Praxistipp: Online-Shops für Suchmaschinen optimieren
Die automatisierte Suchmaschinenoptimierung von Online-Shops ist für viele Verkäufer eine effiziente Marketingmaßnahme. Zum einen fallen keine volumenbasierten Kosten an, zum anderen finden Erstkunden den Weg in den Shop häufig über die Internet-Suche. Mit einer E-Commerce-Software, die Onpage-Optimierung beherrscht, überlassen Shopbetreiber nichts dem Zufall.
Viele Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung wirken meist Zeit verzögert. Das trifft vor allem dann zu, wenn ein Händler ein Massenprodukt verkauft. Bietet ein Verkäufer jedoch ein Nischenprodukt an, kann er mit einer speziellen Suchphrase schnell auf Platz eins in den Suchmaschinen gelistet werden. Doch egal ob Massen- oder Nischenprodukt, eine E-Commerce-Software sollte alle technischen Voraussetzungen erfüllen, um Shops für Suchmaschinen zu optimieren. Das ist jedoch nicht alles. Aussagekräftige Produkttexte, die der Shop-Betreiber selbst verfasst, sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung. Neue und bewährte technische und redaktionelle Maßnahmen erläutert der folgende Text.
Onpage- und Offpage-Optimierung
Suchmaschinenoptimierung umfasst insgesamt zwei Teile: einerseits die Onpage-, andererseits die Offpage-Optimierung. Erstere betrifft alle Maßnahmen, die sich auf der eigenen Seite durchführen lassen und für die der Online-Händler somit selbst verantwortlich ist. Die Offpage-Optimierung dagegen ist von der Struktur und dem Inhalt einer Seite unabhängig. Sie beinhaltet beispielsweise das Setzen von Backlinks auf andere Internetseiten.
Das optimale Zusammenspiel von Onpage und Offpage sorgt dafür, dass Shops bei der Suche dauerhaft in Top-Positionen erscheinen. Um dem Händler die Suchmaschinenoptimierung zu erleichtern, sollte ein Online-Shop die moderne Onpage-Optimierung beherrschen. Diese enthält unter anderem sprechende URL, Meta-Tags, Seitentitel, kanonische URL und Rich Snippets.
Sprechende URL
Suchmaschinen indizieren neben dem Seiteninhalt auch die URL, deshalb sollten Online-Shops Web-Adressen mit aussagekräftigem Text generieren. Ausdrucksstarke Adressen sind beispielsweise www.shopname.de/produkte/hemden. Sie erleichtern es Google und Co., die Webseite bestimmten Stichworten zuzuordnen. Der Shop generiert die Internet-Adresse wenigstens aus dem Produkttitel. Noch besser ist es natürlich, wenn er sprechende URL auch abhängig von Seitenstruktur und Produktkategorie erstellt.
Kanonische URL
Eine suchmaschinenoptimierte Seite präsentiert jeden Inhalt nur einmal. In Online-Shops erscheinen Inhalte, sprich Artikel, meist jedoch mehrfach. Das ist von vielen Shop-Betreibern so gewollt, denn sie stellen ihre Waren häufig in verschiedenen Kategorien aus. Um derartige Dopplungen zu kaschieren, nutzen Online-Shops kanonische URL. Dabei generieren sie für ein und das selbe Produkt unterschiedliche Web-Adressen, die auf die entsprechenden Kategorien verweisen. Realisieren lassen sich kanonische URL beispielsweise nach folgendem Prinzip: www.shopname.de/hauptkategorie/unterkategorie/artikelname.
Sind Produkte in verschiedenen Shop-Kategorien zu finden, lassen sich im Shop kanonische URL generieren. Sie verweisen über unterschiedliche Adressen auf ein und das selbe Produkt.
„nofollow“-Attribut und robots.txt
Shops sollten zudem das Link-Attribut „nofollow“ beherrschen. Es bezweckt, dass die Suchmaschinen bestimmte Links – etwa in Kommentaren oder Produktbeschreibungen – nicht weiter verfolgen. Darüber hinaus verwaltet der Shop eine robots.txt-Datei. Sie gibt der Suchmaschine Hinweise, welche Verzeichnisse sie indizieren soll und welche nicht, um unerwünschte Suchergebnisse zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem die AGB des Shops, das Admin-Login-Interface und der Kundenbereich, denn der Fokus sollte bei der Suche einzig und allein auf den Produkten liegen.
