werden, ganz einfach bei Amazon kaufen. Dabei reicht es, mit #AmazonCart auf die eigentliche Kurzmeldung zu antworten und schon befindet sich der Artikel im eigenen Amazon-Warenkorb.

Davor müssen jedoch Twitter- und Amazon-Accounts synchronisiert werden. Sobald dies geschehen ist und man dem Tweet mit dem entsprechenden Link zu einem Produkt auf Amazon mit Hashtag #AmazonCart geantwortet hat, muss man sich nur noch zu seinem Amazon-Account begeben, dort den Kauf bzw. die Käufe abschließen und schon macht sich die Ware auf den Weg zum Käufer. Sehr simpel und Shopper-freundlich, doch, was versprechen sich die beiden Counterparts davon?

Amazon als Abräumer und Twitters Tantieme
Für Amazon geht die Rechnung in jedem Fall auf, wird das Angebot des eCommerce-Giganten dadurch doch einem noch größerem Publikum bekannt. Twitter hingegen erhält weder Provision noch andere Vergütung, wenn jemand auf einen Amazon-Link in einem Tweet antwortet und dort dann einkauft. Andererseits könnte der Service Amazon-Kunden zu Twitter-Usern machen – und damit dem Kurznachrichtendienst erlauben, stärker und schneller zu wachsen, gerade in wichtigen Werbemärkten, wie es die USA sind. Ein größerer Kundenstamm könnte ganz nebenbei auch dazu führen, die Twitter-Aktie wieder und weiter zu beflügeln. Probleme könnten bei dem neuen Angebot allerdings auch auftreten, vor allem dann, wenn sich die User bewusst machen, dass ihr Einkauf (je nach Privatsphären-Einstellung) mindestens dem Kreis ihrer Follower sichtbar ist. Eine transparente Einkaufstüte, also, und natürlich auch ein Aufruf zum Gleichtun.

Chinas Sina Weibo war Vorreiter
Eine andere Frage, die mit Hinblick auf diese neueste Zusammenarbeit von Global Playern der Internetbranche aufkommt: War da nicht mal was? Richtig, und zwar einige Tausende Kilometer weiter westlich (von Twitters Homebase Silicon Valley aus betrachtet). Dort nämlich unternahm Chinas größter Microblogging-Dienst Sina Weibo ein ähnliches Unterfangen und schloss sich letztlich mit dem eCommerce-Giganten Alibaba Group zusammen. Seither hat dieser nicht nur viel Geld in Sina Weibo investiert sondern es besteht zudem seit letztem Jahr die Möglichkeit, über Weibo Produkte auf Chinas größter eCommerce-Plattform Taobao via Buy-Button zu kaufen und dabei sogar den Checkout über Weibo selber und mithilfe von Alipay (Alibabas Micropayment-System ) zu gestalten. Einfacher geht es kaum – wohl auch nicht in Kalifornien.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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