Noch knapp 4 Wochen bis Weihnachten! Die heiße Phase für Shop-Betreiber beginnt jetzt! Grund genug, um zu überprüfen, ob man aus Conversion Sicht, seine Hausaufgaben gemacht hat. Denn gerade zur Weihnachtszeit sollten ein paar wichtige Punkte berücksichtigt werden, die Ihre Conversion Rate steigern können. Hier die wichtigsten Punkte in Kurzform.

1. Versand

Das Thema Versand spielt gerade zu Weihnachten eine wichtige Rolle. Denn nichts ist ärgerlicher als ein Geschenk, dass irgendwann am 28.12. eintrudelt. Daher sollte man dem User zeigen, bis wann bestellt werden muss, damit das Produkt auch pünktlich kommt. Eine Anpassung der Versandkosten-Seite oder ein spezieller Hinweis in Banner-Form können hier helfen.

2. Produkt-Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit des Produktes ist die Grundvoraussetzung für eine Bestellung. Zeigen Sie auf der Produktdetail-Seite, welche Varianten verfügbar sind und welche nicht. Zeigen Sie deutlich, wenn ein Produkt nicht verfügbar ist, denn sonst verschwendet der User seine Zeit  auf einer Produktdetailseite eines Produktes, das gerade nicht lieferbar ist. Checken Sie Ihre Bestände und reagieren Sie auf Engpässe!

Liefertermin Schwab
Quelle: Schwab.de

3. Zielgruppenansprache

In der Vorweihnachtszeit wird aus dem User ein Schenker. D.h. seine Anforderungen und Ziele in einem Online Shop verschieben sich ein Stück weit. In der Vorweihnachtszeit gibt es zwei unterschiedliche Typen.

Typ 1- Der „Ich-weiß-was-ich-will“ – Shopper

Dieser Typ weiß genau, welches Produkt er sucht. Navigationspfade gehen über die Suche oder gezielt in Kategorien und Subkategorien. Der User nutzt die vorhandene Informationsarchitektur, um zum Produkt seiner Begierde zu gelangen. Hier gilt es durch Preis, Produktpräsentation, Versandkosten und Lieferbarkeit zu punkten. Vorschläge für ähnliche Produkte und andere Top-Angebote laden diesen Typ zum Stöbern ein.

Typ 2 – Der „Ich-brauch-unbedingt-was-für-meine-Oma“ – Shopper

Den zweiten Typ quält folgende Frage:  „Ich brauche ein passendes Geschenk für meine Oma, Mutter, Bruder, Schwester, Frau, etc.“ User dieses Typs suchen ganz anders. Sie brauchen passende Vorschläge für ein Geschenk. Als Shopbetreiber bekommt man nun die Aufgabe des Beraters. Ordnen Sie passende Geschenke nach Zielgruppen in Extra-Kategorien. Beispiel „Die besten Geschenke für die Oma >>“ Der User findet in dieser Kategorie passende Geschenke für diese „Beschenkten“-Gruppe. Der Mehrwert liegt für den User in einer Vorauswahl, aus der er sich etwas aussuchen kann, spart somit also Zeit und den Aufwand, sich Gedanken machen zu müssen.

Kategorien können sich auch nach dem Verwendungsgebiet oder der Höhe des Geschenk-Wertes ergeben. Zum Beispiel „Schön Geschenke für Technik-Fans“, „Über 1.000 Geschenkideen für Kinder“ oder „Tolle Geschenke bis 15 Euro“ etc.

Praxisbeispiel QVC
Quelle: QVC

4. Die richtige Stimmung

Versetzen Sie den User in die richtige Stimmung. Kleinere optische Anpassungen Bildmotive, oder Aktionsbanner sollen den User in die nötige Weihnachts-Stimmung versetzen. Dies wirkt insofern, dass sich die Shop-Besucher unterbewußt auf das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben – und natürlich auch auf das Schenken freuen.

5. Dringlichkeit – Der Countdown läuft!

Zeigen Sie dem User, dass Weihnachten nicht mehr lange hin ist und dass es höchste Zeit wird, Geschenke zu kaufen. Da viele immer auf den letzten Drücker einkaufen, kann man schon jetzt den Druck aufbauen, dass Weihnachten vor der Tür steht und man jetzt noch in Ruhe shoppen kann.

Weihnachten Countdown
Quelle: Homepage-Total.de

6. Vorteile von Online-Shopping

Erklären Sie dem User, warum Online Shopping Vorteile bietet. Ziehen Sie den Vergleich zum Einkauf in vollen Einkaufs-Zentren. Der User spart schließlich Zeit, Aufwand und Nerven bei der Parkplatz-Suche. Zudem können Sie zeigen, wenn Ihre Preise niedriger als im Stationär-Handel sind.

7. Newsletter und andere Kampagnen

Denken Sie daran, Ihre Werbemittel auf Weihnachten einzustellen. Gegebenenfalls auch spezielle Kampagnen zu starten. Lassen Sie es Weihnachten – auf allen Kanälen!

