Laut einer Studie, schaffen vertrauensbildende Maßnahmen eine Umsatzsteigerung von bis zu 88 Prozent. Ein beachtlicher Wert und in Sachen Conversion Optimierung eine nicht zu verachtende Größe. Zu den beliebtesten -und mittlerweile notwendigen- Faktoren bei der Bildung, Erhaltung und Erweiterung des Kunden-Vertrauens zählen daher unter anderem transparente Zahlungs- und Bestellprozesse, einfache Kontaktmöglichkeiten oder Gütesiegel. Auch Social Media Aktivitäten, wie beispielsweise eine Facebook Fanseite oder ein Twitter-Support, gehören zu den Möglichkeiten der Vertrauensbildung.

Doch es gibt noch eine weitere, sehr vielversprechende Alternative: Ein eigenes Blog! Mit der Ergänzung des Online-Shops durch ein eigenes Blog bieten sich auch Abseits der Vertrauensbildung etliche Wege zur Umsatzsteigerung, Kundenbindung oder Support-Verbesserung. Anhand dieses Artikels möchten wir einmal genauer auf die Vorteile des eigenen „Shop-Blogs“ eingehen – inklusive Praxis-Beispielen.

Dialog mit Kunden ermöglichen

Blogs sind der ideale Weg, die eigene Kommunikation mit Kunden zu verbessern. Dank integrierter Bordmittel, wie beispielsweise der Kommentarfunktion, lassen sich ohne großen Aufwand Stimmungen einfangen. Zudem ermöglichen Kommentare geführte Interaktionen mit der anwesenden Zielgruppe.

Suchmaschinenoptimierung

Ein Blog ist in Suchmaschinenfragen weitaus dynamischer, als ein Online-Shop bzw. eine Unternehmens-Webseite. Aktualisierte und neue Inhalte werden schneller von Google & Co aufgegriffen und können das eigene Unternehmen somit schneller auf vordere Ränge platzieren. Zudem lassen sich Blogs besser und einfacher mit branchenzugehörigen Webseite verlinken, was einer Suchmaschinenoptmieriung ebenfalls dienlich ist. Sucht ein potentieller Neukunde über Google beispielsweise nach Sportschuhen, über die Sie erst vor kurzem im Blog berichtet haben, findet er so unter anderem auch zu Ihrem Online-Shop – ein idealer Weg zur Gewinnung von Neukunden.

Professionalität und Kompetenz zeigen

Mit dem Bloggen über die Kernthemen des eigenen Unternehmens zeigt man sich zum einen interessiert und kann zum anderen einen professionellen und kompetenten Eindruck bei seiner Zielgruppe hinterlassen. Auch dieser Faktor vermittelt den Kunden ein gutes Gefühl, schafft Vertrauen und erhöht die Reputation.

Werbekanal

Neben allgemeinen Themen, internen Bekanntmachungen oder Leitfäden zu Produkten lassen sich Blogs auch ideal zum Product-Placement nutzen. Mit der Vorstellung neuer oder besonders interessanter Produkte (zum Beispiel Fan-Bekleidung zur Weltmeisterschaft) erhöhen Sie sicher den Umsatz des Shops, ohne Extrakosten für Werbung einplanen zu müssen.

Marktforschungsinstrument

Durch das Einstellen neuer oder geplanter Produkte lassen sich schon vorab Meinungen und Wünsche der Kunden verfolgen. Das gibt einen Ausblick auf die zu erwartende Nachfrage und zeigt gleichzeitig, welche Produkte bei den Kunden besonders gut bzw. schlecht ankommen. Auch Umfragen zu Abläufen des Shops oder dem Support lassen sich schnell und unkompliziert realisieren.

Kritik-Management

Sollte das eigene Unternehmen einmal in Kritik geraten, passiert das meistens abseits des eigenen Einflussbereiches. Sei es in Foren mehr oder weniger anonym, oder an anderen Stellen im Netz. Oftmals bekommen Shopbetreiber diese Kritik gar nicht erst mit und können kaum entsprechend reagieren. Ein Blog bietet die Möglichkeit, diese Kritik zu führen und entsprechend zu einzugreifen. So lassen sich zum Beispiel Gründe anführen oder Gegenmaßnahmen einleiten. Das schafft Vertrauen und ermöglicht einen besseren Überblick zum eigenen Ruf bei den Kunden.

Kundenbindung

Stellt das Blog einen echten Mehrwert für die Kunden dar, wird es oft besucht. Wirkt der Blog-Auftritt sympathisch und „echt“, suggeriert es den Kunden ein gutes Gefühl beim Shoppen im angeschlossenen Online-Shop. Durch die Anti-Anonymisierung kann die Kundenbindung enorm gesteigert werden.

Kommunikationskanal mit hoher Aktualität

Blogs lassen sich schnell und einfach mit Inhalten füllen, dabei ist es egal ob Videos, Bilder, Slideshows oder sonstige Elemente eingebunden werden sollen; die Handhabung ist kinderleicht und auch von Personen ohne Programmierkenntnisse durchzuführen. Das ermöglicht eine stets aktuelle, durch andere Mitarbeiter vertretungsfähige Kommunikation. Als Betreiber ist man nicht auf externe Dienstleister angewiesen und kann auch bei Krisen (Telefonausfall, technische Problem in der Abwicklung oder ähnlichem) schnell reagieren und die Kunden informieren.

Vertrauen aufbauen

Durch die Vorstellung eigener Mitarbeiter (siehe Beispiele im Verlauf des Artikels) oder die Steigerung der Transparenz durch das Zulassen von Dialogen bzw. Kommentaren, baut man bei Kunden unmittelbar ein Vertrauensgefühl auf und schafft somit eine höhere Konversion im Shop.

