Wofür das E in E-Commerce bzw. eCommerce steht, darüber gibt es kaum Zweifel, sehr wohl jedoch an der Bedeutung, die der elektronische Handel für den stationären Abverkauf oder die Bestellungen per Telefon aus dem Katalog heraus hat. Verwaiste Innenstädte, arbeitslose Verkäufer und eine endgültige Digitalisierung des Einkaufsverhaltens sind hierbei nur einige Thesen, die mit dem eCommerce in Verbindung gebracht werden. Insgesamt 9 dieser Theorien nimmt die Studie „EVIL-COMMERCE?!Einflüsse des E-Commerce auf den Strukturwandel. 9 populäre Thesen im Realitätscheck“ von Prof. Dr. Holger Schneider, Alexander Graf und Sönke Iwers unter die Lupe. Am Ende dieser Untersuchung steht fest, dass es für Thesen wie aussterbende Großstädte keine verwertbaren Beweise gäbe, ebenso wie auch die Umweltschädlichkeit der eCommerce-Logistik oder auch die Behauptung, dass sich Online-Shopper vornehmlich in der jüngeren Generation finden, auf dem harten Prüfstand der ausgewerteten Daten stehen.

9 e-Commerce-Thesen auf dem Prüfstand. ©EVIL-COMMERCE?! Einflüsse des E-Commerce auf den Strukturwandel

9 e-Commerce-Thesen auf dem Prüfstand. ©EVIL-COMMERCE?! Einflüsse des E-Commerce auf den Strukturwandel

Nicht alle Thesen lassen sich widerlegen bzw. endgültig oder perspektivisch von der virtuellen Warentheke verbannen. Dazu gehört beispielsweise die Tatsache, dass der stationäre Handel kontinuierlich Umsätze an das eCommerce abgibt. Der Behauptung, dass der Distanzhandel Arbeitsplätze vernichtet, kann nur in Teilen widersprochen werden. „Aufgrund der weiteren Umsatzverlagerung in den Online-Handel sowie stärkeren Effizienzsteigerungen bewerten wir die Tendenz als steigend„, heißt es dazu in der Studie. Zur These, dass Kunden sich im Onlinehandel selbst beraten, stellt die Studie fest, dass diese Behauptung aufgrund empirischer Beobachtungen durchaus haltbar sei, aber auch die persönliche Beratung im eCommerce gerade bei beratungsintensiven, erklärungsbedürftigen und schwer online verkaufbaren Produkten wie Möbel künftig mehr an Bedeutung und Gewicht gewinnen werde.

Gründe für das Online-Shopping. ©EVIL-COMMERCE?! Einflüsse des E-Commerce auf den Strukturwandel. 9 populäre Thesen im Realitätscheck

Gründe für das Online-Shopping. ©EVIL-COMMERCE?! Einflüsse des E-Commerce auf den Strukturwandel.

Und was schließlich die Theorie angeht, dass eCommerce vor allem eine Art des Einkaufens für die jüngere Generation ist, wird dieser deutlich widersprochen. So holen die Silver Surfer doch zunehmends auf, was das Online-Shopping angeht, auch wenn die Intensivität der Einkäufe via Online-Shops in deren Altersgruppen deutlich abnimmt, im Vergleich zur Gruppe der 14-50jährigen. Am Ende ist eCommerce also alles andere als Evil und zudem nicht einmal so schlecht für die Umwelt, wie es gerne behauptet wird. Auch wenn den Machern der Studie keine belastbaren Daten vorliegen, sehen sie keine Belege dafür, dass der Online-Handel samt Retouren per se erst als Umweltsünder hingestellt werden muss. Entwicklungen wie der CO2 neutrale Versand, steigende Ausgaben für Klimaschutzprojekte und auch die zunehmende Einführung sparsamerer Fahrzeuge und effizienterer Logistik im Sinne einer besseren Grundauslastung (CO2-Emission pro Paket),  seinen Indizien dafür, dass das eCommerce weniger umweltschädlich sei als gemeinhin behauptet.

Eine Ausführliche Auseinandersetzung mit der Studie gibt es bei Alexander Graf von kassenzone.deEvil-Commerce?!

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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