Dass die Umsätze im weltweiten Mobile-Commerce von 16,3 % im Jahr 2006 um 130 % auf 37,4 Milliarden Euro im Jahr 2008 steigen, offenbart die hohe Nachfrage mobil einkaufen zu wollen (BMWi: 12. Faktenbericht 2009, S. 150). Allein eBay hat im Jahr 2009 einen Bruttoumsatz von 500 Millionen Dollar über mobile Geräte generiert. Die native Magento Mobile App stellt Ihren Magento-Shop mobil auf dem iPhone zur Verfügung. Zudem kann man sich jede Website auch als Verlinkung auf den Homescreen legen, was dann fast wie eine App wirkt. So können Ihre Kunden mobil in Ihrem Shop-Katalog blättern, eine persönliche Wunschliste zusammenstellen und die vorgemerkten Produkte durch die persönliche ID-Kennzahl, bequem ohne sich anzumelden, bestellen (vgl. Live-Einsatz der Magento Mobile App).

Im Konfigurationsmenü entscheiden Sie, welche Produkte Ihres Shops angezeigt werden. Integriert werden Shop-Katalog, Check-out, Bestand, Reporting, etc. Nach der Integration der App vom iTunes-Store in Ihren bestehenden Magento-Shop können Sie das Design individuell an Ihren Magento-Shop bezüglich Farben, Bilder, Buttons, etc. vollständig anpassen. Ihr Ergebnis können Sie anschließend in einer Vorschau betrachten. Einmal installiert lassen sich mit der frei verfügbaren Erweiterung, die dem Magento-Backend den so genannten Magento Mobile Admin hinzufügt, mobile Shopping Apps mit wenigen Klicks ohne Programmierkenntnisse Apps direkt aus dem Magento-Backend erzeugen. Nachdem die App den normalen Zulassungsprozess für den App Store durchlaufen hat, wird sie anschließend für Ihre Kunden zum Download angeboten.

Farben und Erscheinungsbild können im Nachhinein schnell aktualisiert werden.“Während die Erweiterung selbst kostenlos ist, kostet die Abwicklung des Anmeldeverfahrens einmalig 799 US-Dollar und wahlweise eine Monatsgebühr von 69 US-Dollar oder eine Jahresgebühr von 699 US-Dollar. Mögliche Preise für iPad- und Android-Apps stehen noch nicht fest. Magento Mobile ist mit allen Magento Versionen der Community Edition ab 1.3 und der Professional Eidition ab 1.8 kompatibel und kann bei Magento Connect heruntergeladen werden“ (t3n).

Native oder Web-App?

Die Wahl über eine native oder Web-App erfordert eine Reihe von Überlegungen für den Start aller mobiler Dienstanbieter. Eine native App ist gerätespezifisch und muss meist an verschiedene Geräte angepasst werden. Eine Web-App führt alle oder einige Teile der Anwendung jedes Mal im Web aus und kann in der Regel von allen Web-fähigen mobilen Geräten genutzt werden. Über welche App-Art man am besten Inhalte und Dienste über das Mobiltelefon anbietet, erforscht die ausführliche Studie der Global Intelligence Alliance.

Vor- und Nachteile nativer Apps

Das User Experience Design nativer Anwendungen ist traditionell leistungsstärker und noch das einzige Mittel, um auf Gerätefunktionen wie Ortungsschnittstelle, Kamera, Adressbuch und Beschleunigungsmesser zu zugreifen. Die Reichweite des App Stores zieht mehr aktive Benutzer an. Auch wenn die Kosten für die Entwicklung und Updates in der Regel höher für native Anwendungen sind, generieren sie höhere Erträge dank der Vorteile der größeren Verbraucheranzahl des App Stores.