Reichweite erhöhen

Gute Artikel in Blogs werden verlinkt, sei es in anderen Blogs, bei Facebook, per E-Mail oder Twitter – Der Artikel und damit das Blog gewinnt an Reichweite. Zusätzlich bietet ein Blog wie erwähnt hohe Potentiale bei der Auffindbarkeit von Suchmaschinen.

 

Praxis-Beispiele

Wie ein Online-Shop seinen Blog am besten einsetzt bzw. betreibt, lässt sich natürlich nicht generalisieren und hängt immer von verschiedenen Faktoren wie Zielgruppe, Marktgröße oder den selbst gesteckten Zielen ab. Wir haben daher bewusst verschiedene Beispiele aufgenommen und wollen zeigen, dass sich neben den inhaltlich oder technisch aufwändigen Blogs von Zalando bzw. yalook, auch kleinere Angebote wie beispielsweise die Blogs von Feinschmecker-Olivenöl.de für ihre Betreiber lohnen können.

Beispiel 1: mirapodo

Ein wirklich gelungenes Beispiel eines Shop-Blogs ist den Machern von mirapodo gelungen. Neben Produktvorstellungen können sich die Kunden hier auch einen Blick hinter die Kulissen verschaffen und werden regelmäßig über anstehende Aktionen informiert.

Beispiel 2: Zalando

Bleiben wir doch kurz bei den Online-Schuhläden. Auch Zalando hat verstanden, wie ein modernes Blog aussehen sollte und schafft vor allem mit Berichten über interne Ereignisse (z.B.: 2.000 Paar Schuhe für die Arche Berlin) Vertrauen und Sympathie.

Beispiel 3: limango

Mit Fashion- und Pflege-Tipps sowie speziellen Aktionen, versucht limango, die Shopping-Community für Frauen, ihre Kunden zu überzeugen. Einen ähnlichen Weg geht das Blog der DePauli AG (herrenausstatter.de & fashionSister.de) unter dem Namen MODETAGEBUCH

Beispiel4: yalook

Der zur Otto-Gruppe gehörende Online-Shop yalook bietet mit seinem Fashion-Blog ein sehr contentreiches Angebot und schafft so die Brücke vom Käufer zum Leser – und sicher auch vom Leser zum Kunden. Ebenfalls sehr aufwändig ist das Mode-Blog von Otto, unter dem Label „Two for Fashion„.

Beispiel 5: YouTailor

Optisch schön gemacht, allerdings ein wenig leblos ist das Blog von YouTailor. Etwas mehr „Persönlichkeit“, Aktionen oder zusätzlicher Mehrwert in Form von interessanten Artikeln wäre hier wünschenswert.

Beispiel 6: A better tomorrow

Wie man es hingegen schafft, seine Kunden aktiver ins Geschehen einzubinden, zeigt der Blog von A better tomorrow. Mit Aktionen, Tipps zu Events oder Wettbewerben schaffen die Macher eine interessante Basis um auch die eigenen Produkte gekonnt in Szene zu setzen.

Beispiel 7:  Frontlineshop

Einen interessanten und ungewöhnlichen Weg gehen die Betreiber des Frontlineshop. Neben einer Blog-Version für Männer, halten Sie auch eine Extra-Version für Frauen bereit und bieten damit jeder Zielgruppe seinen eigenen Content. Die Blogs laufen unter dem Namen TO:WEAR.

Beispiel 8: Spreadshirt

Auch die Betreiber des Spreadshirt-Blogs setzen auf Interaktion. Mit Wettbewerben, Tipps und Storys über die Macher, deren Erlebnisse (z.B.: Spreadshirt auf der next10) bieten sie Lesern und Kunden einen interessanten Mehrwert.

Beispiel 9: Racheshop Blog

Auch das Blog des Racheshops ist hervorzuheben. Er zeichnet sich durch vielfälltigen Content aus und dürfte auch über themenrelevante Suchmaschinenanfragen gut gefunden werden. Durch unregelmäßige Produktvorstellungen oder News zum Shop leiten die Macher ihre Nutzer intelligent auf das eigene Shop-Angebot weiter.

 

Beispiel 10: Feinschmecher Olivenöl

Das Blog von Feinschmecker-Olivenöl.de zeigt beispielhaft, wie man auch mit kleinem Aufwand interessanten Content bieten kann. So werden zum Beispiel Einblicke in die kommende Produktlinie gewährt oder spezielle Aktionen für die Leser gestartet.

 

 

Die Interaktion vieler Nutzer in den vorgstellten Beispielen zeigt deutlich, dass Blogs auch für den Online-Handel eine interessante Möglichkeit ist, an neuen „qualifizierten Traffic“ zu gelangen. Blogs sind mehr als Suchmaschinenoptimierung – Sie geben dem Unternehmen ein Gesicht und schaffen Vertrauen. Die (neuen) Kunden kommen nach. Versprochen!

Haben Sie selbst Erfahrungen mit guten Shop-Blogs machen dürfen bzw. Tipps für weitere, gelungene Beispiele? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion und diskutieren Sie mit.

Shopgate – Mobile Shopping Leader

leitet das Product Management beim führenden Mobile Commerce Anbieter Shopgate. Vorher war Alexander Köhler viele Jahre Geschäftsführer der eCommerce-Agentur Conpark. Er beschäftigt sich vorrangig mit Trends und neuen Geschäftsmodellen im eCommerce, allem voran Mobile Commerce. Alexander Köhler ist zudem Mitgründer und -herausgeber der eCommerce Lounge.

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