Noch dieses Jahr sollen Top-Level-Domains liberalisiert werden und die Einführung freier Domain Namen wie etwa .shop, .kaufen oder .berlin erlauben. Koordiniert wird die Vergabe der neuen Top-Level-Domains (New gTLD) durch die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN). Gerade für Onlineshops könnte die Liberalisierung von Top Level Domains interessant werden um sich entsprechend attraktiv klingende Domains zu sichern. In den USA kam es allerdings zu einem Aufschrei, nachdem bekannt wurde, dass sich private Unternehmen wie Amazon versuchen sich generische Domains zu sichern.

Heftige Kritik an Amazon

Die Interessensgruppen der Verlagsbranche Authors Guild und Association of American Publishers haben sich öffentlich bei der ICANN beschwert, dass die Vergabe generischer Domains wie .book, .author oder .read an ein komerzielles Unternehmen wie Amazon wettbewerbsschädigend und ein Schritt Richtung Monopolisierung seien.

Auch Amazon-Konkurrent Barnes & Noble prangert an, dass Amazon durch die Sicherung generischer Domain-Namen versuche, „den Wettbewerb im Buchhandel und Verlagswesen, welche beide entscheidend für die Zukunft von urheberrechtlich geschützten Meinungsäußerung in den USA sind, zu ersticken”.

Was hat Amazon vor?

Auf Anfrage des Wall Street Journals wollte sich Amazon zu den Vorwürfen öffentlich vorerst nicht im Detail äußern. Allerdings habe es wohl bereits eine entsprechende Erklärung von Stacey King, Senior Corporate Counsel von Amazon in Richtung ICANN gegeben, welche sämtliche Vorwürfe zur Wettbewerbsverzerrung negiert. Weiterhin rechtfertigt er die Bewerbungen damit „neue und innovative Wege, Mechanismen und Plattformen zu finden zu wollen um Kunden zu überraschen und anzusprechen“.

Laut ICANNwiki hat sich Amazon auf über 75 gTLD´s beworben. Darunter fallen Amazon-spezifische Domains wie etwa .kindle, .prime, .amzaon aber eben auch sehr generische Begriffe wie .buy, .free, .book, .moovie, .music oder .app.

Ein ICANN Sprecher teilte auf Nachfrage zur Domainvergabe mit, dass zunächst kein Kommentar zu laufenden Bewerbungsverfahren abgegeben wird. Bisher sei noch keine Entscheidung zur Domainvergabe gefallen, Ende März sollen jedoch erste Ergebnisse präsentiert werden.

Seit Anfang 2012 können bei der ICANN Bewerbungen für New gTLDs eingereicht werden. Für jede Bewerbung erhob die ICANN eine Gebühr von 185.000 Dollar, dazu kommen weitere Einnahmen im Falle der tatsächlichen Zulassung einer Domain. Insgesamt hat die ICANN durch das sogenannte „New gTLD“-Programm mehrere Millionen eingenommen.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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