Alle reden darüber, dass 2013 das Jahr des M­obile-Commerce ist. Tatsächlich ist es einer der stärksten Trends im Onlinehandel und Produktvermarktung im Internet, die Produkt-­Recherche und Kaufentscheidungsprozess über mobile Endgeräte. Wie man davon profitiert und das Unternehmen “mobil” macht möchte ich in diesem Artikel zeigen.

3 Wege, für mobile Kunden da zu sein.

1. Ihre Firma auf Localisation­Based Plattformen eintragen

Tragen Sie ihre Firma auf den so genannten Localisation­Based Plattformen ein. Das sind die Standort­Spezifische Branchenbücher, die zeigen, welche Bars, Restaurants oder Läden es in der Nähe gibt. In Deutschland werden solche Plattformen, wie yelp, qype, Foursquare, Plazaa, Shoutify, Urbany, KaufDa, Google+ Local benutzt. Alle diese Anbieter haben Native­Apps, die auf populärsten Betriebssysteme entwickeln sind und ein großes Publikum abdecken. In den größeren Städten empfehle ich auch, Anwendungen zu suchen, die sich auf einer Stadt konzentrieren, wie. z.B. 360 Berlin oder Munich App.

Für die Google­Suche über mobilen Browser ist Google Places wichtig ­ für passende Suchanfragen wird Ihr Unternehmen (mit Adresse und Telefonnummer) in einer gut lesbaren Karte dargestellt.

Eine weitere Art von Localisation­Based Plattformen, die besonderes beliebt sind: Deals­Portale (DailyDeal, Groupon, myDealZ). 67% von den Leuten, die über Handys und Tablets einkaufen, haben Interesse an Rabatte und Angebote, die ihr Geld sparen (Whitepaper). Diese Maßnahme ist aber mit Vorsicht zu genießen: alle Deals­Portale erfordern in der Regel mindestens 50% Rabat für ihre Kunden und verlangen Provision. Sie, als Händler, müssen also sicher stellen, dass die großartige Rabat­Aktion nicht zu einem Verlust führt.

Letzte Gruppe von mobilen Shopping Apps, sind die Onlinehandel­Plattformen und Preissuchmaschinen: Shopgate, Amazon Mobil, ebay Mobile und weitere. Ich kann aber nicht empfehlen, viel Zeit in diese Gruppe zu investieren: wenn Ihre Produkte auf den größten Plattformen (wie eBay und Amazon) präsent sind, werden sie automatisch im mobilen Kanal angezeigt.

Vorteile:

  1. Diese Lösung ist günstig. Bis auf Provisionen, die manche Shopping­Portale nehmen, ist diese “mobile Präsenz” für Sie kostenfrei.
  2. Genaue Zielgruppe. Keine Vermarktung nötig. Sie müssen sich nicht darum kümmern, wie und von wem sie gefunden werden ­ mit der richtig ausgewählten Kategorie kommen Ihre potenzielle Kunden selbst auf Ihres Profil.

Nachteile:

  1. Ganz wenig Möglichkeiten für Onlinegeschäfte, die keinen Ausstellungsraum haben. Anderes gesagt, wenn Sie nur über Internet verkaufen, gibt es leider nicht so viele passende Apps für Sie.
  2. Höhe Konkurrenz. Ihre größten Konkurrenten aus der Region werden mit Ihnen immer auf einer Liste erscheinen.
  3. Wenig Möglichkeiten, erweiterte Infos über Produkte einzugeben. Ihre potenziellen Kunden werden wenige Möglichkeiten haben, Assortiment & Preise kennenzulernen. Sie bleiben nur ein paar Sekunden auf Ihrem Profil, dann gehen sie weiter zu den Konkurrenten.

Für wen?

Diese Lösung passt am besten für Läden aus dem Unterhaltungsbereich, wie z.B. Bars oder Restaurants.

