Mobile-Shopping: Wo stehen Sie im mCommerce?
Zur Beantwortung dieser Frage sollte man zumindest den Status Quo im Auge behalten. Das heißt, man sollte sich zunächst ein Bild davon machen, ob der eigene Online Shop nicht schon mittendrin in der mobilen Entwicklung steckt.
Kennen Sie die Antworten auf diese (mobilen) Fragen?
- Wie viel Prozent meiner Besucher verwenden ein mobiles Endgerät?
- Wie viele mobile User kaufen in meinem Shop bereits ein?
Diese zwei Fragen können sehr schnell und einfach mit einem Webanalyse Tool wie zum Beispiel Google Analytics geklärt werden.
1) Wie viel Prozent meiner Besucher verwenden ein mobiles Endgerät?
Zunächst einmal sollte man sich einen grober Überblick darüber verschaffen, wie viele Nutzer mobile auf Ihrem Shop surfen, welche Geräte sie benutzen und wie groß diese Gruppe im Verhältnis zu den Gesamtnutzern steht.

1. Trend
Um den Trend des Anteils der mobilen Nutzer beobachten zu können, sollte man den Betrachtungszeitraum etwas ausdehnen. Im Beispiel wurde das komplette Jahr 2010 bis jetzt analysiert. Bei dieser Zeitreihe ist leicht ansteigender Trend zu erkennen. Das bedeutet, dass die User dieses Online Shops mehr und mehr über mobile Endgeräte auf den Shop zugreifen. Um aus den Trend eine sinnvolle Empfehlung ableiten zu können, muss im zweiten Schritt ausgewertet werden, welchen Anteil die User mit mobilen Endgeräten einnehmen.
2. Anteil der mobilen Geräte
Im markierten Bereich 2 erkennt man die Gesamtanzahl der „mobilen“ Nutzer, sowie den Anteil, den diese Gruppe am Gesamt-Traffic einnimmt. Im Beispiel Shop liegt der Anteil bei 0,57% – auf Deutsch: Nicht einmal 1 User von 100 Usern besucht den Online Shop mit einem mobilen Gerät. Welche Geräte die User verwenden, wird in der linken Spalte der Tabelle ausgegeben (Betriebssystem).
3. Endgeräte
Eine Optimierung auf ein Endgerät macht nur dann Sinn, wenn man weiß, welches Gerät am häufigsten verwendet wird. Hierfür sollte man die Verteilung der Endgeräte analysieren (markierter Bereich 3). Im Beispiel ist zu erkennen, dass 3.089 von 4.111 Zugriffen über ein iPhone stattfinden. Dies ist insofern interessant, wenn man in Erwägung zieht, eine iPhone App zu entwickeln.
Tipps
- Beobachten Sie den Anteil der mobilen Zugriffe im Vergleich zu den Gesamtzugriffen
- Halten Sie die Verwendung verschiedener mobiler Endgeräte im Auge – „Schießt“ sich Ihre Zielgruppe auf ein Gerät ein? (App Entwicklung als Step2?)
2) Anteil der mobilen Nutzer am eCommerce
Im zweiten Schritt ist es wichtig, zu erfahren, ob die mobilen Nutzer bereits am E-Commerce teilnehmen oder nur auf dem Shop „rumsurfen“. Hierbei interessiert natürlich der Umsatz (auch im Vergleich zum Gesamtumsatz) sowie die Anzahl der Transaktionen pro Endgerät.
Voraussetzung für diese Auswertung ist das korrekte Aufsetzen des eCommerce Bereichs in Google Analytics.

Wichtige Kennzahlen
- Der Beispiel Shop machte in diesem Jahr einen Umsatz von X€ über die mobilen Endgeräte. Dies entsprach einem Anteil von 0,12% vom Gesamtumsatz.
- Die mobilen Transaktionen haben gerade mal einen Anteil von 0,18% der Gesamt-Transaktionen ausgemacht.
- Der durchschnittliche Wert einer Transaktion mit mobilen Endgeräten lag dabei um 28,98% niedriger als bei anderen Geräten.
- Die Conversion Rate betrug mi 1,02% ca. ein Drittel der Conversion Rate aller Nutzer.
Tipps
- Achten Sie auf den Umsatz, den die mobilen User im Vergleich zum Rest erwirtschaften
- Wie viele Ihrer Online Shop Transaktionen sind mobil – steigt der Anteil?
- Behalten Sie die Transkationen pro Endgerät im Auge, gibt es einen Spitzenreiter?
Fazit
Der Blick in die Webanalyse gibt schnell einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen im mCommerce. Das Beispiel zeigt, dass der Anteil der mobilen Nutzer steigt. Das heißt aber nicht, dass man umgehend ein App braucht.
Erste Schritte im mCommerce
- Definieren Sie für Ihren Online Shop eine kritische Masse (x% von Gesamtumsatz, x% aller Transaktionen) und überlegen Sie vorher für welches Endgerät Sie optimieren, bzw. entwickeln lassen wollen.
- Beobachten Sie die Entwicklung der wichtigen Kennzahlen – eine Hochrechnung, wann der Shop die kritische Masse erreicht, ist damit sehr einfach möglich.
- Verfolgen Sie die Aktionen des Wettbewerbs und stellen Sie sich die Frage: Möchte ich der erste Online Shop im Bereich XY sein, der auch ein iPhone App oder ähnliches anbietet? Will ich mit meinem Shop mobiler Vorreiter sein?
- Surfen Sie selbst mit einem mobilen Endgerät in Ihrem Shop und notieren Sie sich auftretende Fehler.
- Sammeln Sie Erfahrungen im mCommerce und bewerten Apps und mobile Versionen von Shops kritisch.
Einen ersten App-Test von amazon und Buch.de findet man hier im Blog iPhone Shopping Apps im Praxistest
















