Das Thema Augmented Reality, kurz AR (erweiterte Realität) ist eines der Trend-Themen im Jahr 2010. Die Vorteile der Video-Anwendungen liegen auf der Hand: Steigerung der Conversion, Emotionalisierung des Online-Shoppings und die Entschärfung von Kaufhindernissen. Darüber hinaus eignen sich AR-Anwendungen auch abseits der Öffnungszeiten z.B. zum Anprobieren von Fashion-Artikeln oder dem Einrichten der eigenen Wohnung. Alles was der kaufinteressierte Nutzer dazu benötigt, ist eine Webcam und räumliches Sehvermögen.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen nun eine kleine Auswahl aktueller Augmented Reality Lösungen für den Online-Handel vor und zeigen, was derzeit möglich ist.

Anfangen wollen wir auch diesmal mit einigen Fashion-Stores, einer Branche die wohl mit am Besten für derartige Anwendungen geeignet ist und den heimischen Arbeitsplatz zur Umkleidekabine macht.

Beispiel 1: Zugara

Die Augmented Reality Application von Zugara stellt den Käufer in den Mittelpunkt und ermöglicht es via Live-Stream zudem, Freunde zur virtuellen Shopping-Tour einzuladen:

Wie die Kollegen von twive! bereits berichteten, bietet der US-Store tobi.com bereits eine entsprechende Lösung für seine Kunden an, wenn auch noch ohne die oben erwähnte Live-Komponente. Einen Selbsttest hat die Bloggerin „talinee“ bereits hinter sich und dabei auch einige Probleme aufgedeckt.

Beispiel 2: Tissot

Ein weiteres Beispiel aus der Fashion-Welt ist die Marketing-Kampagne des Uhrenherstellers Tissot. Diese bietet den geneigten Kunden einen virtuellen „Wrist-Shot“ und damit die Möglichkeit, die Uhren am eigenen Handgelenk anzuprobieren und so schon vorab einen Ausblick auf die tatsächliche Größe zu erlangen:

Die Kampagne läuft vom 13. – 27. Mai 2010. Zum Mitmachen benötigt man lediglich einen Drucker.

Beispiel 3: Glasses Direct

Neben Schuhen gehören wohl auch Brillen zu den Artikeln, die Kunden nur ungern oder selten ohne Anprobe kaufen – ein ideales Einsatzgebiet also für die Implementierung von Augmented Reality Anwendungen. Der Online-Shop glassesdirect.co.uk hat das frühzeitig erkannt und setzt voll auf die Interaktion durch den Nutzer:

Beispiel 4: Ray-Ban

Ein sehr ähnliches System des Brillenversenders Glasses Direct ist der Virtual Mirror von Ray-Ban. Auch er setzt, optisch ansprechend, auf die Möglichkeit, dem Kunden die Brille direkt auf die Nase zu setzten.

Leider muss bei beiden Systemen vorher eine entsprechende Software heruntergeladen werden (ca. 50MB), was der tatsächlichen Nutzung wohl des Öfteren im Wege stehen wird.

Beispiel 5: Shiseido

In Sachen Kosmetik geht Shiseido in Japan mit Augmented Reality auf Kundenfang. Der „Digital Cosmetic Mirror“soll Kunden dort die Möglichkeit geben, ausgewählte Kosmetikartikel schon im Vorfeld auszuprobieren. Etwas unverständlich ist, warum Shiseido die Anwendung nur in lokalen Stores ermöglicht.

Wie die Zukunft im Local-Store aussehen könnte zeigt wiederum das Video „The Future of Shopping“ von CISCO.

Beispiel 6: Ikea

Wie Augmented Reality auch im Bereich „schöner Wohnen“ einziehen könnte zeigt indes Ikea mit einem entsprechenden Viewer. Er ermöglicht es, Möbelstücke innerhalb eines Raumes zu platzieren – eine schöne Idee, die in der Umsetzung allerdings noch etwas mehr Pfiff vertragen könnte:

By the way: Eine nette Idee für zukünftige Aufbau-Anleitungen von IKEA-Produkten gibt es hier zu sehen.

Fazit:

Die aufgezeigten Beispiele liefern einen ersten Eindruck auf die bestehenden Möglichkeiten, aber auch einige Kinderkrankheiten. Wichtig wird sein, die Anwendungen möglichst einfach zu gestalten und die Bedienung nicht durch extra herunterzuladende Software unnötig zu erschweren.

Klar ist: Eine emotionale Produktpräsentation ist entscheidend für die Konversionsrate. Augmented Reality schafft es, dem Kunden gewählte Produkte in einer neuen, personenbezogenen Form näherzubringen. Die Beispiele von Ray-Ban oder Glasses Direct zeigen zudem, dass sich mit dieser Methode Ängste abbauen lassen. Augmented Reality ist damit ein echter Umsatzgenerator!

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung in diesem Bereich und können in diesem Zusammenhang auch unsere Kollegen von twive! empfehlen.

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Shopgate – Mobile Shopping Leader

leitet das Product Management beim führenden Mobile Commerce Anbieter Shopgate. Vorher war Alexander Köhler viele Jahre Geschäftsführer der eCommerce-Agentur Conpark. Er beschäftigt sich vorrangig mit Trends und neuen Geschäftsmodellen im eCommerce, allem voran Mobile Commerce. Alexander Köhler ist zudem Mitgründer und -herausgeber der eCommerce Lounge.

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