Das Gesetz zur Verbraucherrechterichtlinie tritt zum 13.06.2014 in Deutschland in Kraft. Über die zahlreichen Änderungen, die sich daraus für Online-Händler wie auch für Online-Shopper vor allem mit Hinblick auf den Widerruf, dessen Fristen und Formen angeht, ergeben, haben wir ja bereits berichtet. Das Gutscheinportal Deals.com und der Preisvergleichsanbieters Guenstiger.de widmeten sich ebenso dieses Themas – und zwar in Form einer Befragung von Verbrauchern . Im April standen ihnen insgesamt 1.000 deutsche Konsumenten Rede und Antwort, was deren Shoppingverhalten und ihrer Einstellung zu den Neuregelungen im Verbraucherrecht angeht. Von besonderem Interesse war dabei auch, wie Online-Käufer ihre Bestellungen überdenken würden, wenn Online-Shops tatsächlich von der (dann gesetzlich abgesegneten) Möglichkeit Gebrauch machten und die Kosten für Rücksendungen auf ihre Kunden umlegten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verbraucher unter dieser Voraussetzung selektiveres Shopping betreiben würden.

Retouren machen sexy  Rücksendekosten selektiv ©deals.com/günstiger.de

Retouren machen sexy Rücksendekosten selektiv .©deals.com/günstiger.de

Nur 12 Prozent der Befragten würden demnach ihr Online-Shoppingverhalten nicht ändern, auch wenn sie in Zukunft die Rückversandkosten voll übernehmen müssten. 11 Prozent hingegen würden eher auf einen teureren Anbieter setzen, wenn bei dem der Rückversand nach wie vor kostenlos ist. 18 Prozent schließlich würden künftig darauf verzichten, mehrere Ausführungen eines Artikels zur Anprobe zu bestellen. Was das dann steigende Bewusstsein für den Online-Kauf angeht, so gaben 38 Prozent der befragten Konsumenten an, speziell jene Anbieter auszuwählen, welche die Rückversandkosten übernehmen und 42 Prozent gaben an, im Falle der Rückversandkosten durch die Käufer häufiger direkt im Ladengeschäft einzukaufen. Wiederum 20 Prozent würden die Artikel verstärkt in stationären Filialen an- und ausprobieren. Da schrillen wahrscheinlich die Showrooming-Alarmglocken sehr laut! Doch Sirenen sollten zumindest der Studie zufolge auch bei den Onlinehändlern ertönen. Denn für 54 Prozent der befragten Konsumenten ist es in erster Linie die Möglichkeit kostenloser Retouren, welche das Online-Shopping überhaupt erst attraktiv für sie macht.

Händlerbund-Studie: Mehrheit der Händler will Kosten auf Kunden umlegen. ©Händlerbund

Händlerbund-Studie: Mehrheit der Händler will Kosten auf Kunden umlegen. ©Händlerbund

So gesehen, gilt wohl wirklich: Kostenlose Retouren machen Webshops (arm aber) sexy, Rücksendekosten machen Online-Shopper selektiver. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Shops die Kosten für Rücksendungen regeln. Im Herbst letzten Jahres waren es einer Händlerbund-Studie noch 88 Prozent der Shopbetreiber, die diese auf ihre Kunden umlegen wollten.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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