Bei den ersten Schritten im mCommerce muss nicht immer gleich das Ziel eine eigene App sein.
Viele App-Lösungen haben noch Schwierigkeiten oder noch keine gebrauchstaugliche Lösung bei der Verknüpfung zwischen Produktinformationen und Warenkorb-/Bestellprozess.
Oft wird der User aus der App heraus doch wieder auf den eigentlichen Online-Shop verwiesen. Nur wenn die Information inkl. des Kaufprozesses innerhalb der App stattfindet, bietet eine eigene (Sales-)App den optimalen Mehrwert für den User. Zudem kann man dadurch die Abbruchquote beim Switch zwischen den beiden Plattformen senken.
Auch dann sollte nicht nur der Abverkauf im Fokus stehen, sondern dem User auch ein wirklicher Mehrwert geboten werden. Das ganze dann noch auf Likability und Usability optimiert, steigert die Verbreitung der eigenen App zusätzlich. Somit sollte vor der Einführung einer speziellen App auch immer die Frage gestellt werden, welchen Vorteil der User dadurch wirklich hat und ob dieser auch stark genug ist.
Diese zu beachtenden Punkte sind nicht immer leicht umzusetzen, daher ist es oftmals sogar einfacher, den User über eine spezielle mobile Website zu empfangen und auch dort zum Einkauf zu führen. Zwischenlösungen bieten Plattformen wie z.B. Shopgate an.
@mobile Mat: Danke für die Erwähnung.
Übrigens haben wir bei Shopgate unser Angebot erweitert: ab sofort kann jeder Online-Shop auch sehr günstig, schnell und einfach eine eigene App über unser System erstellen:
http://www.pressebox.de/pressemeldungen/shopgate-GmbH/boxid/364614
Jeder Shop kommt so sehr einfach zu seiner eigenen App!
Hier noch das konkrete Angebot zur Erstellung eigener Apps:
http://www.shopgate.com/de/fees
Mobile werden nun mal keine Webseiten verwendet sondern Apps. Das die Zugriffe auf Webshops gering ausfallen ist also nicht ungewöhnlich. Apps werden nachweislich Milliardenfach geladen. Niemand will über google umständlich in Suchergebnissen wühlen, wenn man den im AppStore schneller findet… Wir haben implementieren die passende Shopping-Lösung als App: http://www.getanishop.de
@Walter Jablonowski
Das ist gelinde gesagt schlichtweg falsch. Ein Händler, der in seiner mCommerce-Strategie nur auf Apps setzt wird schnell baden gehen. Der Grund (neben zahlreich Anderen) hierfür ist völlig simpel: die begrenzte Reichweite. Weiterhin sind Apps zwar derzeit das Zugpferd des mobilen internets, aber auch ihr Dasein wird in einigen Jahren nur noch von zweitrangiger Natur sein. Ein Blick auf die gängigen Analystenseiten sollte ihnen da mehr Klarheit verschaffen. Kurz um, das mobile Web wird die Anwendung des mobilen Internets in einigen Jahren werden. Dies sollte jeder Händler in seiner mCommerce-Strategie sehr wohl mit berücksichtigen.
Wir denken auch, dass es nicht sinnvoll ist für jeden Shop eine App bereitzustellen. Da wäre der App-Store bald eine riesige Mühlhalde. Dabei kann es so einfach sein, seinen aktuellen Magento-Shop aufs iPhone & Co. zu bringen. Für Magento haben wir ein Touch-Template entwickelt, weiter Infos gibt‘s auf der Homepage oder als Video auf http://www.youtube.com/watch?v=cTiHwiEboKg