Die Kritik des Bundeskartellamtes an den Vertriebshürden, die der Laufschuh-Hersteller Asics für den Verkauf seiner Produkte über Online-Marktplätze wie eben Ebay und Amazon und für das Marketing über Preissuchmaschinen auferlegt hat, wächst. Ebenso groß war die Resonanz auf unsere gestrige Meldung, die jene Marktzugangsschranken wie auch die Kritik der Wettbewerbshüter aufgriff. Generell, so lässt sich anhand der (Presse)-Stimmen zu diesem Thema sagen, befürchten Plattformen wie Ebay und auch eCommerce-Experten, Verbände und Händler, dass es durch diese Restriktionen (wie sie übrigens auch andere Markenhersteller wie Mammut, Adidas, Deuter und Lowa durchsetzen wollen bzw. schon in DACH durchgesetzt haben) am Ende die Kunden sind, welche die Zeche zahlen werden.

Dr. Stephan Zoll, Vice President eBay Germany beispielsweise bemerkt in einer Pressemitteilung:

„Wenn Händler davon abgehalten werden, ihren Online-Kunden das volle Sortiment ihrer Ware anzubieten, werden sowohl Verkäufer als auch Verbraucher durch geringere Auswahlmöglichkeiten und höhere Preise geschädigt. Händler und Konsumenten aus Deutschland haben ein Recht darauf, die Vorteile des E-Commerce in vollem Umfang nutzen zu können.“

Offene Marktplätze für freien Zugang zu Preisvorteilen und Produkten
Dieselbe Tonlage schlägt auch Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Handelsexperte und Leiter eWeb Research Center an der Hochschule Niederrhein, an:

„Die Konsumenten möchten heute alle Kanäle zum Einkaufen nutzen – online, offline und mobil. Deshalb wird es im heutigen Handelsumfeld zunehmend wichtiger, auf möglichst vielen Plattformen präsent zu sein. In diesem Zusammenhang ist der Zugang zu offenen Marktplätzen für viele Händler ein wichtiger Erfolgsfaktor.“

Schließlich setzt auch Andreas Müller, Geschäftsführer der Deltatecc/expert Müller Group, auf freie Vertriebskanäle:

„Wir nutzen den Vertriebskanal der Online-Marktplätze schon seit über 10 Jahren und inzwischen sind Markplätze wie eBay und Amazon ein wichtiger Umsatzbestandteil. Ich kann mir mein Geschäft ohne diese innovative Vertriebsform kaum vorstellen. Deshalb ärgert es mich, wenn mir immer wieder – und das schon seit Jahren – Markenhersteller unter teils fadenscheinigen Gründen eine Nutzung verbieten.“

Gesammelte Stimmen für ein kollektives NEIN zu Vertriebsrestriktionen also, die zeigen, dass eCommerce – als originäres Kind des Internets und freien Handels – zumindest mit einer Stimme und im Einklang mit den gesetzlichen Wettbewerbshütern sprechen kann, wenn es darum geht, Kunden und Konsumenten den Weg zu Ihrem Produkt so einfach und günstig wie möglich zu gestalten – auch über sperrige Vertriebshürden mancher Markenhersteller hinweg.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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