Die Steigerung der Besucherzahlen – als Webshop-Betreiber ist das Ihr primäres Ziel bei Marketing-Kampagnen. Denn wenn Ihre Kunden erst einmal den Shop besuchen, können Sie nicht anders als sich Ihre ausgezeichneten Produkte und Angebote anzusehen. Um den Website-Traffic zu erhöhen, stehen Ihnen viele Medienkanäle zur Verfügung, wie z.B. E-Mails, die als besonders wirksam und direkt gelten. Eine E-Mail erlaubt es Ihnen eine kurze Vorschau auf Ihren Webshop zu geben, eine kleine Geschmacksprobe um Interessenten in Versuchung zu locken und zu überzeugen.

E-Mail Marketing einzurichten verlangt genauso viel Sorgfalt und Vorsicht wie einen Webshop einzurichten. Für einen höchstmöglichen Effekt müssen Sie sich Gedanken um Design und Layout machen, Ihre Zielgruppen mit einbeziehen und kreativ sein. Dieser Artikel enthält die ersten 6 Tipps, damit Sie E-Mails erfolgreich in Kombination Ihrem Webshop nutzen können. Diese Hinweise werden Ihre E-Mail-Kampagnen zielgruppengerechter, relevanter und persönlicher machen. Wir geben zudem einige einfache Ratschläge wie Sie automatisierte Kampagnen aufsetzen, um Ihre Kunden an sich zu binden. Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und hohe Konversionsraten!

Themen im ersten Teil:

  1. Sammeln Sie Opt-in E-Mail Adressen
  2. Segmentieren Sie Ihre Zielgruppen
  3. Mailen Sie nicht jedem
  4. Umgehen Sie Spamfilter
  5. Schreiben Sie Ihren Kontakten sofort
  6. Sprechen Sie Ihre Kontakte persönlich an

1. Sammeln Sie Opt-in E-Mail Adressen

Das Sammeln von E-Mail Adressen ist nicht die primäre Aufgabe eines Webshops. Aber Sie können Anmeldeformulare auf Ihrer Website platzieren und Rabattaktionen anbieten, um weitere Kontaktdetails zu erhalten. Der Bestellprozess selbst sollte Ihnen automatisch Adressen liefern, da die Kaufabwicklung via E-Mail erfolgt. Sie sollten auch eine „Senden Sie mir Produktinformationen zu“-Funktion in Ihren Shop integrieren, damit sich potenzielle Kunden registrieren können.

Stellen Sie beim Sammeln dieser Adressen sicher, dass Sie auch die Erlaubnis erhalten regelmäßige Updates zu versenden. Das Gesetz besagt, dass Ihre Kontakte Ihnen ausdrücklich die Erlaubnis hierzu erteilt haben müssen. Hiervon ausgenommen sind Ihre Kunden, da sie diese Erlaubnis automatisch durch ihren Einkauf erteilen. Dennoch müssen Sie gewährleisten, dass sich Ihre Kontakte und Kunden jederzeit aus dem Newsletter austragen können.

Ihre Kontakte werden sich eher für E-Mailings eintragen, wenn Sie ihren Erwartungen gerecht werden. Machen Sie sich klar, welche Art von Nachrichten Ihre Kontakte erhalten sollen und wie oft sie diese E-Mails erwarten sollen. Halten Sie sich dabei an Ihre Versprechen, um niemanden zu verstimmen.

2. Segmentieren Sie Ihre Zielgruppen

Fast jede Produktgruppe zieht eine unterschiedliche Klientel an. Es ist wichtig diese Verbrauchertypen für Ihre Marketing-Kampagnen zu gliedern. Was die eine Gruppe als ansprechende E-Mail empfindet, kann für die andere schlicht Junk sein. Um so viele Kontakte wie möglich anzusprechen, sollten Sie verschiedene Kampagnen-Versionen erarbeiten. Diese Variationen können ganz subtil sein und müssen nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Sie können z.B. die Bilder austauschen: Frauen fühlen sich eher von einem Produkt angesprochen, dass von einem weiblichen Vorbild präsentiert wird (oder von einem sexy Mann), bei Männern ist es genau anders herum.

