Schnell mal unterwegs ins Internet gehen, ist heute einfacher denn je. Ob am Bahnhof, Flughafen, beim Bäcker direkt um die Ecke: Mobile Endgeräte sind überall zu sehen. Ich bin auch überzeugt davon, dass mobiles Surfen  bald so normal sein wird, wie SMS verschicken. Doch wie sieht es mit mobile Shopping (mCommerce) aus? Wie selbstverständlich ist es für User, unterwegs mal schnell noch ein Paar Socken zu bestellen, die man auch bequem noch 1 Stunde später am heimischen PC bestellen könnte?

Für viele Shop-Betreiber stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage: Wann soll ich auf den Zug „mobile Shopping“ aufspringen?  Wann erreiche ich die  kritische Masse, bei der es sich lohnt ein App, oder eine mobile Variante meines Shops zur Verfügung zu stellen?Zur Beantwortung dieser Frage sollte man zumindest den Status Quo im Auge behalten. Das heißt, man sollte sich zunächst ein Bild davon machen, ob der eigene Online Shop nicht schon mittendrin in der mobilen Entwicklung steckt.

Kennen Sie die Antworten auf diese (mobilen) Fragen?

  • Wie viel Prozent meiner Besucher verwenden ein mobiles Endgerät?
  • Wie viele mobile User kaufen in meinem Shop bereits ein?

Diese zwei Fragen können sehr schnell und einfach mit einem Webanalyse Tool wie zum Beispiel Google Analytics geklärt werden.

1) Wie viel Prozent meiner Besucher verwenden ein mobiles Endgerät?

Zunächst einmal sollte man sich einen grober Überblick darüber verschaffen, wie viele Nutzer mobile auf Ihrem Shop surfen, welche Geräte sie benutzen und wie groß diese Gruppe im Verhältnis zu den Gesamtnutzern steht.

1. Trend

Um den Trend des Anteils der mobilen Nutzer beobachten zu können, sollte man den Betrachtungszeitraum etwas ausdehnen. Im Beispiel wurde das komplette Jahr 2010 bis jetzt analysiert. Bei dieser Zeitreihe ist leicht ansteigender Trend zu erkennen. Das bedeutet, dass die User dieses Online Shops mehr und mehr über mobile Endgeräte auf den Shop zugreifen. Um aus den Trend eine sinnvolle Empfehlung ableiten zu können, muss im zweiten Schritt ausgewertet werden, welchen Anteil die User mit mobilen Endgeräten einnehmen.

2. Anteil der mobilen Geräte

Im markierten Bereich 2 erkennt man die Gesamtanzahl der „mobilen“ Nutzer, sowie den Anteil, den diese Gruppe am Gesamt-Traffic einnimmt. Im Beispiel Shop liegt der Anteil bei 0,57% – auf Deutsch: Nicht einmal 1 User von 100 Usern besucht den Online Shop mit einem mobilen Gerät. Welche Geräte die User verwenden, wird in der linken Spalte der Tabelle ausgegeben (Betriebssystem).

3. Endgeräte

Eine Optimierung auf ein Endgerät macht nur dann Sinn, wenn man weiß, welches Gerät am häufigsten verwendet wird. Hierfür sollte man die Verteilung der Endgeräte analysieren (markierter Bereich 3). Im Beispiel ist zu erkennen, dass 3.089 von 4.111 Zugriffen über ein iPhone stattfinden. Dies ist insofern interessant, wenn man in Erwägung zieht, eine iPhone App zu entwickeln.

Tipps

  • Beobachten Sie den Anteil der mobilen Zugriffe im Vergleich zu den Gesamtzugriffen
  • Halten Sie die Verwendung verschiedener mobiler Endgeräte im Auge  – „Schießt“ sich Ihre Zielgruppe auf ein Gerät ein? (App Entwicklung als Step2?)

2) Anteil der mobilen Nutzer am eCommerce

Im zweiten Schritt ist es wichtig, zu erfahren, ob die mobilen Nutzer bereits am E-Commerce teilnehmen oder nur auf dem Shop „rumsurfen“.  Hierbei interessiert natürlich der Umsatz (auch im Vergleich zum Gesamtumsatz) sowie die Anzahl der Transaktionen pro Endgerät.

Voraussetzung für diese Auswertung ist das korrekte Aufsetzen des eCommerce Bereichs in Google Analytics.

Wichtige Kennzahlen

  • Der Beispiel Shop machte in diesem Jahr einen Umsatz von X€ über die mobilen Endgeräte. Dies entsprach einem Anteil von 0,12% vom Gesamtumsatz.
  • Die mobilen Transaktionen haben gerade mal einen Anteil von 0,18% der Gesamt-Transaktionen ausgemacht.
  • Der durchschnittliche Wert einer Transaktion mit mobilen Endgeräten lag dabei um 28,98% niedriger als bei anderen Geräten.
  • Die Conversion Rate betrug mi 1,02% ca. ein Drittel der Conversion Rate aller Nutzer.

Tipps

  • Achten Sie auf den Umsatz, den die mobilen User im Vergleich zum Rest erwirtschaften
  • Wie viele Ihrer Online Shop Transaktionen sind mobil – steigt der Anteil?
  • Behalten Sie die Transkationen pro Endgerät im Auge, gibt es einen Spitzenreiter?

Fazit

Der Blick in die Webanalyse gibt schnell einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen im mCommerce. Das Beispiel zeigt, dass der Anteil der mobilen Nutzer steigt. Das heißt aber nicht, dass man umgehend ein App braucht.

Erste Schritte im mCommerce

  • Definieren Sie für Ihren Online Shop eine kritische Masse (x% von Gesamtumsatz, x% aller Transaktionen) und überlegen Sie vorher für welches Endgerät Sie optimieren, bzw. entwickeln lassen wollen.
  • Beobachten Sie die Entwicklung der wichtigen Kennzahlen – eine Hochrechnung, wann der Shop die kritische Masse erreicht, ist damit sehr einfach möglich.
  • Verfolgen Sie die Aktionen des Wettbewerbs und stellen Sie sich die Frage: Möchte ich der erste Online Shop im Bereich XY sein, der auch ein iPhone App oder ähnliches anbietet? Will ich mit meinem Shop mobiler Vorreiter sein?
  • Surfen Sie selbst mit einem mobilen Endgerät in Ihrem Shop und notieren Sie sich auftretende Fehler.
  • Sammeln Sie Erfahrungen im mCommerce und bewerten Apps und mobile Versionen von Shops kritisch.

Einen ersten App-Test von amazon und Buch.de findet man hier im Blog iPhone Shopping Apps im Praxistest

ist als Senior Consultant bei explido WebMarketing Experte für Conversion Optimierung, Landingpage Optimierung, Shop Optimierung und Testing. Seit 2009 betreibt er einen eigenen Conversion Optimierung Blog. explido WebMarketing ist eine Fullservice Agentur für Performance Marketing und führender Anbieter von SEM, SEO, Affiliate Marketing, Display Advertising und Website Consulting.

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