Rich Snippets
Auch die Funktion Rich-Snippets sollten Online-Shops berücksichtigen. Google präsentierte das Format vor wenigen Monaten. Unterstützt der Shop die Ausgabe von Produktinformationen im Mikroformat, beachten Suchmaschinen diese bei der Ergebnispräsentation und zeigen zusätzlich beispielsweise Preisklasse oder Kundenzufriedenheit an. Auf einen Blick sehen Online-Käufer so bereits auf der Google-Suchseite, welche Erfahrungen andere Nutzer mit dem Produkt gesammelt haben.

Beherrscht ein Shop Rich Snippets, zeigt Google Produktbewertungen und Preisklasse
schon in den Suchergebnissen an
Meta-Elemente
Suchmaschinen durchforsten neben dem sichtbaren Teil der Webseite, auch Meta-Elemente, die im Dokumentenkopf stehen. Die für den Internet-Surfer „unsichtbaren“ Komponenten enthalten beispielsweise Schlüsselwörter, Seitenbeschreibungen oder Zeichenkodierungen. Die Shop-Software generiert die Meta-Angaben automatisiert und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, diese manuell anzupassen. Das Gleiche gilt für den Seitentitel, der von Suchmaschinen ausgelesen und in den Suchergebnissen angezeigt werden kann.
Texte gliedern
Nicht nur sprechende URL, Meta-Attribute und Navigationsbäume sorgen für eine suchmaschinenoptimierte Webseite. Auch Inhaltsauszeichnungen tragen ihren Teil zur Optimierung bei. Google und Co. überfliegen die HTML der Seiten und schließen über die Art der Auszeichnung auf den Inhalt zurück. Aus diesem Grund beachten optimierte Shops die Gewichtung von Überschriften, Absätzen und Listen. Gliederungen sollten auch deshalb selbstverständlich sein, da sie Texte nicht nur für Suchmaschinen sondern auch für Internet-Surfern lesbarer machen.
Texte verfassen
Es sind jedoch nicht nur die genannten technischen Maßnahmen umzusetzen, um einen Shop für Suchmaschinen zu optimieren. Auch das Verfassen lesbarer Produkttexte gehört hier dazu. Folgende sieben Regeln sollten Online-Händler dabei berücksichtigen:
- Aussagekräftige Überschriften texten: Sie enthalten wichtige Worte des Artikels und sind syntaktisch ausgezeichnet
- Werbung als Text auszeichnen und gegebenenfalls optisch anpassen
- Abkürzungen vermeiden
- Pronomen vermeiden, stattdessen Synonyme verwenden
- Im Linktext beschreiben, was sich hinter dem Link verbirgt,dabei Stichwörter der Zielseite verwenden.
- Niemals Wörter wie „hier“ oder „klick“ verlinken
- Viele Suchphrasen bilden, sie bestehen aus zwei bis drei Stichworten. Die relevanten Phrasen sollten zudem vorwärts und rückwärts im Text vorkommen.
Intelligent präsentieren und navigieren
Der Erfolg eines Online-Shops ist das Zusammenspiel vieler Faktoren. Dazu gehören professionelle Warenpräsentation, intelligente Navigation und auch verschiedene Bezahlmethoden. Gut durchdachte Suchmaschinenoptimierung ist ein weiterer wichtiger Baustein. Sie beinhaltet einerseits technische Maßnahmen, wie das Verwenden von Rich Snippets oder kanonischen URL. Andererseits ist auch der Shop-Betreiber gefragt, der suchmaschinenoptimierte Texte verfasst. Beachtet der Online-Händler die hier genannten Regeln konsequent, erfüllt sein Shop alle Voraussetzungen der Onpage-Optimierung.
ist Vorstandsvorsitzender der OXID eSales AG sowie Lehrbeauftragter für eBusiness, Mitglied des Beirats der Fakultät für Digitale Medien sowie des Kuratoriums der Fachhochschule Furtwangen. OXID eSales ist einer der führenden Hersteller von E-Commerce Software. Mit OXID eShop bietet das Unternehmen eine modulare und skalierbare Internet-Shopping-Software.












Wenn ich die Begriffe “Massenprodukt” und “Nischenprodukt” lese, frage ich mich jedesmal enreut, wann denn ein Nischenprodukt zu einem Massenprodukt bzw. vice versa.
Gibt es da eine bestimmte Zahl, oder wonach wird da unterschieden?
