Offenbar plant Facebook in Zukunft Profildaten von Nutzern mit entsprechenden offline Käufen der Nutzer für gezieltes Ad Targeting abzugleichen. So soll es Marken und Unternehmen möglich werden, noch gezieltere Werbung zu schalten.

Laut dem Branchendienst Ad Age hat Facebook hierfür bereits Partnerschaften mit den Datenvendoren Epsilon, Acxiom und Datalogix abgeschlossen. Eine offizielle Bestätigung oder Stellungnahme seitens Facebook gibt es zwar noch nicht, jedoch bestätigte die am Beta-Test beteiligte Werbeagentur OMD ein entsprechendes Projekt. Entsprechende Stellenausschreibungen zur „Monetization von Big Data“ seitens des Zuckerberg-Netzwerkes hatten bereits Mitte 2012 auf ein entsprechendes Vorhaben hingedeutet.

Profil-Match durch Loyalitätsprogramme

Den Berichten zufolge soll es also für Unternehmen möglich werden, Anzeigen auf dem Kaufverhalten im stationären Handel zu schalten und somit zielgerecht Kunden eines Produktes anzusprechen. Kauft ein Nutzer in einem Supermarkt etwa ein bestimmtes Produkt, etwa ein Deodorant, so könnte in Zukunft eine Werbeanzeige der Deo-Marke im Facebook-Profil des Kunden geschaltet werden.

Der Datenabgleich findet laut Ad Age über Loyalitätsprogramme und Kundenkarten statt. Kunden können anhand von Mail Adresse oder Telefonnummer einem Profil im Netzwerk zugeordnet werden. Allerdings soll dabei der Name des Kunden dem werbenden Unternehmen gegenüber anonym gehalten werden. Laut OMD Social Media Director Colin Sutton richtet sich der Service vor allem an Fast Moving Consumer Goods (FMCG) – Marketers richten um ihre Kunden per “micro-targeting anzusprechen und entsprechende Inhalte anhand des Kaufverhaltens zu personalisieren”.

Streitthema Datenschutz

Selbstverständlich steht das Thema Datenschutz für ein solches Vorhaben eine massive Hürde. Um die Nutzerdaten möglichst weit zu anonymisieren, plant Facebook etwa durch das „Streichen“ einzelner Buchstaben eines Profil-Namens anhand eines speziellen Codes.

Kristine Segrist von der Medien-Agentur MEC sieht Facebook vor der großen Herausforderung die Prozesse des „custom audience targeting“ einfach, transparent und vertrauenswürdig zu gestalten. Anders sei es auch in den USA nicht möglich entsprechende Genehmigungen für eine derartige Form von Marketing einzuholen.

Eine Einführung von „custom audience targeting“ via Facebook in Deutschland dürfte jedenfalls für mächtig Wirbel und hitzige Diskussionen sorgen. Auch hierzulande wäre Facebook auf Partnerschaften mit Kundenkartenprogrammen wie etwa Payback angewiesen. Da das deutsche Datenschutzgesetz als besonders ausgeprägt gilt, ist mit einer baldigen Einführung auf dem deutschen Markt jedenfalls nicht zu rechnen.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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