Retourenmanagement – Nur ein Ärgernis oder auch Chance im E-Commerce?

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camato. Die neue Waffe im E-Commerce

Das beginnt damit, dass der Kunde den Menüpunkt Retour in der Shop-Navigation leicht finden kann. So wird von Anfang an der Eindruck vermieden, der Händler möchte dem Kunden eine Rücksendung mit einem versteckten Menüpunkt so schwer wie möglich machen. Auch sollte der Kunde über Eingabefelder die Möglichkeit haben, in einen Dialog mit dem Händler einzutreten und die Gründe für seine Retoure angeben können. Der Versender sollte dann auf dem gleichen Wege den weiteren Ablauf mit dem Kunden vereinbaren. So fühlt sich der Kunde respektiert und gut betreut. Schließlich sollte dem Kunden im Shop natürlich die Möglichkeit gegeben werden, die entsprechenden Vorgänge bequem und unkompliziert einzuleiten, also zum Beispiel einen Abholschein starten zu können.

Im Sinne der erwähnten Kundenbindung ist auch die Einrichtung einer Befragung zur Zufriedenheit mit dem Retourenmanagement empfehlenswert.

Die Shop-Software muss dazu in der Lage sein, über alle angebotenen Funktionalitäten nahtlos mit der Software im Backoffice – also der Warenwirtschaft – kommunizieren zu können. Der Shop-Kunde muss angeben können, welche Warensendung oder welchen Artikel er wann und warum retournieren möchte. Gleichzeitig müssen die entsprechenden Auswirkungen auf die dazugehörigen Rechnungen automatisch ausgelöst werden. Die Software der Warenwirtschaft muss diese Eingaben des Kunden vollautomatisch in die entsprechenden Aktivitäten und Transaktionen umsetzen. Hierzu zählen unter anderem der Umtausch mit einer entsprechenden Ersatzlieferung, eine Zahlungserstattung, die Erstellung einer Gutschrift oder die Einleitung einer Reparatur-Abwicklung.

Auch in diesem Zusammenhang hat wieder die Kommunikation mit dem Kunden einen hohen Stellenwert. Diese sollte vorzugsweise per E-Mail erfolgen, da diese Kommunikationsform sowohl für den Kunden als auch den Händler gleichermaßen schnell wie auch kostengünstig ist.

Versandhandelslösungen müssen sich konsequent am Kriterium Kundenzufriedenheit einerseits und größtmöglicher Wirtschaftlichkeit der Abläufe für den Händler andererseits orientieren. Die Software muss Retouren mit den genannten Funktionalitäten schnell, unbürokratisch und kostengünstig abwickeln. Zusätzlich sollten zum Beispiel auch Rückholscheine – meist für Sperrgut – erstellt werden können. Dies muss je nach Channel sowohl per Button im Shop, über ein Call Center oder den Logistikdienstleister initiiert werden können. Bei einer erforderlichen Reparatur sollten moderne Softwarelösungen im Sinne einer größtmöglichen Wirtschaftlichkeit und schnellen Bearbeitung der Reklamation automatisch die Verbindungen zum Lieferanten öffnen und die entsprechenden Vorgänge auslösen.

Ein im beschriebenen Sinne effizientes, schnelles und vollautomatisiertes Retourenmanagement erfüllt allerdings dann das Kriterium der Kundenorientierung nur unvollständig, wenn für den Kunden nicht volle Transparenz gegeben ist. Ein Kunde, der sich über den aktuellen Status seiner Reklamation nicht jederzeit online erkundigen kann, wird mit größter Wahrscheinlich ein unzufriedener Kunde. Daher muss eine kundenorientierte Versandhandelssoftware vor allem sicher stellen, dass alle Schritte im Shop jederzeit einsehbar sind und somit volle Transparenz über den jeweils aktuellen Status der Retoure für den Kunden gegeben ist. Der Kunde dankt dies mit Treue.

