E-Commerce, M-Commerce und jetzt noch Couch-Commerce? Studien wie auch Händler bestätigen, dass Tablets im Durchschnitt höhere Conversion Rates und auch größere Warenkörbe haben als Smartphones und Desktop-Computer. Das dies nicht an den Endgeräten selbst, sondern an den Nutzern (z.B. wegen höherem Einkommen oder höheren Online-Shopping-Bereitschaft) liegen könnte ändert nichts an der Ausgangslage: Es ist an der Zeit den Tablets eine eigene Strategie zu widmen.

Bevor Apple 2010 das iPad auf den Markt warf, war der Tablet Markt praktisch noch nicht existent. Möglicherweise ist das der Grund, warum Tablets und Smartphones in vielen Studien oder gar von Händlern selbst oft in der Kategorie „Mobile“ zusammengefasst werden. Doch das ist ein Fehler. Vielmehr sollten Händler und Unternehmen welche online ihre Produkte vertreiben, separate Strategien für die Tablets entwickeln – losgelöst vom Smartphone und eigentlichem M-Commerce.

Tablets erreichen höhere Conversion Rates und höhere Warenkörbe

Jonathan Wall, E-Commerce Director bei Shop Direct sprach auf der vergangenen E-Commerce Expo davon, dass ca. 30% des Traffics auf den Shop Direct Seiten von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets kommen. Allerdings haben Tablets eine deutlich höhere Conversion Rate als Smartphones und einen höheren Durchschnitts-Einkaufswert als Einkäufe von herkömmlichen Desktop Computern. Diese Ergebnisse sind jedoch kein Einzelfall.


Best Practice Beispiele Tablet-optimierter Onlineshops: Sportartikelhersteller Nike, der US Büro Versand Stables und, wenig überraschend, Apple selbst.

Laut einer Studie von Affiliatewindow lag die durchschnittliche Conversion Rate bei 3.82% für Tablets. Desktop Computer hingegen kamen auf lediglich 1.9%. Der Durchschnittseinkaufswert über ein Tablet übersteigt den von Desktop-Computern dabei um ca. 20%. Ein klarer Hinweis für den Handel, wie wichtig die Optimierung des Onlineshops für iPad und Co. geworden sind.

Die Tablet-Shopper – Kunden wie man sich sie wünscht

Obwohl das iPad und mittlerweile auch immer mehr Tablets mit dem Android-Betriebssystem eine sehr gutes Handling bieten, liegen die hohen Conversion Rates nicht allein an der intuitiven Bedienung und Usability des Geräts. Generell sind Tablet-Besitzer demographisch oft höheren Einkommensgruppen mit weniger Preis-Sensitivität zuzuordnen. 30% aller US Tablet-Nutzer beispielsweise kommen auf ein Jahreseinkommen von mehr als 75.000$, der Durchschnitt liegt bei 63.000$. Desweitern werden Tablets oft in einer gemütlichen und entspannten Atmosphäre genutzt, beispielsweise auf der heimischen Couch, welches vor allem Impuls- und Gelegenheitskäufe fördert. Fast ein Drittel der Tablet-Shopper bestätigt, dass die Mobilität des Geräts dazu führt mehr und häufiger online einzukaufen.

Der Tablet-Markt wächst unaufhaltsam

Monetate analysierte mehr als 100 Millionen Online Shopping Vorgänge und kommt zu dem Ergebnis, dass 2012 der Tablet Traffic auf Händlerseiten mit 6.52% zum ersten Mal Smartphones mit nur 5.35% schlägt. Im letzten Jahr stieg der über Tablets generierte Traffic um 348% während der von Smartphones nur auf knapp ein Drittel dieses Wachstums kommt (117%). Interessant ist hierbei, dass laut Monetate hierbei aber fast 95% durch das iPad generiert wurden. Eine Studie von Adobe prognostiziert, dass der Website Traffic von Tablets um das 10fache schneller gewachsen ist als für Smartphones und bis 2014 10% des gesamten Website Traffics weltweit ausmachen wird.

Optimierte Websites, App oder beides

In Deutschland gibt es bislang wenige Händler, welche eine ausgereifte Tablet-App präsentieren. Neben der Manufactum iPad-App wird auch die Globetrotter-App oft als Best-Practice diskutiert. Erst Gestern wurde auf etailment auch die App von ShopLove vorgestellt. Eine eigene App stellt bislang sicherlich die Champions League dar. Denn oftmals können die Webseites für die Tablet-Nutzer noch deutlich optimiert werden.


Richtlinien für einen Tablet-optimierten Onlineshop: große Schriften, Wisch und Zoom Gesten, simpler Checkout und auf keinen Fall die vom iPad nicht unterstützten Adobe Flash-Formate!

Verwöhnte Tablet-Nutzer wischen lieber durch die Produktkategorien und Fotos, deshalb sollte die einfache Handhabung mit den Fingern sichergestellt sein und das unabhängig davon, ob das iPad hochkant oder quer gehalten wird. Die steigende Anzahl der Tablet-Nutzer stellt also neue Herausforderungen an die Usabilty und Optimierung von Online-Shops. Bloombargo hat hierzu ein paar zentrale Tipps im Blog zusammengefasst.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

  • http://www.couchcommerce.com Nadine

    „Eine eigene App stellt bislang sicherlich die Champions League dar. Denn oftmals können die Webseites für die Tablet-Nutzer noch deutlich optimiert werden.“
    Eine App zu erstellen lohnt sich oftmals nur für exakt die großen Marken die in dem Beispiel genannt wurden (Nike, Staples, Apple) und solche, die Ihren Kunden einen echten Mehrwert bieten können. Für die Großzahl der Händler kommt dies aus Kostengründen nicht in Frage.

    Man sollte, bevor man auf einen Zug aufspringt, sich ausführlich Gedanken machen wie man seine Website optimiert. Dies ist oftmals mit sehr hohen Kosten und auch Pflege verbunden.
    Zunächst sollte man sich die Unterschiede zwischen Nativer App, Mobile Template und Web-App (http://ringsdorff.net/2012/08/26/online-shop-wissen-mobile-template-vs-native-app-vs-web-app/) klar machen um dann zu entscheiden welche Richtung sinnvoll ist.

  • http://www.sixclicks.de Stefan Herrmann

    Eine App ist immer einen weiterer Schritt bis zur Conversion. Die App hat sicherlich vorteile, muss jedoch vom User erst einmal gefunden, geladen und installiert werde und anschließend im Umgang geübt werden. Zit.:“Denn oftmals können die Webseites für die Tablet-Nutzer noch deutlich optimiert werden.“ Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Eine mit responsive Design umgesetzte Webseite halte ich gerade für kleinere Unternehmen und Shops für deutlich sinnvoller als die Investition in eine App. Man kann schneller auf Änderungen und Neuerungen reagieren und ist nicht von den App-Stores abhängig. Meine Ausführungen dazu habe ich in unserem Blog zusammen gefasst( http://www.sixclicks.de/seo-beratung/webseite-mobil-optimieren-apps-programmieren/ )

  • http://www.p2-medien.de Lysander

    Eine optimierte mobile Webseite ohne Flash-Elemente, angenehm aufbereitet und Conversion optimiert ist um ein Vielfaches mehr wert als eine eigene App. Wie Stefan Hermann so richtig schreibe: Die muss ja erst einmal gefunden und installiert werden. Und gerade die im Artikel beschriebenen Gelegenheitskäufe finden nicht statt, wenn dieser Prozess durchlaufen werden muss, sondern nur, wenn die Webseite zum schnellen Abschicken der Bestellung einlädt.

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