Chinas eCommerce-Gigant Alibaba hat alle nötigen Formalia erledigt, um seinen geplanten Börsengang auch rechtlich abzusichern. Die geforderten Unterlagen für das mit Spannung erwartete Going public through IPO wurden an der Wall Street eingereicht und nun werden einige Monate vergehen, bis sich Alibaba in eine veritable AG umgewandelt haben wird. Die Entpuppung ist Schätzungen von Experten zufolge gut 20 Milliarden US-Dollar wert, wobei dies nur den Verkauf von rund 12 Prozent der Aktien über entweder die New York Stock Exchange (NYSE) oder die Technologie-Börse Nasdaq betrifft. Als Emissionsvolumen wurde seitens Alibaba vorerst ein Wert von 1 Milliarde US-Dollar abgegeben. Dieser dient jedoch nur als vorläufige Richtschnur, auch um darauf basierende Gebühren berechnen zu können.

Was womöglich im Sommer auf die Anleger zukommt, ist in jedem Fall nicht nur der wahrscheinlich größte Börsengang seit Facebook, sondern auch in jeglicher anderer Hinsicht gigantisch: Alibaba zählt mitsamt seiner Portale wie Taobao gut 300 Millionen Kunden, ist für rund 80 Prozent aller privaten Internet-Einkäufe in China „zuständig“, verfügt mit Alipay über sein eigenes Payment-System und besitzt zudem 48 Prozent der Anteile an China Smart Logistics Network, einem Logistikunternehmen, das für die nächsten Jahre ein Same-Day-Delivery Programm für ganz China auflegen und vor allem einhalten will.

Und nach dem Börsengang? Weiter mit Wachstum!
Chinas eCommerce-Potenzial ist noch größer, als Alibaba es auf diesem Sektor sowieso bereits ist: Ein riesiger Markt mit über 600 Millionen Usern, über 300 Millionen Online-Shoppern und Faktoren wie eine schlechte Infrastruktur und eine kleine Auswahl von Produkten bei lokalen Händlern, die weiteres Wachstum des eCommerce begünstigen. Alibaba hat dabei mit seinen Plattformen, Payment-Providern, Kooperationen mit anderen Internet-Giganten Chinas (beispielsweise mit Weibo, der Twitter-Ausgabe der Volksrepublik) und „hauseigener“ Logistik eine Art Biosystem aufgebaut, in dem künftige Expansionen auf fruchtbaren Boden fallen.

Betrachtet man diese Zahlen, reicht Alibaba auch schon weiteres nationales Wachstum, um noch viel größer und gewichtiger zu werden. Der Börsengang spült dabei natürlich weiteres Kapital in die bereits prall gefüllten Kassen und stellt dennoch sicher, dass die Kontrolle des nach Google wertvollsten Unternehmens der Welt (geschätzter Markwert von 168 Milliarden US-Dollar) bei Alibaba bleibt. Denn im Zuge des IPO verkauft einer der größten Anteilseigner von Alibaba, Yahoo, einen großen Teil seiner Aktien, nämlich 208 Millionen. Der japanische Telekomkonzern Softbank indes hält 34,4 Prozent an Chinas eCommerce-Giganten. Diese werden nach dem Börsengang und Experten zufolge rund 58 Milliarden US-Dollar und einen Platz im Aufsichtsrat von Alibaba wert sein.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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