Auch wer nicht abergläubisch ist, wird Freitag den 13. zumindest im kommenden Monat fürchten – vor allem dann, wenn er oder sie einen Online-Shop- oder Plattform betreibt. Denn am 13.06.2014 tritt das Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie in Kraft. Natürlich bringen die zahlreichen EU-Harmonisierungen auf nationaler Ebene nicht nur Schlechtes, machen einiges jedoch komplizierter für die eCommerce-Betreiber. Diese fürchten mehrheitlich – also zu 60 Prozent – Abmahnungen, so zumindest die Ergebnisse einer Umfrage von Trusted Shops unter 500 E-Commerce-Anbietern. Doch, wofür kann eigentlich künftig abgemahnt werden?

Eine Änderung der Verbraucherrechterichtlinie besteht darin, dass das gesetzliche Rückgaberecht weg fällt und durch ein in ganz Europa einheitlich geltendes Widerrufsrecht ersetzt wird. Einfach nur Ware zurücksenden, gilt ab dann also nicht mehr. Andererseits muss der Widerruf nicht mehr zwingend in Papier-schriftlicher Form vorliegen, sondern kann auch per Mail oder Telefon eingereicht werden. Der Fernsprechapparat ist zudem ein gutes Stichwort. So dürfen Online-Händler nämlich ihren Kunden und deren Fragen zu bereits geschlossenen Verträgen nur noch Hotlines zum „Normaltarif“ anbieten. Die Teilnehmer an der Trusted-Shops-Umfrage geben entsprechend geschlossen und zu 97 Prozent an, ab dem Stichtag insgesamt nur noch eine Nummer zum Grundtarif und damit keine „Mehrwertdienstenummer“ mehr anzubieten, auch um Abmahnungen abzuwenden.

Einheitliche Widerrufsfrist- und Form
Künftig wird in Sachen Widerruf also aufgeräumt. Das gilt sowohl für die Vereinheitlichung der Widerrufsfrist auf 14 Tage, erstreckt sich über deren Erlöschen (12 Monate und 14 Tage) und reicht  zudem bis auf die Form. Hier nämlich müssen Händler ihre Kunden über ein gesetzliches Musterformular zum Widerruf informieren, die Kunden dieses jedoch nicht zwangsläufig nutzen müssen. Kein Wunder also, dass die Trusted-Shops-Studie auch ergab, dass die Hälfte der befragten eCommerce-Betreiber ihren Kunden eine einfache Möglichkeit anbieten will, den Kauf online zu widerrufen. In welcher Form, ist indes noch nicht klar.

Weiterhin ist es den Shop-Betreibern ab 13.06. untersagt, zu hohe Zuschläge bei bestimmten Bezahlarten zu verlangen, wenn es andererseits auch Zahlungsmöglichkeiten ohne Zuschlag gibt. Insgesamt muss das Verhältnis von Zahlungen mit und ohne Zuschlag stimmen und Händler dürfen letztlich nur das an Zuschlag erheben, was auch ihnen im Vergleich zu unentgeltlichen Zahlungen am Mehrkosten entsteht, wenn sie Zahlarten mit Zuschlag anbieten und akzeptieren.

Weiter mit Widerruf? Fachanwalt Rolf Albrecht klärt auf
Nicht nur das Thema Widerruf wird sicher schon jetzt auf der Agenda vieler Shop-Betreiber stehen. Deshalb setzen wir bei unserer Event-Reihe eCommerce Lounge auf wiederkehrenden Mehrwert. Hier wird unter anderem Ralf Albrecht, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Informationstechnologierecht zu Wort kommen. Bei seinen Vortrag: E-Commerce-Recht 2014: Was gibt es Neues für den Onlinehandel?! wird er auf wichtige Änderungen bei den Verbraucherrichtlinien eingehen und anhand anschaulicher Praxisbeispiele zeigen, was auf den eCommerce tatsächlich zukommt, wo Sorgen berechtigt sind und wo eher Gelassenheit angebracht ist.

Das Beste daran ist: Drei von vier Terminen, an denen Rolf Albrecht seine mit Spannung erwarteten Vorträge halten wird, finden noch vor dem 13.06.2014 statt- und zwar am 15.05.in Köln, am 26.05. in Hamburg und am 06.06. in Berlin. Für die Nachlese der gesetzlichen Änderungen und bezüglich Tipps für immer noch rechtzeitige Anpassungen steht indes der Termin am 04.07. in München allen Interessierten zur Verfügung.

ist Autor, Blogger, Journalist, Redakteur und Texter. Für die eCommerce Lounge schreibt er Beiträge zu Themen des eCommerce.

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