Der Online-Handel boomt. Auch wenn China mit Wachstumsraten von 67% auf sich Aufmerksam macht, tut sich global noch einiges mehr. Die deutsche Start-Up Shmiede Rocket Internet macht sich auf, mit Jumia den afrikanischen eCommerce von der Pieke auf mitzugestalten.

Seit Anfang 2012 leistet Jumia unter der Regie des deutschen CEO Leonard Stiegeler dabei Pionier-Arbeit, um das Amazon Afrikas aufzubauen. Die Produktauswahl reicht von Elektronikartikeln über Haushaltswaren bis hin zu Textilien und Bier und Spirituosen. In den verschiedenen Kategorien sind sowohl sämtliche international bekannte Marken, als auch lokale Markenhersteller vertreten. Zur Zeit ist Jumia in Nigeria, Ägypten, Marokko und Kenia präsent, jedoch sicherte Rocket Internet bereits 20 Millionen Euro an frischem Kapital zu, um in weitere afrikanische Märkte zu expandieren.

Aus der Not eine Tugend machen

Aufgrund von Infrastruktur und Kaufkraft hat sich der eCommerce auf dem afrikanischen Kontinent bisher vorwiegend in Südafrika entwickelt. Jumia versucht mit auf lokale Gegebenheiten angepassten Service sich nun in bisher vom Online-Handel nahezu unberührtem Terrain zu etablieren. Zentrales Element von Jumias Verkaufskonzept bspw. ist die Bezahlung in Bar bei Lieferung der Ware fester Bestandteil, um somit auch potentiellen Kunden ohne Konto Zugang zum Online-Shop zu gewähren.

Doch gerade in der im Durchschnitt schwach entwickelten Infrastruktur liegt die eigentliche Chance für den Online-Handel, denn es mangelt schlichtweg an flächendeckendem Einzelhandel, welcher hierzulande die Hauptkonkurrenz für Amazon und co darstellt. Laut Jumia CEO Stiegeler, seines Zeichens Rocket-Sprössling, bedeutet dies eine Entwicklung von keinem Handel für die Mittelschicht direkt hin zum Online-Handel – die logische evolutionäre Stufe des Einzelhandel wird übersprungen.

Riesiges Wachstumspotential – und kaum Konkurrenz

Der eCommerce steckt in fast allen afrikanischen Ländern zwar noch in den Kinderschuhen, eine stetig wachsende Mittelschicht sorgt allerdings für zunehmende Nachfrage nach hochqualitativen Markenprodukten aus den Bereichen Elektronik, Kosmetik und Textil.

Laut Internet World Stats gibt es auf dem afrikanischem Kontinent 167Millionen Internet Nutzer, was einer Penetration von ungefähr 15.6% entspricht. Der Zugang zum Internet wächst jedoch rasant – vor allem im mobilen Sektor. In Kenia bspw. liegt das Wachstum für Internet-Anschlüsse bei 69% pro Jahr, wovon 99% auf mobile Endgeräte zurückzuführen sind.

Bei der Logistik-Infrastruktur sieht es dabei schwieriger aus – aufgrund mangelnder Distributions-Netzwerke muss laut Stiegeler oft auf eine eigene Flotte zurückgegriffen werden um die Tür-zu-Tür Lieferungen zu gewährleisten. Trotz aller Hürden scheint Rocket Internet mit Jumia aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein: Das Wachstumspotential ist enorm und Konkurrenz bisher kaum vorhanden.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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