Echte Conversion ist mehr als ein Bestellklick – Teil 3: Lieferung

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camato. Die neue Waffe im E-Commerce

Bitte komplett liefern!

Voller Vorfreude öffnet der Kunde das Paket – und stellt dann unvermittelt fest, dass nicht die komplette Bestellung geliefert wurde. „Nicht lieferbar“ steht auf dem Lieferschein. Der Kunde ist enttäuscht oder – noch schlimmer – fühlt sich vielleicht sogar getäuscht, weil der Artikel im Online-Shop ohne Hinweis auf Lieferprobleme bestellt werden konnte.

Er weiß nicht, dass dafür häufig nicht-bestandsgenaue Umtauschverfahren verantwortlich sind oder eine im Bestellprozess zu früh positionierte Verfügbarkeitskontrolle. Ein Kunde muss das auch nicht wissen – bei ihm kommt nur an, dass man sich auf den Shop offenbar nicht verlassen kann.

Echte Conversion ist mehr als ein Bestellklick – Teil 3: Lieferung

Shopbetreiber, die häufig mit Teillieferungen arbeiten oder Bestellungen sogar stornieren müssen, sollten dringend ihre Prozesse überprüfen. Kurzfristig ist dem Problem durch die Definition eines Sicherheitsbestands zu begegnen. Die sich so ansammelnden Restteile müssen dann beispielsweise ins Outlet gegeben oder auf ebay angeboten werden.

Tracking ist nur richtig eingesetzt ein Service

Die Tracking-ID in der E-Mail, die den Versand der Ware anzeigt, ist eigentlich eine gute Sache. Sie ermöglicht es dem Kunden, sich über den „Stand der Lieferung“ zu informieren. Allerdings sind ¾ der Tracking-IDs zum Zeitpunkt des Maileingangs beim Kunden noch gar nicht aktiviert. Der Kunde erhält beim Aufruf die Meldung „Tracking-ID nicht bekannt“ und ist – sofern er wenig Erfahrung mit diesem Verfahren hat – verunsichert.

Echte Conversion ist mehr als ein Bestellklick – Teil 3: Lieferung

Im besten Fall meldet er sich im Callcenter – im schlechtesten Fall entscheidet er, die dringend benötigte Ware doch lieber „noch schnell vor Ort“ zu kaufen und retourniert später die bestellte Sendung. Conversion ade!

Dieses Risiko ist auf jeden Fall vermeidbar: Lautet die erste E-Mail vom Shop-Betrieber „Ihr Paket wartet bei uns auf die Abholung durch den Versanddienstleister XY“, kann er dem Kunden am nächsten Vormittag mitteilen, dass das Paket jetzt auf dem Weg ist und ihm die Tracking ID mitsenden. Der Kunde sieht jetzt, dass das Paket schon 60 bis 80 Prozent des Lieferprozesses hinter sich hat – die Vorfreude steigt.

Kommunizieren statt Kommunikation vermeiden

Sehr „beliebt“ ist in Online-Shops auch die Angabe von viel zu langen Transportzeiten. Ziel ist es hier nicht nur, den Kunden bei schnellerer Lieferung positiv zu überraschen, sondern auch auch Geld im Customer Service zu sparen. Die unterschwellige Nachricht an die Kunden lautet: „Wartet einfach ab und ruft bloß nicht bei uns an.“ Will oder kann ein Kunde die prognostizierte Zeit allerdings nicht akzeptieren, kauft er anderswo und die Conversion ist weg.

Vorbildlich ist die E-Mail von „Guter Name“, weil klare Angaben zur Zustellung getroffen werden:

Echte Conversion ist mehr als ein Bestellklick – Teil 3: Lieferung

Hier findet sich auch die Aufforderung, sich an den Shop zu wenden, wenn es zu Verzögerungen kommt. Das schafft (insbesondere in Verbindung mit dem Hinweis auf Warenersatz) das Vertrauen, das wir für Conversion brauchen – im Shop und in den Prozessen nach dem Bestellklick.

In der nächsten Folge gibt es leicht umsetzbare Tipps dafür, um beim Auspacken für echte Conversion zu sorgen.

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Dr. Ralf Clasen ist Inhaber der Unternehmensberatung Dr. Clasen & Partner und betreut Firmen im eCommerce. So begleitete er den Internet-Start bedeutender Marken und unterstützt viele weitere eCommerce-Projekte mit seinem Know-How. Sein Fokus geht dabei über die Online-Welt hinaus. Verlässliche Konzepte für Fulfillment und Customer Service sind genauso sein Metier wie die Einbindung eines eCommerce Projekts in die IT-Infrastruktur eines Unternehmens und die Optimierung der Prozesse.

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Reaktionen Kommentare als RSS

  1. Daniel C. Grosch 20. Juli 2012 um 09:49 Uhr

    Interessant finde ich, wenn der Kunde zwischen verschiedenen Versanddienstleistern wählen kann. Viele kennen ja auch die Paketfahrer der großen Logistiker. Der eine kommt regelmäßig zur gleichen Uhrzeit, der andere mal morgens mal am späten Nachmittag.

    • Ralf Clasen 20. Juli 2012 um 13:03 Uhr

      @Daniel Es ist sicher so, dass viele von uns absolute Präferenzen bei dem Versanddienstleister haben. Vielleicht würde ich auch dafür bezahlen.
      Auf der anderen Seite habe ich einen zusätzlichen Schritt im Check-Out, der sich auf die Conversion Rate auswirken kann. Wie auch immer!

  2. So klappt’s mit der Lieferung – und der Konversion | netzaktiv 24. Juli 2012 um 16:28 Uhr

    [...] Nachhaltige Konversion hängt auch davon ab, wie glatt es mit der Lieferung geht. Ist die Lieferzeit (unerwartet) zu lang, beginnt der Kunde vielleicht zu zweifeln. Teillieferungen führen zu Vertrauensverlust, wenn nicht schon bei der Bestellung darauf hingewiesen wird. Tracking ist nur ein Service, wenn es nach Zustellung der ID auch sofort zur Verfügung steht. Sonst verunsichert es die Kunden eher. Zu lang kalkulierte Transportzeiten sparen vielleicht Servicekosten, können die Kunden aber auch zum Mitbewerber führen. Ein guter Online-Shop muss auch bei der Lieferung die Bedürfnisse des Kunden im Auge behalten. | Quelle: ecommerce-lounge. [...]

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