Im Alltag der Online-Agenturen gibt es zahlreiche Vergütungsmodelle, die häufig „kundenzentrisch“ sind, d.h. vom Kunden her bestimmt oder zumindest maßgeblich beeinflusst werden. Pay for Performance, Projekthonare, Provisionen – alles gängige Modelle und Möglichkeiten, nach denen sich Agenturen ihre Online- wie Offline-Leistungen vergüten lassen können – oder müssen. Dass aber der gute alte Tauschhandel – also das Bartergeschäft – Einzug in den agilen eCommerce halten würde, hätte man so nicht vermutet.

Wenn aber, dann müsste so eine eruptive Art der Bezahlung in jedem Fall aus den USA kommen. Der jüngste Deal, den Razorfish und Peet’s Coffee & Tea geschlossen haben, gibt diesem Klischee recht. Razorfish lässt sich nämlich seine Beratungsleistungen im Bereich eCommerce auf Basis von eCommerce-Anteilen vergüten, also auf Grundlage eines bestimmten Prozentsatzes der erzielten Gewinne der Online-Kaffee- und Teeverkäufe von Peet’s Coffee & Tea.

We were looking for something that got a company really tied to the results of the business so they had equal skin in the game,“ So kommentiert ein Peet-Verantwortlicher diese doch recht ungewöhnliche Art der Vergütung für digital erbrachte Leistungen. Anders gesagt, werden die Bande zwischen Agentur und Kunde noch enger (und vor allem enger entlang der messbaren Performance des betreuten eCommerce-Modells) geknüpft.

Kritiker ordnen diesen auf zuerst sechs Monate befristeten Deal zwischen Wagnis und Vabanque ein, Razorfish hingegen sieht es optimistisch und ist davon überzeugt, dass die Vorleistungen sich am Ende lohnen werden – auch mit Hinblick auf den weltweit schnell wachsenden eCommerce-Umsatz. In einem halben Jahr will man gar den Breakeven erreicht haben.

Ob dieses Barter-Modell oder andere erfolgsabhängige Vergütungen auch in Deutschland Schule machen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass sie zumindest eine Option darstellen und bei entsprechendem Wachstum des eCommerce den Agenturen (zumindest denen, die sich solche Vorleistungsvergütungsmodelle erlauben können) ermöglichen, überproportional an wachsenden Gewinnen des Online-Handels zu partizipieren.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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