Wer heute im interaktiven Handel erfolgreich sein möchte, der kommt an zwei Trends kaum noch vorbei. Die Ausrichtung des Online-Handels wird erstens immer internationaler. Neue Märkte locken jenseits der Landesgrenzen mit ihrem Geschäftspotenzial. Zweitens ist zur maximalen Ausschöpfung der vorhandenen Kundenpotenziale der Abverkauf über alle geeigneten Kanäle – der Multi-Channel-Vertrieb – beinahe unerlässlich.

Aus diesen Trends ergeben sich komplexe neue Anforderungen an Software-Lösungen für den eCommerce: die so genannten sechs Multis – kurz 6 M’s. Moderne Versandhandelslösungen sollten diese Anforderungen im Standard abdecken. Das spart gegenüber aufwändigen, über Schnittstellen miteinander verbundene Einzelprogrammierungen Zeit und Geld, erhöht die Wirtschaftlichkeit im Betrieb und ermöglicht es dem Online-Händler, jederzeit und ohne großen Aufwand neue Märkte und Vertriebskanäle zu erschließen.

Beim Geschäft in ausländischen Märkten sieht sich der Online-Händler mit vielen vom Heimatmarkt abweichenden Bedingungen konfrontiert. Das betrifft die Währung, Sprache und gegebenenfalls Schriftzeichen, aber auch rechtliche und steuerliche Aspekte. Der Microsoft Dynamics AX-Standard bietet Lösungsvarianten für mehr als 40 Länder in 36 verschiedenen Sprachen. Für die Internationalisierung sind die folgenden vier M’s wichtig.

Multi-Country:

Eine für den internationalen Versandhandel geeignete Software deckt im Standard die in unterschiedlichen Märkten variierenden Rahmenbedingungen zum Beispiel bei Steuern, Buchhaltungsvorschriften, Handelsrecht oder Ein-, Ausfuhr- und Zollbestimmungen ab.

Multi-Currency:

Zahlungen können von der eCommerce-Lösung in unterschiedlichen Währungen verarbeitet und konsolidiert werden. Viele deutsche Online-Händler liefern zum Beispiel in die benachbarte Schweiz, was für den Händler bedeutet, auch in Franken abrechnen können zu müssen. Ebenso muss innerhalb Europas für UK und einige nordische Länder die Währung variabel sein. Für Märkte außerhalb Europas gilt diese Anforderung umso mehr.

Multi-Language:

Front- und Backend der Software arbeiten kunden- und mitarbeiterorientiert in der jeweiligen Landessprache. Auch hier sind die Eidgenossen ein gutes Beispiel, da diese auch auf Französisch und Italienisch adressiert werden sollten. Generell ist bei Markterschließungen, sei es inner- oder außerhalb Europas, der Einsatz der jeweiligen Landessprache ein absolutes Muss. Wer beispielsweise glaubt, französische Kunden erfolgreich mit einem webshop in der vermeintlichen Universalsprache Englisch adressieren zu können, wird mit großer Sicherheit eine harte Landung erleben.

Multi-Company:

Geschäftstätigkeiten in diversen Ländergesellschaften eines Unternehmens können von der BI-Komponente der Lösung problemlos konsolidiert dargestellt und ausgewertet werden. Dies ist eine für die Geschäftsführung wertvolle Funktion. Aber auch das Marketing profitiert von der differenzierten Betrachtung der Märkte und des differierenden Kaufverhaltens der Kunden in unterschiedlichen Ländern.

Zwei weitere Multis helfen, alle sinnvollen Verkaufskanäle zu nutzen und die Kosten in der Logistik zu minimieren:

Multi-Channel:

Der Ein- und Abverkauf von Waren über unterschiedliche Kanäle wie Online-Shops, Kataloge oder Filialen kann von der Software organisiert und mit seinen Spezifikationen abgebildet werden. Der Multi-Channel-Vertrieb ist im Distanzhandel heute unverzichtbar. Händler mit Zugang zu Teilzielgruppen auf allen Vertriebskanälen sind erheblich erfolgreicher.

Multi-Logistics:

Die Lieferung von Waren kann über mehrere Logistikeinheiten an unterschiedlichen Standorten erfolgen. Diese Funktion ist hilfreich, um die Kosten im Bereich Logistik zu senken, flexibel und wettbewerbsfähig zu sein.

ist Vorsitzender des Vorstandes der SPH AG. Die SPH AG wurde 1975 als Softwarehaus Peter Hartmann GmbH in Stuttgart gegründet und hat sich seit über 33 Jahren auf das Direkt-Marketing und den Versandhandel spezialisiert. Neben der Entwicklung von leistungsfähiger Software gehört die ganzheitliche IT-Beratung in allen Bereichen des Direkt-Marketing zu den Kernkompetenzen des Unternehmens.

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