Das Gliedern von speziellen Gruppen kann bis zu einem Grad Ihrer Wahl geschehen.

  • Ändern der Hintergrundfarbe und der Bilder für jede Gruppe;
  • Verschiedenen Gruppen verschiedene Produkte anbieten;
  • Den gesamten Inhalt einer E-Mail vom Kontaktprofil abhängig machen.

Behalten Sie stets das Feedback Ihrer Bemühungen im Auge. Eine gute Faustregel ist es, die drei größten Unterschiede zwischen Ihren Kontaktgruppen herauszuarbeiten, diese Gruppen zu segmentieren und diversifizierte E-Mails, auf diesen Unterschieden basierend, zu erstellen.

3. Mailen Sie nicht jedem

Die Relevanz von Mailings ist viel wichtiger, als die Häufigkeit. Anstatt also den Inhalt einer E-Mail auf die Empfänger abzustimmen, sollten Sie manchmal besser einen Teil Ihrer Kontakte ausschließen. Fragen Sie sich immer:

  • Was ist meine zentrale Aussage?
  • Für wen ist diese Aussage relevant?
  • Wo und wann erreiche ich diese Gruppe?
  • Was reizt diese Gruppe?

Ein Beispiel: Wenn Sie ein Angebot für Snowboards machen, filtern Sie alle Kontakte heraus, die in diesem Jahr bereits eines gekauft haben. Anderenfalls verärgern Sie jemanden, weil er glaubt „zu viel“ für sein Snowboard bezahlt zu haben, als er es damals gekauft hat.

4. Umgehen Sie Spamfilter

Die meisten Spamfilter prüfen Ihre Mailings hinsichtlich des Layouts und des Inhalts bevor sie diese passieren lassen. Je mehr „Fehler“ Sie in Inhalt und Form machen, desto eher riskieren Sie auf die „schwarze Liste“ gesetzt zu werden*.

Don’t:

  • Vermeiden Sie überflüssigen HTML-Code in Ihrer Dokumentvorlage/E-Mail;
  • Verwenden Sie keine Flash- oder Java-Skripte;
  • Verwenden keine Webformulare in der E-Mail;
  • Überladen Sie die E-Mail nicht mit Bildern;
  • Vermeiden Sie (große) Anhänge;
  • Schreiben Sie komplette Wörter/Sätze nicht in Großbuchstaben;

Do:

  • Lassen Sie Ihre HTML-Vorlage von einem Profi erstellen und überprüfen Sie den Code anhand eines W3C-Validators (http://validator.w3.org/);
  • Weisen Sie auf weitere Inhalte (z.B. Flash-Elemente und Formulare) über einen Hyperlink hin. Platzieren Sie die Inhalte auf Ihrer Website;
  • Nutzen Sie KISS für den Aufbau: ‘Keep It Simple and Straightforward’;
  • Gestalten Sie das Mailing 800 Pixel breit und nicht zu lang – dies ist die übliche Anzeigegröße für Mailbrowser;
  • Testen Sie Ihre Mailings bei den gängigsten ISP‘s: Outlook (2007), Hotmail und Gmail. Wird die Mail gesendet? Sieht sie gut aus?;
  • Lassen Sie die Mail durch einen Spam-Check laufen. Dieser überprüft den Code und gibt Ihnen Ratschläge zur Verbesserung der Zustellbarkeit.

5. Schreiben Sie Ihren Kontakten sofort

Käufer in Webshops sind normalerweise aktive E-Mailer. Das bedeutet auch, dass ihre Posteingänge voll sind und sie schnell entscheiden welche E-Mails es wert sind gelesen zu werden. Es ist unerlässlich, dass Sie einen Käufer, durch einen passenden Text und einen richtigen Look, auf die richtige Art und Weise ansprechen. Einige Hinweise:

