Viele Händler setzen mittlerweile auf den Video-Dienst YouTube um ihre Produkte und Artikel mit Hilfe eines kurzen Films besser zu inszenieren. Mit Hilfe kleiner Tricks lässt sich die Lücke zwischen Werbe-Video und Abverkauf versuchen zu schließen.

Das zum Google Konzern gehörende Video-Portal Youtube hat sich mittlerweile fest im Alltag jedes Internet-Nutzers etabliert. Viele Online-Händler haben das Potential bereits erkannt und setzen in der Produktbeschreibung oder zu Werbezwecken bereits auf Videos. Vor allem, um den eigenen Produkten ein hohes Google-Ranking zu verschaffen. Eine Weiterentwicklung ist das „Shoppable Video“, welches die Interaktion des potentiellen Kunden erfordert.

Die Technik dahinter: Annotations

Seit einiger Zeit gibt es bei YouTube die Möglichkeit interaktive Anmerkungen in den Videos zu platzieren, sogenannte Annotations. Angedachte Verwendungszwecke sind hierbei das Hinzufügen von Hintergrundinformationen zum Video oder auch Links zu externen Seiten. Klickt man auf eine entsprechende Bemerkung, so öffnet sich bei Bedarf eine neue Seite mit dem Link, das Video pausiert im Hintergrund. Die Youtube Annotations befinden sich noch in der Beta-Phase, was jedoch einige Händler nicht davon abhält innovative Verkaufskonzepte auszuprobieren. Über mobile Endgeräte lassen sich die Annotations bislang leider noch nicht anzeigen.

Best Practice Beispiel Juicy Coutture

Die in Los Angeles ansässige Mode Marke Juicy Couture zeigt was in Punkto interaktivem Shopping-Video bereits möglich ist. Das von Star Fotograf Terry Richardson produzierte Video zeigt Supermodel Candice Swanepoel dabei wie sie am Pool einschläft vom perfekten California-Lifestyle träumt – mit all seinen Parties und Klisches. In jeder Sequenz des Videos trägt Swanepoel ein anderes Juicy Couture Outfit – welches sich umgehend im Online Shop der Marke öffnet sobald man auf die dezent gehaltene Annotations Box klickt. Das Video stoppt im Hintergrund, man verpasst also nichts. So gelingt es den Machern des Clips ca. 20 verschiedene Juicy Couture Artikel innerhalb von weniger als 2 Minuten zu präsentieren und gleichzeitig zum Kauf anzubieten – getragen und inszeniert von einem Top-Model.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Der Phantasie von Online-Händlern sind bei Shoppable Videos keine Grenzen gesetzt, denn das Grundprinzip ist denkbar einfach: Die Möglichkeit Werbevideos und die darin beworbenen Produkte immer direkt mit einem Distributionskanal zu verbinden. Potentielle Kunden müssen keinen weiteren Suchaufwand betreiben um zum gerade gesehenen Produkt zu gelangen.

Das Potential für die Textilbranche im E-Commerce liegt auf der Hand, jedoch könnten auch andere Branchen vom Konzept profitieren. Baumärkte oder Werkzeughersteller können die in Do-it-Yourself-Videos genutzten Werkzeuge oder Rohstoffe direkt im Onlineshop verlinken. So nutzt Hornbach mit der Meisterschmiede YouTube, um Heimwerken bei den eigenen Projekten Tipps zu geben. Analog könnte es mit Kosmetikherstellern und entsprechenden Produkt-Demonstrationen funktionieren. Möbel, Schmuck und Spielzeug könnten sich ebenfalls gut inszenieren lassen.

Es lässt sich also festhalten, dass Youtube Annotations das Rad zwar nicht gänzlich neu erfinden, jedoch eine relativ simple Möglichkeit bieten die Conversion Rate von Werbe-Videos effizient und ohne großen Aufwand zu erhöhen.

ist Redakteur der eCommerceLounge und freier Mitarbeiter der Adrian Hotz E-Commerce Beratung. Er beschäftigt sich mit den Themengebieten E- und M-Commerce, sowie Social Media. Aktuell studiert er an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona mit dem Studienziel M.Sc in International Business.

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