Es wird viel über sogenannte „Conversion Killer“ gesprochen, doch oftmals steckt der Teufel im Detail. Linda Bustos vom kanadischen eCommerce-Blog Get Elastic hat sich einmal angeschaut, wie PayPal beim Checkout die Conversion maßgeblich beeinträchtigen kann. Info: Dieser Artikel ist der erste, der im Rahmen einer Kooperation mit Get Elastic ins Deutsche übersetzt wurde. Wir hoffen, dadurch einen Einblick in den nordamerikanischen eCommerce-Bereich geben zu können und zu zeigen was die Kollegen dort im Online-Handel beschäftigt. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen dieses und folgender Artikel.

Schauen Sie sich folgenden Screenshot an. Können Sie die zwei Conversion Killer erkennen?

Die Zeit ist Um? Hinweis gefällig?

Das Styling des Warenkorb-Buttons

Von den fünf Call-To-Action Buttons, ist die Checkout-Schaltfläche der kleinste. PayPal und Google Checkout sind zudem in der unteren rechten Ecke platziert (eigentlich die konventionelle Platzierung für Kasse- oder Weiter-Buttons). Außerdem sind sie größer und visuell abgesetzt platziert. Der arme Checkout-Button ist hingegen im gleichen Stil wie die übrigen, eigentlich zweitrangigen Call-To-Action Buttons, “Get estimate” und “Continue shopping”, designed. Ein absolutes No-Go!

Die alternative Zahlungsoptionen erscheinen somit auf den ersten Blick so, als wären sie die einzige Möglichkeit, den Kauf abzuschließen. Da jedoch viele Kunden mit Kreditkarte bezahlen möchten, könnte das viele gescheiterte Verkäufe bzw. verlorene Kunden bedeuten.

Der PayPal-Slogan

Es ist entscheidend, während des Checkouts gegenüber dem Kunden das Thema Sicherheit zu kommunizieren, um ihnen eine ihrer Haupt-Ängste beim Online-Shopping zu nehmen. Dieser Online-Händler hat jedoch keinen „Secure Checkout“- oder ein entsprechenden Hinweis, um Sicherheit zu vermitteln. Als bekannte Marke (Top 500 Internet Retailer) überwindet daher vielleicht der gute Ruf Angst, Unsicherheit und Zweifel (kurz: FUD – fear, uncertainty, doubt). Der PayPal-Slogan “The safer, easier way to pay” kann die wahrgenommene Sicherheit der Seite jedoch untergraben und darauf hindeuten, das PayPal sicherer ist, als ein normaler Checkout. Oder anders gesagt: Die Bezahlung per Kreditkarte würde ein Risiko bedeuten.

Ich könnte noch einige Beispiele von Online-Händler aufführen, die den gleichen Design-Fehler gemacht haben, stattdessen zeige ich Ihnen lieber zwei, die es richtig machen.

Beispiel A ist eBags. Der Checkout-Button ist groß gestaltet, alternative Bezahlmethoden werden darunter einzeln aufgeführt. eBags wählte zudem den PayPal-Button ohne Slogan (auch wenn ich die horizontale Linie anpassen würde..).

Beispiel B ist Alibris. Anstelle eines Warenkorb-Buttons, werden sogenannte Radio-Buttons verwendet, die PayPal und Kreditkarten-Optionen klar getrennt anzeigen.

Was der bessere Ansatz ist, wäre eine gute Frage für einen A/B-Test.

Ist es denn immer falsch, den PayPal-Button mit dem entsprechenden Slogan zu verwenden? Wenn man nur PayPal anbietet, ist es eine gute Wertschöpfung. In diesem Fall können Sie ihn auch weiterhin einsetzen.

(Follow me on Twitter) ist Director of Ecommerce Research bei Elastic Path Software, einem führenden Anbieter für eCommerce Lösungen, Software, Medien, Telekommunikation, Online-Diensten und Online-Händler. Linda schreibt den Get Elastic eCommerce Blog und hat vor kurzem Ihre eigene Schmucklinie unter dem Namen Robin Hood Couture herausgebracht.

  • http://www.twitter.com/Glemnitz Ulrich Glemnitz

    Gratulation zur Kooperation mit Get Elastic, einem absoluten eCommerce-Pflicht-Blog :-)

  • http://www.conpark.de Alexander Köhler

    Vielen Dank! ;-)

  • http://mizine.de Viktor

    hm, mag ja sein, aber ohne PayPal hättest Du definitiv weniger Conversion als mit!!!

  • http://mediamilkshake.eu/ Michael Karl

    Wer sich mit der Usability von Onlineshops beschäftigt wird auf das gleiche Ergebnis kommen. Seitdem viel mehr Onlineshops auch den Paypal Express Button integrieren ist die Problematik noch größer.
    Glückwunsch zur Kooperation!

  • http://www.holz-metall.info/ Sven

    Belastbare Fakten fehlen aber – ob Beispiel 1 weniger Umsatz generiert oder nur mehr Leute auf Paypal lenkt bleibt offen. Wirkliche Aussagekraft hätte lediglich ein direkter Vergleich. So bleibt es bei der reinen Bewertung der Optik.

    Letztendlich ist es wichtig 4-5 Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, um den Kunden frei wählen zu lassen.

  • Christian

    Wir bieten dem Kunden auch einen Zwischenschritt für die Zahlungsweise (Rechnung, Vorkasse, Kreditkarte, PayPal) an, sodass am Ende des Bestellprozesses nur ein „Bestellen“-Button steht / stehen muss.

  • http://twitter.com/#!/shop_lupi Linda

    Ich bin der selben Meinung wie Sven.

    #

    PS. Soo blöd sind die User (die ja gerne die Schuldigen sind) auch nicht :-D

  • http://www.kleinanzeigen-remscheid.com Kleinanzeigen Remscheid

    logos bzw. bilder haben doch eh immer eine erhöhte Aufmerksamkeit und wenn man als User das weiß, dann durchschaut man schnell auch die Seiten und ckick nicht als erstes auf die bunten bekannten Bildchen

Online-Marketing

3 Growth Hacks für Online-Shops: Jetzt ausprobieren!

Hendrik Lennarz •

Recht

E-Commerce-Recht – Rückblick auf den November 2014

Rolf Albrecht •