Curated E-Commerce ist ein Sammelbegriff für Maßnahmen von Onlineshop-Besitzern, mit denen das Angebot für den Kunden verkleinert wird, um Kaufentscheidungen zu vereinfachen – und Conversion-Rates zu steigern. Eine Reihe von Praxisbeispielen zeigt, dass solch eine Strategie Erfolg bringen kann. Es gibt viele Varianten des Curated E-Commerce, von denen man bei einigen komplett neue Konzepte umsetzen muss. In anderen Fällen reichen aber bereits kleinere Neuerungen, mit denen man einmal testen könnte, ob Curated E-Commerce auch für einen selbst eine Bereicherung sein könnte.

Man kann seine Kunden in einem riesigen Angebot schwelgen lassen, beispielsweise in einem Riesen-Modeangebot, und es wird Kunden geben, die sich genau dann sehr wohl fühlen. Sie klicken sich durch zahlreiche Kategorien, schauen sich Massen von Produkten an und lieben die Freiheit, die ihnen der Onlineshop bietet. Und dann gib es die anderen potenziellen Kunden, die sich eventuell durch eine Masse von Produkten überfordert fühlen, die es deshalb gerne hätten, wenn man eine Vorauswahl für sie trifft. Für solche Menschen existiert Curated E-Commerce. Und als Onlineshop-Besitzer sollte man vielleicht einmal testen, ob Curated E-Commerce-Elemente im Shop die Conversion-Rate und damit den Erfolg des Shops steigern.

Curated E-Commerce – viele Varianten und eine verbindende Klammer

Curated E-Commerce werden Maßnahmen genannt, die potenziellen Käufern Kaufentscheidungen vereinfachen, indem sie beispielsweise das ihnen präsentierte Angebot durch eine Vorauswahl verkleinern. Die verbindende Klammer beim Curated E-Commerce ist dieses „An-die-Hand-nehmen“ des Käufers. Wie das konkret geschieht, ist bei den vielen Varianten von Curated E-Commerce jedoch sehr unterschiedlich, wie man etwa beim Beispiel „Modeshops“ sieht:

  • Einige Shops integrieren beispielsweise spezielle Themenlisten oder -seiten in ihre Shopseiten, Modeshops vielleicht „Kleider für den Herbst“, „Festliche Abendmode für ihn“ oder „Business-Kleidung für sie“.
  • In anderen Onlineshops können potenzielle Kunden angeben, welchen Modestil sie bevorzugen, und erhalten dann beispielsweise einmal monatlich von einem Styling-Experten des Shops Produktvorschläge.
  • In einem wiederum anderen Curated E-Commerce Konzept richtet der Shop treuen StammkundInnen eigene Tochtershops ein, die sie mit einer kleinen Auswahl aus dem großen Sortiment des Shops bestücken. Hier wird einerseits auf die persönlichen Beziehungen der Stammkundin gesetzt, andererseits geht es auch hier um eine (dieses Mal persönlich gefärbte) Begrenzung des Angebots.

Die spannende Frage bei alledem ist, ob solche und ähnliche Curated E-Commerce Konzepte auch Ihren Geschäftserfolg im Internet steigern könnten? Man sollte es vielleicht wirklich einmal austesten? Vielleicht ja!

Kleine Tests für mehr „Curated E-Commerce“

Die Arbeit von Styling-Experten wäre ebenso wie eigene Onlineshops für StammkundInnen vielleicht anfangs zu aufwändig für einen Test. Vielleicht sollte man also erst einmal mit Themenlisten oder speziellen Themenseiten beginnen, die man als Curated E-Commerce Elemente ohne allzu großen Aufwand in einen bestehenden Onlineshop integrieren kann. Möglich wäre es also beispielsweise, eine Shopseite ohne und eine mit Zugriff auf eine probeweise erstellte Themenliste oder -seite in einem Test gegeneinander antreten zu lassen, um zu sehen, ob das „Curated E-Commerce“ Element die Conversion-Rate steigert oder nicht. Geht die Seite mit Curated E-Commerce – Element als Sieger hervor, könnte man überlegen, ob man als Onlineshop-Besitzer noch einen Schritt weiter in Richtung Curated E-Commerce geht oder nicht.

 

Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist einer der Pioniere der Conversion-Optimierung in Deutschland. Er ist Autor des Buches “Conversion Boosting mit Website-Testing” und Gründer von ConversionBoosting. Zuvor war er in leitender Position bei QUISMA, Sixt und Regiondo tätig. ConversionBoosting zeigt, wie Unternehmen ihre Websites, Landingpages und Onlineshops für mehr Conversion optimieren können. Dabei ist ConversionBoosting keine Agentur, sondern bietet personalisierte Optimierungsvorschläge, eine Wissensdatenbank, Online-Workshops und weitere Werkzeuge zur Conversion-Optimierung und dem internen Wissensaufbau dazu. Abgerundet wird das Angebot durch eLearning-Kurse mit Abschlusszertifikaten “Fachmann Conversion-Optimierung”, “Spezialist Landingpage-Optimierung”, “Spezialist eCommerce-Optimierung” und “Zertifizierter Master Conversion-Optimierung”

  • Guten Morgen
    und DANKE für diesen Bericht. Habe auf meiner Testseite für Amazon-Partnerprogramm-Angebote ähnliche Testseiten erstellt. Und siehe da, Produktinfos mit dem entsprechenden Amazon-Link plus Produktbild werden häufiger angeklickt, die Bestellrate ist höher. Reine Banner bzw. Textlinks haben fast keinen Erfolg (mehr)…

  • Sehr interessantes Thema, das wirklich sehr vielseitig angegangen werden kann. Hier kommen meiner Meinung nach zwei ganz wichtige Aspekte für den Kunden zusammen – zum Einen die im Online Shop in der Regel fehlende individuelle Beratung und zum Anderen die Reduzierung der großen Produktauswahl auf ein individuell relevantes Set. Da individuelle Beratung nur begrenzt zu skalieren ist bieten sich natürlich auch automatischere Lösungen an. Wir nennen das ganze Produktberater und haben dies für das Magento Shop System als Modul realisiert. Damit können z.B. die richtigen Fitnessgeräte für den Nutzer ermittelt werden oder auch die richtige Jacke, Computer… Der Produktberater wird von den Nutzern sehr honoriert – Bin mal so dreist und weise auf ihn hin, denn noch wissen viele nicht wie gut sich dies einsetzen lässt im eigenen Shop (http://www.lemundo.de/internetagentur-internet-agentur/online-produktberater/).

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