Facebook kann soviel mehr als nur Plattform der Kommunikation sein. Dr. Björn Schäfers, Geschäftsführer bei smatch.com, plauderte auf der ECOM 2011 in Berlin aus dem Nähkästchen und gab uns seine Einschätzung zum Buzz-Thema Facebook Credits. Zudem wagte er einen Ausblick auf das, was Facebook seiner Ansicht nach in Zukunft noch leisten wird.Herr Dr. Schäfers, was sollte man beachten, wenn man Produkte über Facebook vertreibt?

Unternehmen sollten idealerweise vorher schon erste Erfahrungen mit Facebook bzw. mit Usern sozialer Netzwerke gesammelt haben. Für das Thema Shopping würde ich dann zum Start zu einfachen, kostengünstigen Lösungen raten, um auch hier erst einmal zu lernen. So machen es auch jene Händler, die unsere „Facebook Storefront“ einsetzen. Denn man darf insgesamt nicht vergessen, dass auch die Konsumenten erst beginnen, Facebook in all seinen Facetten Schritt für Schritt kennen zu lernen.

Zalando, QVC, Butlers und andere benutzen bereits Ihre Facebook App. Wie ist bisher das Feedback der Partner?

Durchweg positiv. Vor allem weil Händler in aller Regel messbar höhere Kaufwahrscheinlichkeiten realisieren, wenn der Kunde über eine Facebook Empfehlung kommt. Wir stehen aber natürlich gerade erst am Anfang einer Entwicklung. Shopping-Applikationen in Verbindung mit Facebook müssen sich in der breiten Masse erst noch etablieren.

Wird man in Zukunft nur noch mit Facebook Credits zahlen können, wenn man in einem Facebook Shop einkauft?

Kurzfristig nicht, aber mittel- bis langfristig nicht auszuschließen. Und Facebook hat keine schlechte Ausgangssituation: Ab dem 1.7. ist es zunächst einmal das Pflicht-Zahlungsmittel für alle Social Games innerhalb von Facebook, wie zum Beispiel Farmville. Aber dabei wird es nicht bleiben. Und Facebook wird „Credits“ mit Vorteilen verknüpfen, damit es mehr und mehr Händler integrieren. Ein Zahlungsmittel wie Facebook Credits hätte auch bei physischen Produkten den Vorteil, dass grenz- und währungsüberschreitender Handel einfacher möglich wird. Aber es wird sicher kein leichter Gang für Facebook, da andere Marktteilnehmer dies sicher gern verhindern würden.

Sie haben bereits erwähnt, dass eine Empfehlung über Facebook die Kaufentscheidung positiv beeinflusst. Wird dieser Faktor in der Zukunft noch entscheidender?

Ja! Bedürfnisweckung beziehungsweise Impulskäufe waren für den Handel immer schon ein wichtiger Faktor. In den letzten 15 Jahren E-Commerce jedoch kaum existent, da Online-Shops wie auch google fokussiert waren auf Bedarfsdeckung. Das wird jetzt anders und auch in Bezug auf diesen Punkt wird der Online-Handel dem Stationär-Handel jetzt ähnlicher.

Des Weiteren glaube ich, dass sich ein Expertentum innerhalb der sozialen Netzwerke entwickelt. Man kann dann zum Beispiel eine Frage zu einem Laufschuh stellen und als Suchergebnis werden „Experten“ aus dem Bekanntenkreis bzw. dem gesamten Netzwerk aufgelistet, die möglicherweise weiterhelfen können, wenn die Antwort nicht schon aufgelistet ist. Und dass diese Experten dann wiederum von großen Unternehmen umgarnt werden, ist abzusehen. Funktionen wie Facebook Questions werden helfen, sich einfach und schnell Meinungen zu bilden. Also ähnlich wie der Publikumsjoker oder der Telefonjoker bei „Wer wird Millionär“, um mal einen Vergleich zum guten alten Fernsehen heranzuziehen.

Über Dr. Björn Schäfers

Dr. Björn Schäfers ist seit 2007 Geschäftsführer bei smatch.com, einem Produktsuche-Portal in den Bereichen Mode, Wohnen und Lifestyle. Der promovierte Betriebswirtschaftler war 1998 bis 2000 für ricardo.de tätig und hat bereits einige Positionen bei der Otto Group durchlaufen.

Details zu den Inahlten der ECOM 2011 finden Sie im Artikel von Nadja Schon: Rückblick ECOM 2011

ist seit 2010 im Online Marketing tätig, betreut als Head of SEA bei der Second Elements GmbH & Co KG aus Hamburg vornehmlich mittelständische Kunden und ist für die strategische Ausrichtung dieses Bereichs genau so zuständig wie für Marketing und Vertrieb.

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