Facebook ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr weg zu denken. Die Nutzerzahlen steigen rasant. Grund genug, auch als Shopbetreiber ein Auge auf das Netzwerk zu werfen. Viele tuen das bereits: Die Fachwelt spricht vom neuen „F-Commerce“. Ohne das Social Network verlassen zu müssen, können Nutzer online einkaufen, die Erwartungen zum Absatz von Produkten über Facebook sind entsprechend groß.

Mag die Einbindung von Shops inzwischen über verschiedene Anbieter möglich sein, so herrscht über die rechtlichen Anforderungen, die an Facebook-Shops zu stellen sind, zum Teil Unwissenheit.

Wir haben dies zum Anlass genommen, mit Herrn Andreas Arlt (seit über 20 Jahren selbstständiger Rechtsanwalt mit langjährige Erfahrungen im Bereich Fernabsatz- und Wettbewerbsrecht und Vorstandsvorsitzender des Händlerbundes) über dieses Thema zu sprechen. Ein Hinweisblatt zum Thema „Einrichtung von Facebook-Shops“ in Hinblick auf die rechtlichen Grundlagen finden Sie am Ende des Artikels.Herr Arlt, Facebook-Shops scheinen auf dem Vormarsch, spüren Sie das auch bei Ihren Mitgliedern?

Wir merken, dass das Thema Facebook immer mehr an Bedeutung gewinnt. In diesem Zusammenhang erhalten wir vermehrt Anfragen in Bezug auf die rechtlichen Anforderungen an einen Facebook-Shop. Unsere Mitglieder wollen ihre Shops seriös betreiben und natürlich auch Abmahnungen vermeiden.

Und was antworten Sie Ihnen?

Mit dem Facebook-Shop ändern sich nicht die bereits bestehenden Gesetze (lacht). Dass heißt, wer bei Facebook handeln möchte muss auch sicherstellen, dass die erforderlichen Informationen bei Fernabsatzverträgen zur Verfügung gestellt werden. Wie bei jedem anderen Shop müssen z.B. Impressum, Datenschutz, Widerrufsrecht, AGB sowie Zahlungs- und Lieferbedingen aufrufbar sein. Auch alle weiteren Vorschriften, die im Online-Geschäft gelten, müssen eingehalten werden.

Können Sie das an einem Bespiel näher erklären?

Natürlich, ein gutes Beispiel sind korrekte Preisangaben. Am Artikelpreis muss deutlich gemacht werden, dass alle Preisbestandteile wie die Mehrwertsteuer im Preis enthalten sind und dass Versandkosten, soweit erhoben, hinzukommen (z.B. „ 39,90 €, inkl. MwSt., zzgl. Versand“).Auch beim Facebook-Shop sollte dass Wort „Versand“ mit einem Link zur Seite „Zahlung und Lieferung“ hinterlegt sein, welche die konkreten Versandkosten enthält.

Nicht zuletzt sind auch im Facebook-Shop korrekte Grundpreisangaben erforderlich, wenn nach der Preisangabenverordnung vorgeschrieben.

AGB’s sind auch immer wieder ein Thema – nötig oder unnötig? Was meinen Sie?

Grundsätzlich ist der Händler nicht verpflichtet, AGB´s zu verwenden. Allerdings ist es naheliegend, die bei Fernabsatzverträgen vorgeschriebenen Informationspflichten in Allgemeine Geschäftsbedingungen einzubinden. Einzelne Regelungen sind allerdings unbedingt erforderlich, wenn zum Beispiel der Händler im Falle der Ausübung des Widerrufsrechtes dem Käufer die Rücksendekosten bei Sachen mit einem Wert bis 40 € auferlegen will.

Abschließend Ihre Meinung zum neuen Trend Facebook-Shops – Fluch oder Segen für den Onlinehändler?

Ich denke, dass Händler über Facebook-Shops eine durchaus gute Möglichkeit zum weiteren Vertrieb ihrer Produkte erschließen können. Dabei muss natürlich auch immer der finanzielle Aspekt berücksichtigt werden, denn einen Facebook-Shop gibt es nicht um sonst. Wie der Markt diese „Neuerung“ annehmen wird, kann ich nicht beurteilen. In jedem Fall sollte jeder Händler sicherstellen, dass alle rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt werden. Wir helfen dabei gern!

Vielen Dank für das Gespräch!

Shopgate – Mobile Shopping Leader

leitet das Product Management beim führenden Mobile Commerce Anbieter Shopgate. Vorher war Alexander Köhler viele Jahre Geschäftsführer der eCommerce-Agentur Conpark. Er beschäftigt sich vorrangig mit Trends und neuen Geschäftsmodellen im eCommerce, allem voran Mobile Commerce. Alexander Köhler ist zudem Mitgründer und -herausgeber der eCommerce Lounge.

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