Native Apps laufen nur auf der Plattform, für die sie programmiert wurden. Der Aufwand für eine Portierung ist im Moment noch relativ hoch. Mobile Apps in der mehrfach anwendbaren Programmiersprache Java haben den Vorteil auf einer relativ großen Bandbreite an mobilen Endgeräten (u.a. iPhone, Geräte mit Android) zu laufen, so dass nur noch die grafische Benutzeroberfläche (GUI) auf das Betriebssystem angepasst werden muss und so Kosten gespart werden können. Das „Single Click Deployment“ von airplay SDK bietet ein Framework zum automatischen Einsatz einer App auf mehreren Betriebssystemen. Bisweilen beschränkt sich Ihr Kundenkreis der Magento Mobile App nur auf iPhone-Besitzer, die nur 10% aller verkauften Touchscreen-Geräte im Jahr 2010 und so nur 10% des Marktes abdecken (taptu: state of the touch friendly web april 2010, S. 6). Die Magento Mobile iPhone App soll innerhalb 2010 auch für andere mobile Geräte mit Android und dem iPad angeboten werden. Die Zielgruppe dürfte dennoch zunächst hauptsächlich im B2B Geschäft liegen, da die meisten Endkunden per Google auf mobile Versionen von Webshops stoßen. Das Herunterladen einer Shop-spezifischen App kann für Ihre Kunden einen unnötigen Zwischenschritt bzw. Hürde darstellen, um den Shop überhaupt erst aufzurufen. Dies setzt beim Kunden ein sehr hohes Interesse voraus, bevor er den Link zum App Store klickt, im App Store kauft und die App nutzt. Ihr Kunde müsste so für jeden weiteren Shop einzeln eine weitere App installieren. Zusätzlich zahlen Sie als Shop-Betreiber monatlich für das einmalige Einstellen im App Store.

Dennoch birgt der Absatzkanal der Magento Mobile App ein Zukunftspotential, da Ihr Shop noch zugänglicher wird und Sie eine nähere Beziehung und eine hohe Kundenbindung zu Ihren profitabelsten Kunden schaffen können. Hierbei bieten ortsspezifische Push-Benachrichtigungen neue Möglichkeiten, länderspezifische Angebote zu platzieren.

Vorteile der Web-App

Die Vorteile von Web-Apps bzw. Web-Sites sind vielfältig. Für mobile Geräte optimierte Anwendunge (z.B. Mobile Themes) und Websites ermöglichen Sie der breiten Masse an Kunden einen benutzerfreundlichen Zugang zu Ihren Produkten oder Dienstleistungen, da sie nahezu mit allen mobilen Endgeräten mit integriertem Web-Browser funktionieren. Sie sind für alle Smartphone-Besitzer ohne Kompatibilitätsprobleme nutzbar. Web Apps können direkt über das Magento Backend gesteuert und generiert werden. iPhone Magento Themes für an das iPhone angepasste Shop-Nutzung sind als kostenlose Extensions bereits seit 2008 verfügbar.

Sie bieten normalerweise mehr Zahlungsoptionen und ermöglichen die offenen Versandart, unabhängig von Drittanbietern. Sie sind oft schneller am Markt, zumal sie nicht Genehmigungen des Apple AppStores unterworfen sind, der Wochen oder Monate zum Evaluieren und zur Qualitätssicherung benötigt. Sie bieten in der Regel mehr direkte, ungefilterten Zugang zu Daten des Nutzerverhaltens, welches Cross-Selling-Möglichkeiten ermöglicht und beim Aufbau der Kundenbindung hilft. Die zunehmende Bedeutung der Web-Apps lässt sich aus dem geschätzten Wachstum der Anzahl mobiler Websites, der App Store Apps und der Android Market Apps ablesen (taptu: state of the touch friendly web, 04/2010, S. 4). Bei anhaltendem Wachstum, geht Taptu davon aus, dass Ende 2010 ca. 1,1 Millionen Touchscreen Websites existieren werden. Anfang Januar 2010 lag der Anteil der 326.600 Touchscreen Websites am mobilen Web bei 65%, der iPhone Apps bei 29%, der Android Apps bei 5% und der Black Berry und Nokia Apps jeweils bei unter 1%. (taptu: introducing the mobile touch web, 01/2010, S. 15) Für Onlinehändler spielen Web-Apps insbesondere eine höhere Bedeutung, da 20,3% des gesamten mobilen Webs für Shopping über mobile Webseiten absolviert wird und nur 3,6% über den App Store (ebd., S. 18).

