Seit Anfang des Jahres versucht Media Markt mit einer besonderen Vergleichs-Aktion mit dem Vergleichsportal Idealo.de auf sich aufmerksam zu machen. „Wir sind die billigsten!“ lautet die ambitionierte Kampfansage. Doch was steckt wirklich hinter Aktion und Medienecho?

Die Idee hinter der Aktion ist, dass Kunden die Preise von Media Markt mit denen des Preisvergleich-Portalsidealo.de vergleichen können und somit immer den günstigsten Preis garantiert bekommen.Ganz Deutschland soll laut Media Markt also Preise vergleichen!

Sollte ein Produkt bei Idealo über einen Konkurrenz-Händler überraschenderweise doch günstiger gelistet sein als bei Media Markt, so wird eine mögliche Preisdifferenz zwischen dem Media Markt-Preis und dem niedrigsten Idealo-Preis zum Zeitpunkt der Bestellung im Onlineshop oder Kauf in der Filiale erstattet.

Soweit so gut, jedoch bezieht sich die Aktion lediglich auf ausgewählte Produkte – so genannte Media Markt Top-Bestseller. In dieser Woche stehen beispielsweise Kaffevollautomaten und Bodenstaubsauger im Fokus. Wenig überraschend stehen weitere Einschränkungen und Konditionen zur Kampagne im Kleingedruckten (Aktionszeiträume, Warenmenge,etc).

Äußerst kritisches Medienecho

Dennoch wird die Kampagne von einem äußerst kritischen Medien-Echo begleitet. Nachdem der Branchendienst CRN kritisch hinterfragte und nach eingehender Analyse als Kunden-Nepp 2.0 abwatschte, sah sich neben diversen Preisvergleichs und Retail Blogs auch die Online-Ausgabe des Focus angehalten das Thema unter die Lupe zu nehmen.

Mittlerweile hat Idealo sämtliche Manipulationsvorwürfe von CRN zurückgewiesen, es bleibt jedoch ein fader Beigeschmack aufgrund der verklausulierten und auf den ersten Blick nicht wirklich transparenten Aktion.

Bereits im Sommer 2011 versuchte sich Media Markt an einer nahezu identischen Aktion unter dem Namen „Das große TV-Duell: Media Markt vs. Internet“. Damals wurden 92 Fernseher unter ähnlichen Konditionen wie in der aktuellen Kampagne mit den von Idealo gelistetenPreisen verglichen. Ebenfalls wurde schon im Juni 2011 von faulen Versprechen und fragwürdigen Tricks gesprochen.

Funktioniert so etwa nachhaltige Werbung 2013?

Die eigentlich wichtige Botschaft der Kampagne ist jedoch, dass es Media Markt erneut geschafft hat, sich mit einer clever verpackten – aber auf den zweiten Blick eher mäßig attraktiven Kampagne – ins Rampenlicht zu spielen.Entwickelt wurde die Kampagne übrigens von der Media-Markt-Stammagentur Ogilvy &Mather aus Frankfurt.

Dennoch lässt sich an der Nachhaltigkeit des Kampagnen-Formats zweifeln und vor allem ob die Metro-Konzern-Tochter mittelfristig nicht mehr Schaden als Gewinn davonträgt.Das Vertrauen der Kundschaft wird durch die Wiederholung bereits deftig kritisierter Aktionen zumindest aufs Spiel setzt. Denn eines sollte mittlerweile bekannt sein – Kunden sind doch nicht blöd!

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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