5 E-Commerce Strategien für den Media Markt Online-Shop

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Worüber sich Media Markt klar werden sollte

Das was Media Markt jetzt mit Multichannel bezeichnet, kommt 5 Jahre zu spät. Sorry – aber das ist noch nicht das Schlimmste. Der Haken ist – der Konzern hat 5 Jahre verloren, um von seinen Kunden zu lernen und seine Strategie zu optimieren.

Um jetzt schnell wieder Boden gut zu machen, muss das Online Marketing professionalisiert und E- Commerce perfekt mit den anderen Vertriebskanälen verzahnt werden. Das bedeutet – weg von der simplen (und viel zu teuren) Displaywerbung auf Stern.de (nur ein Beispiel) – hin zu einem kompletten Portfolio von abgestimmten Online Marketing Maßnahmen.

Moderner Multichannel startet nicht im Online-Shop oder in der Filiale oder im Prospekt.

Er beginnt für Unternehmen – strategisch – bereits an dem Punkt, an dem der Kunde noch kein Kunde ist, sondern sich gerade erst zu informieren (Informationsphase) beginnt. Egal ob im Internet oder lokal vor Ort.

Im stationären Handel hat Media Markt mit 244 Märkten bereits eine starke Präsenz erreicht. Im Internet ist diese praktisch nicht vorhanden. Mit welchen Maßnahmen versucht Media Markt seine Online Präsenz zu verbessern? Auf Dauer mit TV & Printwerbung – sicher der falsche Weg.

In der Informationsphase ist somit schon die erste Lücke in der Media Markt Strategie zu erkennen. Die Mängel im Online-Shop belegen dies im übrigen. Die SEO und Usability Fehler wären sonst so nicht entstanden.

Die Präsenz während der Informationsphase ist an dieser Stelle exemplarisch genannt. Die Anforderung, der Media Markt gerecht werden muß, könnte man in einem Satz zusammenfassen.

„Multichannel bedeutet in jeder Phase des Kaufprozesses, an jedem Touchpoint über jeden Kanal beim Kunden präsent zu sein und Bestellung, Lieferung und Reklamation wahlfrei und ohne Einschränkungen beim Komfort zu ermöglichen.“

Wie muss sich Media Markt strategisch positionieren um Erfolg zu haben?

Wir wissen nun, dass der Online Shop kein großer Wurf war und so auch keiner wird. Die Positionierung im Multichannel und damit die Verzahnung von Online und Offline scheinen eher unfertig zu sein. Die eingangs erwähnten Mängel nur zu beseitigen ist ebenfalls keine Lösung.

Welche Möglichkeiten hat ein Unternehmen wie Media Markt überhaupt noch, um online erfolgreich zu werden? Die folgenden 5 Strategien zeigen die Marschrichtung. Für kleinere Händler oder Newcomer sicher nicht in kurzer Zeit möglich – für einen Konzern aber eher die Pflicht als die Kür:

1. Aus Online-Shop wird E-Commerce Plattform

Aus dem Online-Shop muss eine E-Commerce Plattform werden, die zusammen mit den stationären Märkten echten Multichannel Wirklichkeit werden läßt. Besucher – egal in welchem Kanal – müssen das spüren und erleben können.

Der Online-Shop darf durchaus ein größeres Sortiment führen. Genau wie auch in jedem Markt exklusive Ware sein sollte. Darüber werden sich vereinzelt Kunden beschweren, für die Mehrheit wird es aber der Grund sein, beide Kanäle zu nutzen. Serviceangebote, Kundenbewertungen, Kommentare von Media Markt Mitarbeitern bei den Artikeln und viele weitere Features ermöglichen es, aus dem Online-Shop eine E-Commerce Plattform zu machen.

Versandkosten und Zahlungsarten sind selbst für unerfahrene Besucher leicht vergleichbar. Deshalb gilt: Nicht mehr die Abholmöglichkeit im Markt als Ausrede verwenden, sondern Versandkosten senken und Zahlungsarten deutlich ausbauen. Jede Stärke und jeder USP des Wettbewerbs muss erkannt und durch das eigene Angebot mindestens ausgeglichen werden.