Und in Zukunft?

Die zukünftigen Web-Anwendungen werden zunehmend mit den nativen Apps konkurrieren, da die Merkmale der meisten mobilen Geräte bis 2013 fähig sein werden mobile/HTML5 Web-Anwendungen zu unterstützen. Die Web-Apps werden sich mit verbesserten Webtechnologien (HTML5, CSS3) für den Zugriff auf geräteinterne Schnittstellen immer mehr den Qualitäten der nativen Apps annähern und so ihr Nutzungserlebnis steigern. Welche APIs zukünftig als nächste für Web Apps nutzbar sein werden antizipiert die Global Intelligence Alliance (S. 7) in folgenden Schritten.

ist als Teil des bloopark systems Teams in den Bereichen Magento Commerce, Mobile Commerce und Typo3 Entwicklung tätig. Er zeichnet sich durch seinen Background im Wissensmanagement und der strategischen Unternehmensentwicklung aus, so dass er als Moderator das interne Kommunikations- und Schnittstellenmanagement leitet und sein Know-How in den aktuellen Tendenzen des eCommerce Marktes anwendet.

  • http://www.blooparksystems.de Jens Holze

    Guter Artikel, Kollege :-)

    schade das Magento den Weg geht und native Apps generiert. Zudem nutzen eben nicht alle das iPhone. Heisst, man erreicht eben auch nur einen Bruchteil der Kunden. Die Frage ist ja auch, welcher Shop ist schon so wichtig, das man ihn als Icon auf deinem Home-Screen haben möchte, wo da schon soviele Apps sind :-)

    Ich sehe mehr Potential diese Themen als Webapps oder optimierte HTML Views zu machen. HTML5 bietet hier schon eine Fülle an Möglichkeiten. Zudem erreicht man einfach eine größere Zielgruppe, da mittlerweile schon sehr viele Handys + Smartpads HTML5 sehr gut beherrschen.

    Schauen wir mal, wie sich Magento Mobile entwickelt.

    Gute Nacht.

    Jens

  • http://www.mobilemojo.de Robert

    Warum nicht beides kombinieren?
    iPhone, Android und iPad Nutzer kennen den Kaufprozess aus dem Onlineshop und den des App Stores. Sie sind mit einer Flatrate ausgestattet, besitzen meist ein hochwertiges Endgerät und sind affin zum mCommerce.

    Der Folgeschritt ist richtig, mit Apps diese Kunden zu bedienen und den „Rest“, aufgrund der uneinheitlichen Standards, mit Mobile Web zu bedienen.

    So kann ein User Agent Switcher den Kunden auf den richtigen Kanal lotsen!

    Ob in Zukunft die WebApps die Apps ablösen wird sich zeigen.

    Vorteile von Web und App lassen sich auch mit einer Hybrid App verbinden.
    Die App greift die Endgerätefeatures ab, stellt aber html5 Content dar.
    Je mächtiger Html5, desto umfangreicher der Web-Part.

  • http://www.movendor.com Christian

    Wer keine komplizierten oder teuren Apps möchte und sein bestehendes System auch nicht aufwändig für Mobile Commerce anpassen will, kann inzwischen auch mit externen HTML-Lösungen wie MoVendor arbeiten.
    Solche Lösungen arbeiten als neuer Vertriebskanal getrennt vom eigenen Shop und müssen zunächst eingebunden werden wie andere externe Kanäle (z.B. Preissuchmaschinen etc.). Sie sind aber meist keine Marktplätze sondern ein eigener Shop mit dem Design des Händlers.
    Per HTML werden damit sämtliche Smartphones erreicht, ohne dass der Besucher eine App suchen und installieren muss. HTML ist somit ideal, um auf jedem besseren Smartphone direkt beim Googlen oder QR-Code-Scannen zu kaufen :-)
    Der zusätzliche Vorteil z.B. bei MoVendor ist, dass keine Setup-Gebühr oder laufende Kosten berechnet werden, sondern nur eine Provision wenn wirklich etwas verkauft wird. Perfekt um Mobile Commerce zu testen, ohne irgend etwas neues zu programmieren oder zu investieren.

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