2. Eigenen Onlineshop für mobile Geräte optimieren

Für Händler, die Bekleidung, Sportwaren oder Haushaltswaren verkaufen, ist es essenziell, die Preise und Assortiment zu präsentieren. In den USA informieren sich 46% von Retail­-Käufer über Preise mit Hilfe von mobilen Geräte. 42% kontrollieren die Verfügbarkeit der Produktes bevor sie einkaufen gehen (Quelle). Sicherlich wird Deutschland dieser Tendenz folgen. Wenn Ihr eigener Webshop für Smartphones und Tablets optimiert ist, können Sie alle wichtige Informationen rechtzeitig liefern: Produktassortiment, Preis, Farben, Größen, Verfügbarkeit und vieles mehr. Mit der Technologie “Responsive Webdesign” wird das Content für alle mögliche Geräte optimiert. Zuerst wird geplant, wie der Inhalt des Shops auf Handys, Tablets, kleinen und großen Monitoren dargestellt werden. Nach dem erfolgreichen Design und Implementierung von allen Versionen, wird der Onlineshop die Browsergröße erkennen und automatisch eine passende Seitenstuktur und entsprechendes Design dazu anbieten.

Vorteile:

  1. Online & Offline Umsatz steigt. Mit dem eigenen mobile­optimierten Onlineshop kriegen Sie Kunden, die mobile einkaufen, und Besucher in Ihrem Geschäft, die Sie über Handy gefunden haben.
  2. Alles in einem: es werden alle mögliche Betriebssysteme, Geräte und Browser (IE) ünterstützt: Smartphones, Tablets, iPods, Bildschirme in Autos, auf den Kühlschränke, Kameras mit Internetzugang und so weiter. Mit der Geschwindigkeit, mit welcher neue Geräte auf den Markt kommen, ist es ein wesentlicher Vorteil. Im Jahr 2013 werden zum Beispiel schon 8 neue Smartphone-­Modelle eingeführt.

Nachteile:

Die bestehende Struktur des Shops muss überdacht werden. Das Mobile­First Prinzip im Responsive Webdesign schreibt vor, dass das Shopkonzept und Inhalte des Onlineshops zuerst für die mobile Version erstellt werden. Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es eine gute Übung für Geschäftsführer / Produkt­Manager: inhaltliche Prioritäten zu setzen und sich auf die wichtigsten Sachen zu konzentrieren.

Für wen:

Responsive Webdesign ist für alle Webseiten gut, besonderes wichtig ist es aber für Onlinehändler aus dem Bereit Retail.

3. Eigene native App bauen

Dritter Weg, ihre Kunden auf mobilen Geräten zu treffen, ist eine eigene mobile Anwendung zu entwickeln. Diese Lösung passt aber nur für größeren Unternehmen, weil sie viel Entwicklungsressourcen benötigt. Außerdem wird Ihre mobile App nur dann benutzt, wenn die Marke schon bekannt ist: nur 21% von Smartphone­Benutzer laden die Apps von unbekannten Marken runter. (2) Über die Möglichkeiten und Technologien von native App­Entwicklung gibt es viel zu erzählen, wichtiger ist kennenzulernen, wie wir davon im M­obile-Commerce profitieren können:

Vorteile:

Die Zielgruppe ist immer im Griff. Lädt der User Ihre mobile Anwendung runter ­ wird er die weiterbenutzen. Sie haben eine Möglichkeit, aktuelle Nachrichte und Aktionen zu vermitteln. Native Apps sind ein gutes Mittel, wiederkehrende Kunden zu generieren.

Nachteile:

  1. Teuer. Einzelne Apps müssen für unterschiedliche Betriebssysteme gebaut werden. Die populärste Geräte im M­obile-Commerce in Deutschland sind iPad, iPhone und Android­Handys.
  2. Die Vermarktung der mobilen App benötigt viel Zeit.

Für wen:

Die native Anwendung ist vielleicht die beste Lösung für Reiseagenturen. Mit Push­Notifications kann man die potenziellen Kunden rechtzeitig erreichen, die Anzahl der wiederkehrenden Besucher ist hoch und die Zahlung ist bequem und sicher. Die Reise­-Branche hat übrigens die größte M­obile-Commerce Anteil: 17% von Smartphone Benutzer haben wenigstens einmal eine Reise über das Handy gebucht.

Fazit

Orientieren Sie sich auf passende Verkaufsstrategie für Ihre Branche, das Budget und Ziele.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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