2. Professionalität bei der Auswahl der Werbekanäle

Das Marketing muss in allen Kanälen professionell miteinander verknüpft werden. Dies sind im wesentlichen TV, Print, Online (Suchmaschinen, Social & Co.) und Mobile. Die Präsenz in jeder Phase des Kaufprozesses ist dabei obligatorisch. Die Budgets müssen intelligent aufgeteilt werden (Stichwort Customer Journey). Die aktuelle TV und Radio Kampagne zur Eröffnung des 08/15 Online-Shops ist so nicht angebracht. Die über teure Werbung angelockten Besucher werden enttäuscht und kommen nicht wieder.

3. Positives Image aufbauen, begeisterte Fans schaffen

Integration von Social Media in alle Werbe- und Vertriebskanäle. Aggressiv und zielgerichtet eine Facebook Fanpage bewerben. Auf der Fanpage für Spaß, Unterhaltung und Information sorgen – keine Produktwerbung. Dafür genau planen, was wann durchgeführt wird um die Fanbasis schnell auf >500K zu bringen. Spielraum für spontane Aktionen einplanen.

Social Media nicht als Kundenservice sehen. Keine Serviceanfragen abarbeiten; dieser Kanal dient zur Unterhaltung der Kunden! Serviceanfragen an Call-Center o.ä. weiterleiten. Zusätzlich gilt es die PR Arbeit zu überarbeiten – die entsprechenden Medien müssen durch positive Berichterstattung den E-Commerce Auftritt begleiten.

4. Content ist King

So abgedroschen es klingt – es ist immer noch korrekt. Der aktuelle Shop hat zwar keine großen weißen Flächen. Bietet jedoch trotzdem nahezu keinen wertvollen Content.

Das bedeutet das dreispaltige Layout aufbrechen. Die Breite dynamisch der Bildschirmauflösung anpassen. Produktbeschreibung selbst oder über den Hersteller erstellen lassen, dabei die Vorteile und den Mehrwert der Artikel herausarbeiten. Weg von der reinen tabellarischen Darstellung der Produktmerkmale. Durch eine professionelle Suche den Content auffindbar machen.

5. Multichannel erlebbar machen

Der Kunde bestimmt welchen Kanal er für Bestellung oder Service nutzt. Hürden, die den Kunden in einen bestimmten Kanal drängen (lokale Märkte) müssen verschwinden. Fehlende Touchpoints müssen ergänzt werden. Dazu gehört eine sofort sichtbare Kundenhotline, eine telefonische Bestellannahme und sogar noch das gute alte Telefax.

 

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Reaktionen Kommentare als RSS

  1. Kai 25. Januar 2012 um 13:55 Uhr

    Bei aller Kritik muss man auch bedenken, dass dieser Shop sich nahtlos in die IT-Infrastruktur und die Geschäftsprozesse eines Konzerns einfügen muss. Es ist halt nicht ein kleines Projekt für den eCommerce-Händler um die Ecke, sondern ein komplexes System aus Schnittstellen, Anbindungen und Restriktionen. Da bleibt oftmals eine nutzerorientierte Konzeption und Umsetzung auf der Strecke. Was sich an der Oberfläche äußert ist das Chaos dahinter.

    Ob ein MM-Onlineshop wirklich die erhofften Umsätze bringt, oder nicht doch den Filialen nachhaltig schadet? Wer weiß das schon. Wenn ich mich an die Besuche beim Mediamarkt erinnere, dann waren es meist Besuche im Kontext eines Einkaufstages. Es war das gute Gefühl stöbern zu können, Technik zu genießen und Schnäppchen zu entdecken. Und es war die heimliche Vergeltung für stundenlange Aufenthalte in weiblich besetzten Konsumtempeln.
    Das bietet mir kein MM-Onlineshop. – Warum ist niemand auf die Idee gekommen eine reale Umgebung zu schaffen in denen man sich informieren, entspannen und bequem digital konsumieren kann. Bei einem Kaffee und im Kreise von Gleichgesinnten.