  • Verwenden Sie einen wiedererkennbaren Absender: Ihr Unternehmensname, der Name eines Mitarbeiters oder auch beides kombiniert sollte reichen.
  • Beschränken Sie die Betreffzeile auf ±45 Zeichen. Nutzen Sie diese um eine Emotion hervorzurufen oder zu einer Handlung aufzufordern.
  • Platzieren Sie Ihre Handlungsaufforderung am Anfang der E-Mail. Wenn der Empfänger erst scrollen muss, um diese zu finden, verlieren Sie seine Aufmerksamkeit. Das Ergebnis wird am besten sein, wenn die ersten 400 Pixel Folgendes beinhalten:
    • Link zur Online-Version
    • Ausdrucksstarker Überschrift
    • Inhaltsübersicht
    • Personalisierte Einleitung
  • Der erste Eindruck zählt! Bevor Ihre Kontakte die E-Mail lesen, reagieren sie auf Layout und Design.
  • Weiße Flächen lenken die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich. Er wird eher die gesamte Nachricht lesen und sich an den Inhalt erinnern.
  • Denken Sie an Ihre Empfänger und an die verschiedenen E-Mail-Browser, die sie benutzen. Ihre Nachricht wird beispielsweise bei Hotmail oder Gmail anders angezeigt als bei Outlook oder Lotus Notes.

6. Sprechen Sie Ihre Kontakte persönlich an

Eine effektive Methode um die Aufmerksamkeit des Lesers zu erlangen, ist es ihn persönlich anzusprechen. Je persönlicher eine E-Mail ist, desto besser die Response.

  • Lassen Sie einen persönlichen Kundenbetreuer als Absender der E-Mailings fungieren.
  • Variieren Sie die Betreffzeile der E-Mailings je nach Interesse des Kontakts. Z.B. indem Sie ihm ein Angebot für seine Lieblingsmarke machen. Ihre Datenbank sollte Ihnen in Kombination mit Ihrer Software solche Personalisierungsoptionen ermöglichen.
  • Verwenden Sie z.B. den Namen des Kontaktes in der E-Mail, in der Grußformel oder in einem Abschnitt mit speziell ausgewählten Produkten.
  • Stellen Sie sicher, dass von all Ihren derzeitigen Angeboten nur jene angezeigt werden, die auch interessant für den Leser sind. Dies muss nicht viel Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Sie können drei Varianten einer E-Mail erstellen und jeweils an eine andere Zielgruppe verschicken, je nachdem was zuvor eingekauft wurde. Hat Ihr Webshop eine „Wunschliste“-Funktion oder erinnert er daran, welche Produkte zuvor angesehen wurden, können Sie diese Produkte in jeder E-Mail anzeigen lassen, um an eine noch ausstehende persönliche Anschaffung zu erinnern.

Scheuen Sie sich nicht davor ab und zu eine einfach aussehende E-Mail zu verschicken. Lassen Sie diese so aussehen, als würden Sie sie gerade persönlich über Outlook versenden und lassen Sie diese ganz persönlich klingen. Der Leser wird denken, dass Sie Ihm persönlich Aufmerksamkeit schenken.

Mehr zum Thema? Hier geht es zum zweiten Teil: 12 Tipps: E-Mail Marketing für Webshops – Teil 2

arbeitet seit über 10 Jahren im Online Marketing Bereich und ist Partner bei Copernica Deutschland. Die Copernica Marketing Software ist die professionelle, webbasierte Komplettlösung für Dialogmarketing. Ideal um großangelegte E-Mail-, Web-, Fax-, SMS- und Print-Kampagnen zielgruppengesteuert durchzuführen und eigene Umsätze signifikant zu erhöhen.

  • klasse Tippliste! Bin gespannt auf die nächsten sechs Tipps.

    Viele Grüße
    Regina Deckart
    marketingshop blog

  • Andreas Eckerle

    > Lassen Sie die Mail durch einen Spam-Check laufen. Dieser überprüft den Code und
    > gibt Ihnen Ratschläge zur Verbesserung der Zustellbarkeit.

    Welche Tools gibt es hier? Hat jemand eine Empfehlung?

    Viele Grüße
    Andreas Eckerle

  • Hallo Andreas,

    wir haben mit Mailchimp gute Erfahrungen gemacht
    (http://www.mailchimp.com/).

    Ist aber ab einer größeren Menge Mails, die du verschicken möchtest nicht mehr ganz billig.

    Viele Grüße,
    Jannis

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