eCommerce bleibt eCommerce – Warum wir das E nicht einfach streichen sollten

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camato. Die neue Waffe im E-Commerce

Richtig ist: eCommerce ist ein Teil des gesamten Handels. Das war allerdings schon von Beginn an so und ist nun wirklich nichts Neues. Neu ist, dass Filialisten, stationäre Händler, klassische Katalogversender und all die anderen, bisher im Internet weniger vertretenen Gesellen, in einigen Fällen nun endlich echte Multichannel-Player geworden sind und das Internet, also den klassischen eCommerce, als weiteren Absatzkanal erfolgreich erschlossen haben. Wie Marcus Diekmann in unserem Video-Interview schon richtig gesagt hat, handeln diese Protagonisten im besten Falle im Sinne einer No-Line-Strategie und damit kanalübergreifend. Konkret könnten einzelne Kanäle also auch Verluste einfahren, sofern sie dafür “andere Kanäle befruchten” und das Produkt trotzdem gefunden und gekauft wird. Soweit so richtig.

Damit ist klar: Wer aus unternehmerischer Sicht (noch immer) in Kanälen denkt, denkt veraltet. Punkt. Der Reiz, dem Ganzen auch symbolisch Ausdruck zu verleihen und dem eCommerce den ersten Buchstaben zu streichen, scheint daher also hoch zu sein.

Das Problem dieser schnell gedachten Namensänderung ist allerdings, dass es sehr wohl einzelne Kanäle gibt und weiterhin geben wird. Und diese Kanäle sollte man auch weiterhin einzeln betrachten, messen, optimieren – kurz gesagt: Ernst nehmen! Auch (oder gerade), wenn sich einzelne Schnittpunkte verändern und die Kanäle im Allgemeinen enger zusammenrücken oder teilweise verschwimmen.

Es ist im Grunde egal, wo der Kunde herkommt. Entscheidend ist, dass er kauft. Tut er das im Internet, gibt es verschiedene Gründe, warum er das macht. Wir haben in den letzten 10 Jahren eine enorme Professionalisierung im eCommerce erlebt, angefangen bei logistischen Prozessen bis zur Optimierung der Conversion Rate an nahezu allen neuralgischen Punkten. Diese Spezialisierung ist kanalgebunden und lässt sich nicht einfach auf andere Kanäle übertragen. Diese Professionalität ist eCommerce Know-How! Und dieses Know-How ist auch in Zukunft gefragt.

Auch wenn es für ein Unternehmen richtig ist, Erfolge kanalübergreifend zu bewerten, sollten wir einmal darüber nachdenken, wie wichtig die Unterscheidung der einzelnen Kanäle für den nachhaltigen Erfolg des jeweiligen weiterhin sein wird. Und das E behalten – als Statement!

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Alexander Köhler ist Geschäftsführer der eCommerce Agentur conpark. Die OXID- & Shopware Agentur ist auf die Konzeption, Beratung, Entwicklung und das Projektmanagement von eCommerce-Projekten spezialisiert. Alexander Köhler beschäftigt sich vorrangig mit Trends aus dem Bereich eCommerce, Social- & Mobile-Commerce sowie Wordpress. Als Mitherausgeber der eCommerce Lounge ist er zuständig für Presse- & Marketingangelegenheiten sowie der Betreuung des Autoren-Teams.

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Reaktionen Kommentare als RSS

  1. Thorsten Eder 12. Juni 2012 um 12:53 Uhr

    Im Kontext der Customer Journey und der daraus resultierenden Verteilung von Marketingbudgets in “relevanten” Kanäle, glaube ich auch, dass das “e” bleiben sollte.

    Wenn man aber mal einige Multichannelhändler näher betrachtet, scheint es, als würde vor lauter eCommerce- und Online-Optimierungen, der Fokus auf das Verkaufen vergessen.

    Was hilft einen die beste Online Abteilung, wenn das Angebot nicht mehr den Kundenbedürfnissen entspricht?

    Damit meine ich zum Beispiel die Preisgestaltung mancher Händler. Für diese Firmen würde ich das “e” mal eine Zeit verstecken. So lange, bis die wieder das Handeln gelernt haben. Dann gibt’s auch wieder das “e”.

  2. olafkolbrueck 12. Juni 2012 um 13:17 Uhr

    Ach schade, ich hab grad versucht, mich an das neue Buzzword Omni-Channel zu gewöhnen. ;)

  3. Alexander Köhler 12. Juni 2012 um 14:17 Uhr

    @Thorsten: Das viele (Multichannel)Händler das Verkaufen vergessen und manche Kanäle überoptimieren, während sie andere vergessen oder vernachlässigen kann ich nur unterschreiben. Da kann nur das “e” nichts für.. ;-)

    @Olaf: Keine Sorge: Es kommen sicher neue Buzzwords! ;-)

  4. Joachim Graf 12. Juni 2012 um 15:05 Uhr

    Wichtig für den Händler (den E- und den O- und das ganze Alphabeth durch) ist ja, was am Ende raus kommt. Und den Commerce auf das E- zu verkürzen, ist die Ausnahme. Nicht die Regel. Deswegen weg mit dem E-, das doch nur Denkverbote auslöst (“was interessiert mich der Präsenzhandel? Ich bin Pureplayer, da brauch ich das nicht!”)

  5. Roman Zenner 12. Juni 2012 um 17:32 Uhr

    Ach, Namen sind doch nur Schall und Rauch :) Wie du meiner Meinung nach richtig darstellst, ist die Gesamtbetrachtung über die Kanäle hinweg entscheidend. Selbstverständlich soll das nicht bedeuten, dass man aufgrund dessen die detaillierte Betrachtung und Analyse dieser Kanäle vernachlässigt. Die implizite Ungenauigkeit von “Commerce” nehme ich persönlich gerne in Kauf, wenn wir damit diesen unnützen und verwirrenden Neologismen in unserer Branche entgegensteuern können.

  6. Oliver Lucas 19. Juni 2012 um 10:49 Uhr

    Also natürlich ist das “e” relevant, denn es erfordert eine besondere Art von Commerce. eCommerce hat bspw viel höhere Anforderungen an Transparenz und Datenmanagement. Aber es ist wichtig, dass “e” in den Commerce zu integrieren und wenn man auf Retailer mit einer bestehenden Organisation fokussiert, dann ist es von entscheidender Wichtigkeit, die Besonderheiten des “e”-Commerce zu verstehen, aber den Fokus auf Commerce zu legen.

    Übrigens ist es meines Erachtens auch falsch, die e-Filiale als zusätzliche weitere Filiale zu betrachten und damit mit Bad Oeynhausen, Münster und Freising gleichzusetzen. Vielmehr sollte das “e” sowohl systemseitig als auch in der Geschäftsleitung als Top Level Funktion angesiedelt werden. Nur dann lassen sich mittelfristig die richtigen Prozesse übergreifend installieren und damit die wirklichen Synergien für die eigene Organisation und die Kunden realisieren.

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