    Natürlich sollte MM mehr Gewicht auf eine crossmediale Vermarktung setzen und ein durchgängiges emotionales Nutzungserlebnis schaffen – Aber das beginnt damit, dass man beginnt zu verstehen, was der MM für Kunden ist. Und was er nicht ist. Man hätte die Marke in den Märkten revolutionieren können. Eine Technik-Erlebnismarke.

  2. Alex (kassenzone.de) 27. Januar 2012 um 09:08 Uhr

    „Multichannel bedeutet in jeder Phase des Kaufprozesses, an jedem Touchpoint über jeden Kanal beim Kunden präsent zu sein und Bestellung, Lieferung und Reklamation wahlfrei und ohne Einschränkungen beim Komfort zu ermöglichen.“

    Das ist ja genau das Problem. Wenn man darauf optimiert, kann es mit dem Online Erfolg nichts werden. Siehe: http://www.kassenzone.de/2010/05/26/multichannel-erfolg-oder-mythos/

  3. Martin Schröder 30. Januar 2012 um 11:03 Uhr

    So ganz mag ich dem Tenor des Artikels nicht zustimmen. Das Schwerpunkt, wenn ich das richtig verstanden habe, soll auf der besseren Vermarktung und “Verzahnung” des Shops liegen. Aus meiner Sicht ist das so lange aus dem Fenster geworfenes Geld, so lange das Angebot (vor allem in der Breite) und die Usability einfach nicht stimmen. Bei mir im Kollegenkreis war der Media-Markt-Shop bereits Gesprächsthema in der Mittagspause, fast alle hatten schon einmal einen Blick “hinein” geworfen, und ausnahmslos alle waren enttäuscht über das extrem mickrige Angebot und die katastrophale Usability. Mit mehr und besserer Werbung wird man mehr Traffic erzeugen können, aber das nützt doch so lange nichts, wie der Shop die Erwartungen der teuer erkauften Besucher nicht erfüllt. Von einem Online-Media-Markt erwartet ich mindestens die gleiche Angebotsbreite wie im Offline-Markt bei verbesserter Auffindbarkeit und Vergleichbarkeit der Produkte als im realen Geschäft. Andere Online-Märkte bieten diese Breite und ausgefeilte Suchfunktionen, also gibt es für mich keinen Grund, mich mit dem bescheidenen Angebot des Media-Marktes zufrieden zu geben. Tolle Facebook-Unterhaltung hin oder her.

  4. Michael 30. Januar 2012 um 11:36 Uhr

    Ich verstehe es auch nicht – da der MM Einkäufer sich eh vor Ort beraten lassen und einkaufen. Sonst würden sie eh zu den günstigeren Preisen im Internet greifen? Sehe ich das falsch?

    • Findus Schauer 2. Februar 2012 um 10:22 Uhr

      Hallo,

      nein ich sehe das nicht so. Das Vertrauen, das der Kunde in seinen Händler vor Ort hat ist entscheidend. Den ersten Kauf tätigt er vielleicht tatsächlich vor Ort. Den zweiten dann aber im Internet – und zwar wieder bei seinem Händler. Er weiß ja, dass wenn etwas nicht stimmt, er gleich zu dem Händler gehen kann.
      Der Preis ist hier nicht so wichtig, wie das gute Gefühl einen Ansprechpartner zu haben, wenn man einen braucht.

  5. J. Suer 30. Januar 2012 um 14:23 Uhr

    Die Media Markt Website hatte schon vor der Shopintegration eine furchtbare Usability. Was sie jetzt mit ihrem Shop machen, ist einfach nur konsequent…

  6. carpathia: e-business // e-commerce.blog » Media Markts Hilfeschrei 30. Januar 2012 um 18:49 Uhr

    [...] Kollegen von der E-Commerce Lounge haben das sehr schön auf den Punkt gebracht mit ihren 5 E-Commerce Strategien für den Media Markt Onlineshop, welche wir partiell und mit freundlicher Erlaubnis [...]

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