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Peter Hartmann ist Vorsitzender des Vorstandes der SPH AG. Die SPH AG wurde 1975 als Softwarehaus Peter Hartmann GmbH in Stuttgart gegründet und hat sich seit über 33 Jahren auf das Direkt-Marketing und den Versandhandel spezialisiert. Neben der Entwicklung von leistungsfähiger Software gehört die ganzheitliche IT-Beratung in allen Bereichen des Direkt-Marketing zu den Kernkompetenzen des Unternehmens.

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Reaktionen Kommentare als RSS

  1. Michael Wiechert 18. Juli 2011 um 09:52 Uhr

    Keine Frage – der Versandhandel ist in Deutschland deshalb so stark geworden, weil die Retoure von nicht-gefallenden Artikeln meist einfach und unkompliziert ist.

    Dabei wird leider oft vergessen, dass sowas für den Kunden eine emotionale Stress-Situation ist. Normalerweise freut sich der Kunden im Distanzhandel über seinen Kauf gleich doppelt:

    Zum ersten beim Bestellen und dann zum zweiten wenn das Paket ankommt und er es auspackt. (Ist ein wesentlicher Unterschied zum stationären Einzelhandel). Umso enttäuschter ist der Kunde meist, wenn ein Teil nicht passt, nicht gefällt oder nicht mitgeliefert wird und umso wichtiger ist dann ein professionelles Agieren oder nach Möglichkeit pro-aktives Informieren des Versenders und dies geht nur mit professioneller Software – die aber auch richtig bedient werden und gepflegt werden will.

    Ob Kommunikation dann wirklich “am besten” per Email erfolgen soll, würde ich aber zumindest teilweise hinterfragen wollen. Oft will der Kunde eine Frage JETZT klären und nicht – emotional belastet und sich über den Kauf ärgend – eine – oftmals auch noch unzureichende oder nur aus nicht-passenden Textbausteinen bestehende – Antwort nach Stunden oder gar erst Tagen per Email-Ticket erhalten. Auch Detailfragen lassen sich sicherlich oft besser am Telefon klären, so man für kompetente Mitarbeiter am Telefon sorgen kann.

    Und bzgl Erfassung der Zufriedenheit mit dem Retourenmanagement: Nunja, dies ist so ähnlich wie mit den Retourengründen. Eine meiner ersten Aufgaben als ich vor über 10 Jahren im Versandhandel angefangen habe (wir haben dort mit SPH gearbeitet) war genau die Auswertung der Retourengründe die der Kunde ankreuzen konnte: Bei weit über 50% “ohne Grund / sonstiges” war der Erkenntnisgewinn wohl eher marginal…

  2. Andreas 21. Juli 2011 um 22:08 Uhr

    Ich denke retouren sind eine große Chance um sich auch im Service NACHHALTIG zu beweisen.
    So merkt sich der Kunde auch eher eine Anlaufstelle für seinen nächsten Bedarf der Artikel, die von dem Shop geführt werden.

    Gruß
    Andreas

  3. Take me to auction » Links der Woche: Retouren als Chance, TV-Commerce, Tipps & Tricks für Google+, Facebook Fallstudien 22. Juli 2011 um 08:58 Uhr

    [...] kann man Retouren nicht, aber man sollte sie wenigstens als Chance zur Kundenbindung nutzen: Retourenmanagement – Nur ein Ärgernis oder auch Chance im E-Commerce? Via: [...]

  4. Viola 19. Februar 2013 um 15:08 Uhr

    Wichtig ist vor allem ein zielgerichteter Umgang mit Retouren. Zwar stellt Retourenmanagement eine Chance zur Kundenbindung dar, zugleich sollten sich Händler aber Gedanken zu einer Reduzierung der Retourenquote machen – z.B. in Punkte Zahlungsbedingungen. So hat z.B. Vorkasse eine niedrigere Retourenquote als andere Zahlungsmodalitäten. Dabei muss aber genau überlegt werden, was den Kunden zugemutet werden kann, ohne dass diese zur Konkurrenz abwandern. Wichtig sind auch korrekte Lieferungen – auch hierbei können – wie im Artikel erwähnt – automatisierte Prozesse in Warenwirtschaftssystemen udgl. beitragen.

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