Fast 80% der Online-Shopper würden für das Weihnachtsshopping ins Internet wechseln. Sofern der Versand kostenlos ist. Eine klare Ansage der Verbraucher und eine deutlicher Hebel für Online-Händler – der bisher allerdings kaum angewandt wird: Laut der aktuellen November-Befragung (e-KIX) des ECC Handel gaben nur knapp 30% der Teilnehmer an, speziell zu Weihnachten einen kostenlosen Versand anzubieten.

Ebenfalls ein klares Zeichen: Laut dem „ECC-Konjunkturindex Shopper“ (s-KIX) lassen sich die Teilnehmer zu 100% von den im Online-Shop gültigen Versandkosten beeinflussen. Über die Hälfte der Befragten (58%) würden bei Wegfall der Gebühren auch kurzfristig noch online Geschenke ordern. Gerade im Weihnachtsgeschäft ein wichtiger Erfolgsfaktor. Das sieht auch Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln so:

„Das Ergebnis zeigt, dass im Thema Versandkosten gerade kurz vor den Weihnachtsfeiertagen eine deutliche Stellschraube für den Umsatz liegt.“

Hat ein Online-Shop bereits auf einen kostenlosen Versand umgestellt, dominiert in der Regel der Standardversand: Über die Hälfte (rund 19%) gaben an, einen kostenlosen Standardversand ab einem bestimmten Mindestbestellwert anzubieten. Lediglich 1,8% der befragten Online-Shops bieten ihren Kunden zu Weihnachten einen kostenlosem Expressversand.

Shopgate – Mobile Shopping Leader

leitet das Product Management beim führenden Mobile Commerce Anbieter Shopgate. Vorher war Alexander Köhler viele Jahre Geschäftsführer der eCommerce-Agentur Conpark. Er beschäftigt sich vorrangig mit Trends und neuen Geschäftsmodellen im eCommerce, allem voran Mobile Commerce. Alexander Köhler ist zudem Mitgründer und -herausgeber der eCommerce Lounge.

  • http://www.whisky.de Horst Lüning

    Ich halte die Aufhebung von Versandkosten zu Weihnachten für nicht zielführend. Wenn man ein Produkt mit geringer Marge hat – und das wird in Zukunft fast jeder haben ;-) – dann schmälert man diese Marge noch mehr und rödelt sich vor Weihnachten vielleicht einen Wolf, bei dem dann am Ende noch nicht mal Geld verdient ist. Das ist nicht zielführend.

  • http://www.henryklippert.com Henryk Lippert

    Bequem sein und auch noch Geld sparen? Das passt irgendwie nicht zusammen. Wenn es in die Stadt geht zum Shoppen kostet das auch Geld für Sprit oder Parkticket. Dazu noch die Menschenmassen etc. Ich halte von kostenlosem Versand nicht viel, zumindest nicht für die Mehrheit der Händler (es gibt natürlich Ausnahmen, wo es über Masse geht). Das ist nicht zwangsläufig das Kriterium online einzukaufen, auch wenn das durch gewisse Erhebungen immer suggeriert wird ;). Viele Onlinehändler, die das ausprobieren zahlen am Ende drauf, denn die „Mehr“-Bestellungen spielen oftmals nicht die „Mehr“-Kosten rein.
    Das mag für einzelne Shops, mit extremen Wachstumsaussichten und viel Kapital, wie Zalando ein Weg sein, für die Mehrheit der Shops aber eher nicht. Die Versandeinnahmen sind nicht zu vernachlässigen. Bei einem Durchschnittswarenkorb von 75 EUR Brutto und 4,95EUR Versandkosten reden wir hier über zusätzlich knapp 7% Einnahmen. Die muss man erst mal subventionieren.

    “Es macht auch Sinn, dem Kunden anzuzeigen, wieviel noch fehlt, damit es frei von Versandkosten ist. (z.B. Noch 7,90 und Sie zahlen keine Versandkosten).”

    Ganz ehrlich, würde ich eher bedingt empfehlen und maximal im Einzelfall entscheiden und testen. Das Rechenbeispiel ist auch hier ganz einfach. Angenommen, der Händler hat bei 75 EUR eine versandkostenfreie Schwelle. Nun hat der Kunde 64,90 EUR im Korb und muss dafür 4,95€ Versandkosten bezahlen. Packt der Kunde jetzt noch irgendwas in den Korb, um auf z.B. 80 EUR zu kommen, macht das für den Händler einen „Mehrumsatz“ von 10,15 EUR. Dann muss der Händler schon eine gute Marge haben, um am Ende aus der Differenz vom Wareneinkauf noch einen Gewinn einzustreichen, wenn er dafür den Versand bezahlen muss. Auch kann es am Ende vom Kauf abhalten, wenn man den Kunden das auf die Nase schmiert und er dann einfach nichts findet, um die „75 EUR“ zu erreichen. Letztlich sollte man es aber testen und dann eine Entscheidung treffen.

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