Hi,
hier im SEO Kontext, würde ich das Massenprodukt als hat umkämpftes Produkt ansehen, was sehr viele Konkurrenten anbieten.
Die “Toilettentrennwand” bringt so z.B. gerade mal 7750 Suchtreffer (http://www.google.com/search?q=Toilettentrennwand)
wohingegen das “Schnurlostelefon” (http://www.google.com/search?q=schnurlostelefon) es auf 629000 Suchtreffer bringt.
Aber kann kann seine SEO-Nische auch in seinem MassenProdukte Shop finden. Betreibt man z.B. einen Geschenkeshop (18,9Mio Treffer für “Geschenke”) ist es als newcomer sehr unrealistisch mit “Geschenke” zeitnah auf einen der vorderen Plätze zu landen. Hier ist nur zu empfehlen, sich auf einzele Produkte oder klar definierte Kategorien zu spezialisieren und daraufhin zu optimieren.
Eine Quantifizierung würde ich persönlich über das SEM angehen und so über Adwords die Konkurrenz ausloten. Ist die Gewinnspanne zu niedrig bei einem Produkt, so dass der ROI mit einer angenommenen Konversionrate von 1% unter 10% sinkt (nur um mal Zahlen zu nennen), so würde ich das Produkt zum Massenprodukt erklären (natürlich angenommen man hat Markt-Durchschnittspreise).
Interessant zu Nischen finde ich:
http://www.nischenfaktor.de/frames/f_studie_nische_typen.htm
http://www.nischenfaktor.de/frames/f_studie_phasen.htm
Viele Grüße
Lars
Informativer Artikel mit einigen guten Tipps! Vielen Dank dafür!
…zum Thema:
“Suchmaschinen indizieren neben dem Seiteninhalt auch die URL”
…gibt es einen interessanten Artikel von Google Webmaster-Zentrale, der diese Aussage ein wenig relativiert:
http://googlewebmastercentral-de.blogspot.com/2008/09/alles-ueber-dynamische-urls.html
Ich halte die Aussage, dass eine sprechende URL das Ranking verbessert, für eine urban legend, die sich im Netz sehr verbreitet hat. Möglicherweise haben früher einige Suchmaschinen tatsächlich statisch anmutende Seiten mit Keywords innerhalb der URLs besser bewertet, aber diese Zeiten sind seit der Verbreitung datenbankgestützter Systeme lange vorbei. Die Rankingergebnisse liessen sich sonst zu leicht mit dieser Maßnahme manipulieren.
Allerdings ist eine sprechende URL für die Kommunikation mit Kunden von Vorteil.
Thorsten
Immer wieder intereassant zu lesen. Gerade das mit den “rich snippets” war mir gänzlich neu, werde mal sehen, ob/wie ich das in Zukunft einsetzen kann.
Wie weit man “nofollow” einsetzen sollte, scheint es unterschiedliche Meinungen zu geben.
Interessant wäre für mich, Eure Meinung zu hören, ob man eine flache oder tiefe URL Struktur vorziehen sollte; also domain/produkt oder domain/kategorie/produkt
Sehr interessante Webseite auf die ich gestoßen bin, hier sind sehr gute Tipps.
Vielen Dank !!!
Hallo,
sehr informativ, aber manchmal ist es eben nicht so einfach,
alles so umzusetzen.
Viele Kollegen, die einen Onlineshop betreiben, sind Kaufleute!
Die wissen alles über ihre Produkte, aber nichts über SEO.
Und die hohen Preise sind am Anfang auch für so manchen ein Problem…
Ich finde es gibt viele Anfänger im Online-Business, und die meisten sind,
wenn sie nicht gerade einen Bekannten haben, schlichtweg überfordert.
Sie versthen einfach nicht, worum es hier geht.
da muss man sich eben professioneller Hilfe bedienen.
Mit dem Marketing geht es dann weiter…
Deshalb versuche ich, möglichst einfach meinen Kunden alles zu erklären.
da ist es schön, wenn man hier selber etwas lernen kann.
http://www.blog.ranking-topper.de
Gruss
Bernd Kracht
Bernd da hast du genau auf den Punkt getroffen, so ist es SEO ist einigen Kaufleuten zu kompliziert, selbst ab und zu für mich selber .
Toller Beitrag, von dem ich eine Menge mitnehmen kann, und ich stimme dem vorletzten Kommentator zu!