Eine Adwords Anzeige mit dem Hinweis „… als Weihnachtsgeschenk „oder ähnliches setzt sich da vielleicht schon gegenüber dem Wettbewerb ab, der noch immer mit „Günstig kaufen bei….“ wirbt.

8. Landingpages


Quelle: Schwab.de

Landingpages sollen eine weiche Landung bieten und den User auf Weihnachten einstellen. Falls nicht vorhanden, stellen Sie eigene Landingpages für Weihnachtskampagnen bereit, oder ändern Sie Ihre Landingpages ab, damit die oben genannten Punkte bereits beim „Betreten“ des Shops greifen können. Fokussieren Sie hier auf wichtige Landingpages. Werten Sie hierfür Ihre Webanalyse-Daten aus und konzentrieren Sie sich auf die Top10 (15) Landingpages und schicken Sie eine zweite Variante Ihrer Landingpages ins Rennen. Aufgrund von höherem Traffic und steigender Kaufbereitschaft in der Vor-Weihnachtszeit führen A/B-Tests auch schneller zu Ergebnissen. Testen Sie frühzeitig, damit in der letzen Vor-Weihnachtswoche Ihre Top-Landingpages gut verkaufen können.

Wer ein paar der Top Conversion Killer auf Landingpages kennenlernen möchte, kann sich mein kostenloses PDF herunterladen (inkl. Google Analytics Anleitungen für Top Landingpages). Download in meinem Conversion Optimierung Blog → Conversion Killer Download

Fazit

Die heiße Phase des E-Commerce Jahres steht vor der Tür. Shop-Betreiber sollten sich auf die speziellen Bedürfnisse Ihrer Kunden in dieser Zeit einstellen und das Online-Shopping Erlebnis so angenehm wie möglich machen. Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer User, d.h. überlegen Sie, welchen Gedanken Ihnen durch den Kopf gehen, wenn Sie in einem fremden Online Shop Weihnachtsgeschenke einkaufen. Übertragen Sie dies in eine Anforderungsliste an Ihren eigenen Online Shop.

Ich wünsche eine frohe Weihachts-(Shopping)-Zeit

ist als Senior Consultant bei explido WebMarketing Experte für Conversion Optimierung, Landingpage Optimierung, Shop Optimierung und Testing. Seit 2009 betreibt er einen eigenen Conversion Optimierung Blog. explido WebMarketing ist eine Fullservice Agentur für Performance Marketing und führender Anbieter von SEM, SEO, Affiliate Marketing, Display Advertising und Website Consulting.

  • Weihnachten steht tatsächlich vor der Tür.. Jedes Jahr auf`s neue überraschend für mich.. ;-)

    Leider haben wenige kleine bzw. mittlere Shops auf eine entsprechende Xmas-Deko umgestellt. Agentur zu teuer? Nutzen nicht klar? Weihnachtsmuffel (als Shopbetreiber berufsbedingt verboten!)? Vergessen?

    Mich würden die Gründe interessieren.

    Viele Grüße,
    Alex

  • Erfahrungsgemäß stellen viele Shopbetreiber nicht um, da sie davon ausgehen, dass die eingesetzte Agentur zu unflexibel und dafür zu teuer ist. Insbesondere bei kleinen Shops kommt häufig hinzu, dass der Shopbetreiber meist selbst an Aussehen werkelt, und daher ein bestehendes System nicht mehr anfässt.

    Beobachtet man das Weihnachtsgeschäft bei unseren anderen Shopkunden, mit entsprechender Optimierung macht sich ordentlich bemerkbar, dass sich Optimierungen in Richtung Weihnachten entsprechend lohnen.

    Viele Grüße,
    Michael Karl

  • Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt.
    Wir sind ja noch ein recht „junger“ (gemessen an Google-Jahren) Shop, aber die Umgestaltung auf ein Weihnachtsmotiv ist selbstverständlich.
    Trotzdem kann ich verstehen, wenn viele sich vor der Umarbeitung scheuen. Eine Agentur verursacht Kosten. Außerdem sind es häufig Parallelsprachen zwischen Programmierer und Kunde, zumindest, wenn es um die Abstimmung geht, was mit wie viel Aufwand wie zu realisieren wäre.
    Diejenigen Shopbetreiber, die selber „werkeln“, arbeiten dann eher nach dem Motto „Never change a running system“, wie Herr Karl oben schon richtig geschrieben hat.
    Aber ich denke, damit gibt man sich ein kleines Stückchen Individualität aus der Hand und die Möglichkeit, den eigenen Shop unverwechselbarer zu machen. Wir meinen, soviel Freiheit brauchen wir. Natürlich, wir würden auch gern noch mehr tun, da reichen unsere Programmierkenntnisse nicht aus, aber ein Foto auf der Startseite auszutauschen, ist gar nicht so schwer. Im Dezember werden wir die Startseite auch wieder anpassen.

    Viele Grüße
    Kerstin Mirow

Online-Marketing

3 Growth Hacks für Online-Shops: Jetzt ausprobieren!

Hendrik Lennarz •

Recht

E-Commerce-Recht – Rückblick auf den November 2014

Rolf Albrecht •